Beim Studio Build a Rocket Boy, bekannt durch MindsEye, gibt es neue interne Probleme. Eine Gruppe von Mitarbeitern hat rechtliche Schritte gegen das Management eingeleitet. Hintergrund sind Vorwürfe rund um den Einsatz einer Überwachungssoftware auf Arbeitsgeräten. Laut Berichten wird die Belegschaft dabei von Mitgliedern der Gewerkschaft IWGB Game Workers Union unterstützt.
Im Mittelpunkt steht das Programm Teramind. Die Software wird von Unternehmen eingesetzt, um Aktivitäten auf Arbeitsgeräten zu überwachen. Nach Angaben der Gewerkschaft soll das Tool auf Geräten von Mitarbeitern installiert worden sein, ohne ausreichend transparent darüber zu informieren welche Daten gesammelt, wie diese gespeichert, warum die Software installiert wurde und wie lange Aufzeichnungen bestehen bleiben. Die Mitarbeiter werfen dem Studio vor, diese Fragen bis heute nicht ausreichend beantwortet zu haben.
Nach Angaben der Arbeitnehmervertretung wurde Teramind im März wieder von den Geräten entfernt. Zuvor hatten rund 40 Beschäftigte eine gemeinsame Beschwerde gegen den Einsatz des Programms unterzeichnet. Trotzdem läuft der Konflikt weiter, da weiterhin Klärung über bereits gesammelte Daten gefordert wird.
Laut Anbieter kann die Software verschiedene Aktivitäten erfassen. Dazu zählen unter anderem Tastatureingaben, Bildschirmaktivitäten, Produktivitätsdaten, Sicherheitswarnungen und teils Audiofunktionen über Mikrofone. Genau diese Funktionen sorgen in vielen Unternehmen regelmäßig für Datenschutzdebatten.
Die Gewerkschaft wirft Build a Rocket Boy vor, mit dem Einsatz der Software über legitime Sicherheitsmaßnahmen hinausgegangen zu sein. Besonders kritisch gesehen wird laut Bericht, dass Mitarbeiter teilweise von zuhause gearbeitet haben sollen. Dadurch könnten auch private Umfelder betroffen gewesen sein. Ein Mitarbeiter sprach von einer Atmosphäre aus Misstrauen, Geheimhaltung und Micromanagement.
Es ist nicht das erste arbeitsrechtliche Thema rund um das Studio. Bereits im Jahr 2025 gab es rechtliche Schritte wegen angeblich unfairer Kündigungen und mangelnder Konsultation vor Entlassungen. Damals sollen laut Berichten mehrere hundert Stellen betroffen gewesen sein.
Zum aktuellen Rechtsstreit liegt bislang keine neue ausführliche öffentliche Stellungnahme des Unternehmens vor. Ob es zu einem Gerichtsverfahren, einer Einigung oder weiteren Untersuchungen kommt, bleibt abzuwarten.

