Simulatoren gibt es inzwischen für nahezu jedes erdenkliche Thema. Doch wie spannend kann es sein, einen eigenen Schießstand zu verwalten? Genau dieser Frage sind wir in Shooting Range Simulator von Entwickler Buffed Games nachgegangen. Statt nur auf Ziele zu schießen, kümmern wir uns um den kompletten Betrieb, vom Verkauf über die Reinigung bis hin zur Erweiterung unseres Geschäfts. Ob das Konzept langfristig motiviert oder schnell die Luft ausgeht, haben wir uns genauer angesehen.
Vom heruntergekommenen Schießstand zum erfolgreichen Unternehmen
Eine klassische Geschichte erzählt Shooting Range Simulator nicht. Stattdessen übernehmen wir einen in die Jahre gekommenen Schießstand, den wir Schritt für Schritt wieder auf Vordermann bringen. Gleich zu Beginn räumen wir Müll weg, reinigen die Räumlichkeiten und richten die ersten Schießbahnen ein. Dadurch entsteht das Gefühl, wirklich bei null anzufangen und den gesamten Betrieb selbst aufzubauen.
Im weiteren Verlauf arbeiten wir uns durch verschiedene Popularitätsstufen nach oben. Mit jedem Fortschritt schalten wir neue Waffen, zusätzliche Schießbahnen, weiteres Zubehör und spätere Erweiterungen frei. Auch neue Bereiche oder zusätzliche Schießstände werden nach und nach verfügbar, wodurch unser Unternehmen langsam wächst und immer umfangreicher wird.
Langfristig bietet das Spiel einige Ziele. Wir investieren in neue Lizenzen, erweitern unser Sortiment, kaufen zusätzliche Waffen und verbessern unseren Schießstand kontinuierlich. Später lassen sich sogar Mitarbeiter einstellen, die Aufgaben wie das Auffüllen des Lagers, den Empfang oder die Sicherheit übernehmen. Dadurch entwickelt sich der kleine Laden Stück für Stück zu einem größeren Unternehmen.
Zusätzlich sorgen kleinere Nebentätigkeiten wie Schießwettbewerbe oder Turniere für etwas Abwechslung und bringen zusätzliches Geld in die Kasse. Dadurch bleibt der Spielfortschritt angenehm motivierend und gibt uns immer wieder neue Ziele vor.
Mehr als nur Schießen
Wer einen klassischen Shooter erwartet, liegt hier falsch. Im Mittelpunkt steht eindeutig die Verwaltung unseres Schießstandes. Kunden betreten den Laden, legen ihre Wünsche fest und wir müssen die passenden Waffen, Munition und später auch Schutzausrüstung bereitstellen. Gleichzeitig überprüfen wir die Ausweise der Besucher, dürfen keine Minderjährigen einlassen und kassieren anschließend den entsprechenden Betrag.
Besonders umfangreich fällt die Verwaltung unseres Inventars aus. Wir bestellen neue Waren über das Tablet, behalten unsere Bestände im Blick und erweitern unser Sortiment mit neuen Waffen oder Zubehör. Gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass genügend Munition, Zielscheiben und weitere Verbrauchsgegenstände vorhanden sind, damit der Betrieb reibungslos weiterläuft.
Ein großer Bestandteil des Gameplays ist außerdem die Wartung unserer Leihwaffen. Nach jedem Einsatz verschmutzen diese und müssen an einer Reinigungsstation gesäubert werden. Dafür besprühen wir die Waffen, reinigen sie mit einem Tuch und bearbeiten anschließend den Lauf. Werden die Waffen nicht regelmäßig gepflegt, verschlechtert sich ihr Zustand und sie stehen unseren Kunden irgendwann nicht mehr zuverlässig zur Verfügung. Auch beschädigte Zielscheiben oder herumliegende Patronenhülsen gehören zum Arbeitsalltag und müssen regelmäßig beseitigt werden.
Mit zunehmendem Fortschritt kommen immer neue Aufgaben hinzu. Zusätzliche Schießbahnen sorgen für mehr Kundschaft, neue Waffen bringen höhere Einnahmen und immer mehr Verwaltungsaufgaben halten uns dauerhaft beschäftigt. Genau dieser Gameplay-Loop aus Bestellen, Verkaufen, Reinigen, Erweitern und Organisieren motiviert immer wieder für eine weitere Spielrunde.
Allerdings zeigt sich auch, dass nicht alles perfekt funktioniert. Einige Menüs wirken noch etwas umständlich, manche Aktionen werden nicht immer eindeutig erklärt und gerade zu Beginn mussten wir uns mehrfach selbst durch verschiedene Funktionen ausprobieren. Hinzu kommen kleinere Fehler oder Ungereimtheiten, beispielsweise bei einzelnen Tutorials, der Bedienung oder gelegentlichen Bugs. Trotz dieser Schwächen bleibt das eigentliche Spielprinzip angenehm motivierend und entwickelt schnell einen typischen „Nur noch ein Kunde“-Effekt.
Zweckmäßige Grafik mit einigen Schwächen
Grafisch bewegt sich Shooting Range Simulator auf einem ordentlichen Niveau, ohne dabei echte Highlights zu setzen. Die verschiedenen Räume, Waffenmodelle und Einrichtungsgegenstände erfüllen ihren Zweck und vermitteln das Gefühl, tatsächlich einen kleinen Schießstand zu betreiben. Besonders das Tablet-Menü wirkt modern gestaltet und erleichtert den Einkauf neuer Gegenstände.
Während unseres Tests fielen jedoch einige kleinere Schwächen auf. Einzelne Textfelder werden teilweise abgeschnitten, manche Objekte lassen sich etwas hakelig platzieren und hin und wieder treten kleinere Darstellungsfehler auf. Auch die Umgebung außerhalb unseres Geschäfts wirkt insgesamt eher schlicht und wenig belebt.
Positiv gefallen haben uns dagegen die zahlreichen Animationen rund um die verschiedenen Tätigkeiten. Das Reinigen der Waffen, das Befestigen neuer Zielscheiben oder das Einrichten neuer Ausrüstung sorgen dafür, dass sich viele Arbeiten angenehm abwechslungsreich anfühlen. Gerade die kleinen Minispiele während der Waffenpflege lockern den Arbeitsalltag zusätzlich auf.
Solider Sound unterstützt den Arbeitsalltag
Beim Sound verfolgt Shooting Range Simulator einen eher funktionalen Ansatz. Schüsse, das Treffen von Stahlzielen oder das Hantieren mit Waffen sorgen für eine passende Geräuschkulisse und vermitteln ein glaubwürdiges Gefühl während des Betriebs unseres Schießstandes.
Die Musik hält sich angenehm im Hintergrund und drängt sich nie in den Vordergrund. Dadurch können wir uns jederzeit auf unsere Kunden und die zahlreichen Verwaltungsaufgaben konzentrieren.
Etwas störender fiel uns hingegen die Lokalisierung auf. Obwohl das Spiel eine deutsche Übersetzung bietet, sind viele Texte nur teilweise übersetzt oder wechseln plötzlich wieder ins Englische. Zusätzlich sorgen fehlerhafte Übersetzungen oder unpassende Begriffe immer wieder für Verwirrung und wirken insgesamt noch unfertig. Gerade bei einem Simulator, der viele Menüs und Anleitungen nutzt, fällt dieser Punkt deutlich auf und schmälert den Gesamteindruck.
The Review
Shooting Range Simulator (PC)
Shooting Range Simulator kombiniert Management, Wirtschaftssimulation und kleinere Minispiele zu einem unterhaltsamen Gesamtpaket. Besonders die Mischung aus Kundenverwaltung, Waffenpflege, Lagerhaltung und stetigem Ausbau unseres Schießstandes sorgt für einen motivierenden Spielfluss, der immer wieder zum Weiterspielen animiert. Technisch ist noch nicht alles perfekt. Kleinere Bugs, eine teils unausgereifte Übersetzung und einige Komfortprobleme trüben den Gesamteindruck etwas. Dennoch bietet das Spiel bereits jetzt genügend Umfang und abwechslungsreiche Aufgaben, um Fans von Management- und Simulationsspielen für viele Stunden zu beschäftigen. Wer Freude daran hat, einen Betrieb Schritt für Schritt aufzubauen und dabei viele kleine Aufgaben gleichzeitig im Blick zu behalten, dürfte hier auf seine Kosten kommen.
PROS
- Motivierender Gameplay-Loop
- Viele Freischaltungen
- Gute Minispiele
- Solides Management
- Umfangreiche Verwaltung
CONS
- Unfertige Übersetzung
- Hakelige Bedienung
- Schwaches Tutorial
- Leere Spielwelt
- Technische Ungereimtheiten

