Microsoft hat eine neue Ausrichtung für seine Gaming-Sparte vorgestellt. In einem internen Schreiben an Mitarbeiter, das inzwischen veröffentlicht wurde, skizzieren Xbox-Chefin Asha Sharma und Content-Chef Matt Booty die künftigen Ziele der Marke. Dabei wurde auch bestätigt, dass der Name Microsoft Gaming wieder zu Xbox geändert wird. Im Mittelpunkt der neuen Strategie steht künftig eine zentrale Kennzahl: täglich aktive Spieler. Dieser Wert soll laut Unternehmensführung künftig als wichtigster Maßstab für Entscheidungen dienen.
Besonders auffällig ist die Aussage, dass Xbox seinen bisherigen Kurs bei Exklusivspielen, Veröffentlichungszeiträumen und KI neu bewertet. Konkrete Entscheidungen wurden noch nicht genannt. Damit reagiert Microsoft offenbar auch auf Kritik vieler Spieler. In den vergangenen Jahren erschienen mehrere ehemalige Xbox-Marken zusätzlich auf anderen Plattformen wie PlayStation 5 oder Nintendo Switch 2. Einige Nutzer bemängelten deshalb, dass die Xbox-Hardware an Alleinstellungsmerkmalen verloren habe. Zuletzt brachte Xbox mehrere Spiele auf konkurrierende Systeme. Manche Titel erschienen zeitversetzt, andere direkt zum Start auf mehreren Plattformen. Künftig könnten zeitlich begrenzte Exklusivphasen wieder stärker in den Fokus rücken.
Auch beim Thema künstliche Intelligenz kündigt Xbox eine Überprüfung an. Sharma hatte nach ihrem Amtsantritt erklärt, dass Entwickler nicht zum Einsatz generativer KI gezwungen würden. Weitere Details zu möglichen KI-Plänen wurden im Schreiben nicht genannt.
Vier Bereiche stehen im Mittelpunkt
Die neue Strategie basiert auf vier zentralen Säulen:
- Hardware
Xbox will die aktuelle Konsolengeneration stabilisieren und gleichzeitig die nächste Plattform vorbereiten. Genannt wurde erneut Project Helix, das als kommendes System leistungsstarkes Spielen auf Konsole und PC ermöglichen soll. - Inhalte
Das Unternehmen will bestehende Marken ausbauen, Partnerschaften mit Drittanbietern stärken und im Bereich Live-Service-Spiele wachsen. Zudem sollen Märkte wie China und weitere Wachstumsregionen stärker erschlossen werden. - Dienste
Xbox Game Pass soll wirtschaftlich nachhaltiger aufgestellt werden. Erst vor wenigen Tagen senkte Microsoft die Preise für mehrere Game-Pass-Stufen. Gleichzeitig wurden neue Call-of-Duty-Spiele aus dem Day-One-Angebot entfernt. - Nutzererlebnis
Xbox kündigt Verbesserungen bei Suche, Empfehlungen, sozialen Funktionen und Personalisierung an. Ziel sei ein einfacherer Zugang zu Spielen und eine stärkere Vernetzung der Community.
Deutliche Worte zur aktuellen Lage
Im Schreiben räumt die Unternehmensführung offen Probleme ein. Genannt werden unter anderem steigende Preise, zu langsame Feature-Updates, schwache Präsenz auf dem PC-Markt sowie eine zu unübersichtliche Benutzererfahrung. Gleichzeitig betont Xbox, dass sich die Erwartungen vieler Spieler verändert hätten. Nutzer wollten flexibler spielen, Inhalte mitgestalten und plattformübergreifend mit Freunden verbunden bleiben.
Langfristig soll Xbox laut Sharma und Booty „dort sein, wo die Welt spielt und erschafft“. Konsole bleibe die Basis, während Cloud-Gaming den Zugriff auf weitere Geräte ermöglichen solle. Spiele, Speicherstände, Freundeslisten und Identität sollen über Konsole, PC, Mobilgeräte und Cloud hinweg nutzbar bleiben.

