Was passiert eigentlich, wenn wir am Ende der Welt die letzte Entscheidung treffen müssen, wer überlebt und wer nicht? Quarantine Zombies von Stones Games wirft uns genau in dieses moralische und spielerische Spannungsfeld. Das Spiel kombiniert Kontrollmechaniken, Base-Defense und First-Person-Shooter-Elemente in einem postapokalyptischen Szenario und versucht dabei, bekannte Ideen neu zu interpretieren. Doch funktioniert dieser Mix wirklich oder bleibt am Ende nur ein ambitionierter Versuch mit deutlichen Schwächen?
Wir haben uns durch Kontrollposten, Zombieangriffe und technische Stolpersteine gespielt und festgestellt: Quarantine Zombies kann durchaus unterhalten, kämpft jedoch konstant mit Problemen, die das Erlebnis spürbar ausbremsen.
Zwischen Hoffnung und Untergang
In Quarantine Zombies übernehmen wir die Rolle eines Soldaten, der an einem Kontrollposten am Ende der Welt stationiert ist. Unsere Aufgabe klingt zunächst simpel: Wir müssen verhindern, dass Infizierte in sichere Gebiete gelangen. Überlebende erscheinen am Checkpoint und wollen passieren, doch wir entscheiden anhand von Untersuchungen, Symptomen und Hinweisen über ihr Schicksal.
Die Welt wirkt dabei konsequent düster und hoffnungslos. Eine globale Katastrophe hat die Zivilisation nahezu ausgelöscht, und jeder Fehler kann schwerwiegende Folgen haben. Lassen wir zu viele Infizierte passieren, steigt ein sogenannter Weltuntergangswert. Erreicht dieser einen kritischen Punkt, endet das Spiel. Dadurch entsteht ein permanenter Druck, der das Grundgefühl der Spielwelt gut transportiert.
Parallel entfaltet sich eine persönliche Geschichte: Unser Charakter versucht, seinen Bruder zu finden, der irgendwo in dieser zerstörten Welt festsitzt. Die Handlung wird dabei nicht klassisch erzählt, sondern Stück für Stück über das Spiel verteilt. Details werden nach und nach enthüllt, wodurch ein gewisser Mystery-Faktor entsteht, gleichzeitig wirkt die Story dadurch teilweise fragmentiert und weniger präsent.
Im weiteren Verlauf verlassen wir den Kontrollposten zunehmend häufiger. Wir bauen ein Fahrzeug auf, erkunden ein offeneres Gebiet im postapokalyptischen Chicago und unternehmen Ausflüge außerhalb der sicheren Zone. Dadurch erweitert sich der Spielumfang über reine Kontrollmechaniken hinaus deutlich.
Allerdings bleibt die erzählerische Tiefe begrenzt. Die Handlung dient eher als Rahmen für Gameplay-Systeme als als treibende Kraft. Wiederspielwert ist ebenfalls nur eingeschränkt vorhanden, da viele Abläufe schnell bekannt wirken.
Kontrolle, Shooter und Base-Defense
Das Gameplay bildet das Herzstück von Quarantine Zombies und kombiniert mehrere Genres miteinander. Der zentrale Gameplay-Loop besteht aus der Inspektion von Überlebenden am Kontrollpunkt. Wir untersuchen ankommende Personen auf Infektionssymptome, treffen Entscheidungen zwischen Quarantäne oder Eliminierung und versuchen dabei, folgenschwere Fehler zu vermeiden. Verschiedene Werkzeuge unterstützen uns bei diesen Untersuchungen und können über ein Terminal freigeschaltet oder verbessert werden. Im Vergleich zu ähnlichen Konzepten fällt dieser Teil jedoch etwas abgespeckt aus und wirkt insgesamt weniger tiefgehend.
Zusätzlich integrieren die Entwickler klassische Shooter-Elemente in das Spielgeschehen. Wir verteidigen unsere Basis aktiv gegen angreifende Zombiehorden, kaufen neue Waffen, errichten automatische Geschütztürme und greifen selbst aus der Ego-Perspektive ins Geschehen ein. Gerade dieser actionreiche Anteil sorgt für spürbare Abwechslung, da wir nicht ausschließlich verwalten, sondern direkt kämpfen und reagieren müssen. Ergänzt wird das Ganze durch Management-Mechaniken: Wir verdienen Ressourcen, fordern neue Ausrüstung an und reparieren Schritt für Schritt unser Fahrzeug, das später für Expeditionen außerhalb der sicheren Zone benötigt wird. Dadurch entsteht ein Hybrid aus Simulation, Base-Defense und First-Person-Shooter.
Im Spielalltag zeigen sich jedoch mehrere Schwächen, die den Spielfluss immer wieder ausbremsen. Zombies erscheinen teilweise unbegrenzt in der Umgebung, wodurch Erkundungen schnell frustrierend wirken können. Automatische Geschütztürme arbeiten zudem ineffizient, treffen bewegliche Ziele nur unzuverlässig und verursachen vergleichsweise wenig Schaden. Auch das Trefferfeedback ist nicht immer konsistent, da Headshots insbesondere bei größeren Gegnern gelegentlich nicht korrekt registriert werden. Manche Entscheidungen oder Prüfmechaniken fühlen sich zudem unnötig streng an, während Rücksetzpunkte uns häufig weit im Spielfortschritt zurückwerfen und repetitive Wege erzwingen. Hinzu kommt, dass die Steuerungsoptionen nur eingeschränkt anpassbar sind, was die Bedienung zusätzlich erschwert. Trotz dieser Probleme entsteht stellenweise dennoch ein unterhaltsamer Spielfluss, der kurzfristig motivieren kann und eine eher unkomplizierte, manchmal bewusst simple Action-Erfahrung bietet, die zwar wenig Tiefgang besitzt, aber zeitweise durchaus Spaß macht.
Zwischen Atmosphäre und technischen Problemen
Grafisch hinterlässt Quarantine Zombies einen insgesamt gemischten Eindruck. Die Spielwelt setzt auf eine dunkle und bedrückende Atmosphäre, die gut zum postapokalyptischen Setting passt und das Gefühl einer zusammengebrochenen Gesellschaft glaubwürdig vermittelt. Die Stimmung funktioniert dabei grundsätzlich und unterstützt das Spielgefühl spürbar.
Gleichzeitig wirkt das visuelle Design häufig eher günstig produziert. Viele Umgebungen erscheinen schlicht gestaltet, während Charaktermodelle und Detailgrad kein besonders hohes Niveau erreichen. Technische Probleme treten zudem regelmäßig auf und beeinflussen den Gesamteindruck merklich. Clipping-Fehler sind keine Seltenheit, Texturen können deformiert wirken oder fehlerhaft dargestellt werden, und auch Infektionssymptome auf Figuren werden teilweise falsch oder unklar angezeigt. Dazu kommen spürbare Performance-Schwankungen, bei denen die Bildrate ohne ersichtlichen Grund zwischen stabilen und deutlich niedrigeren Werten wechselt.
Ein besonders auffälliger und zugleich kontrovers diskutierter Punkt ist der umfangreiche Einsatz generativer KI bei verschiedenen Assets, darunter Stimmen, Kleidung oder Umgebungsdetails. Dieser Einsatz fällt deutlich auf und sorgt für eine visuell uneinheitliche Präsentation. Auch die Darstellung der Zombies wird unterschiedlich wahrgenommen: Während einige Designs durchaus überzeugen können, kritisieren andere die allgemeine optische Qualität der Gegner. Insgesamt bleibt die Grafik damit funktional und erfüllt ihren Zweck, erreicht jedoch nur selten ein wirklich hochwertiges oder technisch sauberes Niveau.
Bedrohliche Kulisse mit Licht und Schatten
Beim Sounddesign zeigt sich das Spiel deutlich stabiler als in anderen Bereichen. Die akustische Gestaltung unterstützt die Atmosphäre wirkungsvoll und trägt stark zur Immersion bei.
Waffen klingen wuchtig und vermitteln ein solides Treffergefühl, während Umgebungsgeräusche wie Türen, Schritte oder Nachladegeräusche die Spannung erhöhen. Besonders in ruhigen Momenten entsteht ein Gefühl ständiger Gefahr — jeder Ton könnte eine neue Begegnung ankündigen.
Auch die musikalische Untermalung fügt sich passend ins Gesamtbild ein und unterstützt die düstere Stimmung der Welt.
Allerdings gibt es kleinere Kritikpunkte: Manche Sounds sind sehr laut abgemischt, wodurch das Klangbild gelegentlich unausgewogen wirkt. Insgesamt gehört der Sound dennoch zu den stärkeren Elementen des Spiels.
The Review
Quarantine Zombies (PC)
Quarantine Zombies ist ein Spiel mit interessanten Ansätzen und einem klar erkennbaren Konzept: moralische Entscheidungen, Kontrollmechaniken und actionreiche Zombieabwehr in einer postapokalyptischen Welt. Besonders die Mischung aus Checkpoint-Simulation und Shooter sorgt zeitweise für unterhaltsame Momente. Gleichzeitig wird das Erlebnis immer wieder durch technische Probleme, unausgereifte Mechaniken und fehlenden Feinschliff ausgebremst. Viele Ideen funktionieren grundsätzlich, wirken jedoch nicht vollständig durchdacht oder ausreichend poliert. Am Ende bleibt ein Titel, der durchaus Spaß machen kann, allerdings eher als kurzweilige Action-Erfahrung als als langfristig motivierendes Gesamtpaket. Wer mit kleineren Macken leben kann und Lust auf ein ungewöhnliches Genre-Hybrid hat, kann einen Blick riskieren. Wer hingegen ein rundes und technisch sauberes Erlebnis erwartet, wird hier schnell an Grenzen stoßen.
PROS
- Stimmige Atmosphäre
- Moralische Entscheidungen
- Offene Erkundung
- Persönliche Storyidee
- Schnell verständlich
CONS
- Technische Probleme
- KI-Assets störend
- Schwache Storypräsenz
- Unausgereifte Mechaniken
- Geringer Wiederspielwert

