Nachdem wir im dritten Kapitel gesehen haben, wie KI zum geopolitischen Machtfaktor und Ressourcenfresser geworden ist, treffen die Folgen nun unmittelbar unseren Alltag. Denn die Knappheit an Chips, Energie und Rohstoffen endet nicht in Rechenzentren oder Regierungsprogrammen, sie landet direkt bei Grafikkartenpreisen, Hardware-Entscheidungen und kulturellen Konflikten. Für Gamer wird 2026 damit zum Wendepunkt, an dem Technologie vom Hobby zum Luxusgut wird.
Im viertel Kapitel wollen wir euch die Frage beantworten, warum Grafikkarten Luxusgüter bleiben, alte Hardware neu aufgelegt wird und die soziale Kluft wächst.
Künstliche Intelligenz ist im Jahr 2026 kein abstraktes Thema für Informatiker oder Börsenmakler mehr. Ihre Auswirkungen schlagen direkt dort ein, wo es uns wehtut: im Geldbeutel, in unserer Kultur und bei unserer Hardware.
Für uns Gamer ist das Jahr 2026 ein echtes Horror-Szenario. Da sowohl unsere Gaming-GPUs als auch die sündhaft teuren KI-Beschleuniger auf denselben Maschinen bei TSMC gefertigt werden, haben wir das Nachsehen. Die KI-Industrie zahlt besser, also hat sie Vorrang. Das Ergebnis ist eine brutale „GPU-Inflation“: Die RTX 5090, die schon mit schmerzhaften 2.000 US-Dollar startete, wird voraussichtlich ab Februar auf bis zu 5.000 US-Dollar klettern. Warum? Weil die Hersteller mit dem Verkauf an Rechenzentren den zehnfachen Gewinn machen.
Noch absurder wird es im Einsteiger-Segment. Nvidia hat tatsächlich angekündigt, die RTX 3060 wieder zu produzieren. Was wie ein schlechter Aprilscherz klingt, ist bittere Realität: Eine Karte aus dem Jahr 2021 wird 2026 als „neue“ Option verkauft, da moderne Chips für Normalsterbliche kaum noch verfügbar oder bezahlbar sind. Auch Laptop-Hersteller wie Lenovo verbauen notgedrungen ältere Technik oder drosseln die Leistung, um Kostenexplosionen zu vermeiden.
Neben den Preisen stinkt auch die Moral: Kunstraub und moralische Glitches. Die Daten, mit denen diese Modelle gefüttert wurden, basieren oft auf massivem „Kunstraub“ an Künstlern und Autoren, die weder gefragt noch bezahlt wurden.
Zudem zeigen KIs wie „Grok“ von Musk, dass Algorithmen oft rassistisch oder ideologisch gefärbt sind. Wenn eine binäre KI in einer komplexen Welt Entscheidungen trifft, sind Konflikte vorprogrammiert.
Bubble oder Brave New World?
Wir stehen an einem Scheideweg mit zwei möglichen Enden:
- Szenario „System-Upgrade“: Die KI wird zur unsichtbaren Managementschicht, die alles optimiert – Stromnetze, Medizin, Bildung. Der Preis dafür sind strukturelle Arbeitslosigkeit und totaler Kontrollverlust.
- Szenario „Game Over“: Die Blase platzt. Unternehmen merken, dass die gigantischen Kosten den Nutzen übersteigen. Die Nvidia-Aktie stürzt ab, riesige Rechenzentren enden als Bauruinen und ein „KI-Winter“ zieht die Wirtschaft mit sich.
Vielleicht ist es an der Zeit, die aktuelle „Demo-Magie“ kritisch zu hinterfragen. Die Ressourcen der Erde sind endlich, doch der Hunger der KI hat gerade erst begonnen.

