Der französische Publisher Nacon hat Insolvenz angemeldet. Wie das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung bekannt gab, soll ein gerichtliches Sanierungsverfahren eingeleitet werden, nachdem die finanzielle Lage der Muttergesellschaft Bigben in Schwierigkeiten geraten ist.
Die Maßnahme soll prüfen, ob und wie der Geschäftsbetrieb langfristig gesichert werden kann.
Gerichtliche Neuorganisation soll Zukunft klären
Laut Unternehmensangaben reichen die derzeit verfügbaren finanziellen Mittel nicht mehr aus, um bestehende Verpflichtungen zu erfüllen. Deshalb hat Nacon offiziell eine sogenannte Zahlungseinstellung erklärt und beim zuständigen Gericht ein Verfahren zur finanziellen Reorganisation beantragt.
Ziel dieses Prozesses ist es laut Unternehmen, mögliche Lösungen zur Fortführung der Geschäftstätigkeit zu finden, Arbeitsplätze zu schützen und gleichzeitig Verhandlungen mit Gläubigern zu ermöglichen.
Der Handel der Nacon-Aktien an der Pariser Börse wurde vorerst ausgesetzt. Eine gerichtliche Anhörung zur weiteren Vorgehensweise ist für Anfang März angesetzt.
Mehrere Studios betroffen
Die Situation betrifft insgesamt elf Entwicklungsstudios, die unter dem Dach von Nacon arbeiten. Dazu gehören unter anderem:
- Spiders (GreedFall)
- Daedalic Entertainment
- Big Ant Studios
- Cyanide Studio
- Kylotonn (Test Drive Unlimited Solar Crown)
Die Studios arbeiten weiterhin an verschiedenen Projekten, deren Zukunft nun von den Ergebnissen des Sanierungsverfahrens abhängen könnte.
Mehrere Spiele noch in Entwicklung
Nacon hat aktuell mehrere angekündigte Titel in Arbeit, darunter:
- Gear.Club Unlimited 3
- GreedFall 2: The Dying World
- Cthulhu: The Cosmic Abyss
- Endurance Motorsport
- Edge of Memories
- Dragonkin: The Banished
- Hunting Simulator 3
Ob sich die Entwicklung oder Veröffentlichung dieser Spiele verzögert, ist derzeit nicht bekannt.
Unternehmensgeschichte und Hintergrund
Das Unternehmen wurde 1981 gegründet und war lange unter dem Namen Bigben Interactive bekannt. 2019 erfolgte eine Umstrukturierung, bei der die Gaming-Aktivitäten unter der Marke Nacon gebündelt wurden. Die Bigben Group blieb anschließend Mehrheitsaktionär mit über 76 Prozent der Anteile.
Mitarbeiter wurden laut Angaben des Unternehmens bereits am 24. Februar über die Situation informiert. Nacon kündigte an, Investoren und Öffentlichkeit über weitere Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

