Microsoft hat überraschend mehrere Änderungen am Xbox Game Pass angekündigt. Ab sofort werden die Preise für die teuersten Abo-Stufen gesenkt. Gleichzeitig verlieren neue Titel der Call of Duty-Reihe ihren bisherigen Day-One-Status im Dienst. Damit reagiert das Unternehmen offenbar auf Kritik an den zuletzt stark gestiegenen Kosten des Angebots.
Besonders betroffen sind die beiden hochpreisigen Tarife. In Deutschland gelten ab sofort folgende neue Preise:
- Game Pass Ultimate: von 27 Euro auf 21 Euro pro Monat
- PC Game Pass: von 15 Euro auf 13 Euro pro Monat
- Game Pass Essential: bleibt bei 9 Euro pro Monat
Vor allem beim Ultimate-Tarif fällt die Senkung deutlich aus. Nachdem Microsoft den Preis erst im vergangenen Jahr stark erhöht hatte, wird ein Teil dieser Anpassung nun zurückgenommen.
Offiziell begründet Microsoft die Änderungen mit Rückmeldungen aus der Community. Das Unternehmen erklärt, man wolle besser auf unterschiedliche Bedürfnisse und Regionen eingehen. Bereits vor kurzem hatte Xbox-Chefin Asha Sharma intern eingeräumt, dass der Dienst für viele Nutzer zu teuer geworden sei. Nun folgt die erste sichtbare Konsequenz.
Call-of-Duty-Spiele nicht mehr direkt zum Launch
Parallel zur Preissenkung nimmt Microsoft eine wichtige Änderung beim Spieleangebot vor. Künftige neue Teile von Call of Duty erscheinen nicht mehr direkt zum Verkaufsstart im Ultimate- oder PC-Tarif. Stattdessen sollen neue Spiele der Reihe erst in der darauffolgenden Weihnachtssaison, also ungefähr ein Jahr später, in den Dienst aufgenommen werden. Bereits verfügbare ältere Call-of-Duty-Titel bleiben weiterhin Teil des Angebots.
Die Entscheidung ist besonders bemerkenswert, weil Microsoft erst 2023 den Publisher Activision Blizzard für rund 68,7 Milliarden US-Dollar übernommen hatte. Ein Hauptgrund der Übernahme war unter anderem die Zukunft von Call of Duty. Berichten zufolge kostete die sofortige Integration neuer Call-of-Duty-Spiele jedoch erhebliche Verkaufserlöse. Interne Schätzungen sprechen von mehr als 300 Millionen Dollar an entgangenen Premium-Verkäufen im vergangenen Jahr.
Größere Umbauten beim Game Pass möglich
Marktbeobachter gehen davon aus, dass dies erst der Anfang weiterer Änderungen sein könnte. In den vergangenen Monaten wurde bereits über flexiblere Abo-Modelle und neue Tarifstrukturen spekuliert. Microsoft selbst erklärte zuletzt, dass das aktuelle Modell nicht das endgültige Konzept sei und weiterentwickelt werden solle.
Wer vor allem wegen Call of Duty ein Abo nutzt, muss sich künftig auf längere Wartezeiten einstellen oder neue Spiele separat kaufen. Für alle anderen Nutzer sinken dagegen die monatlichen Kosten der wichtigsten Tarife spürbar.

