Nachdem Sony angekündigt hat, ab Januar 2028 keine Discs für neue PlayStation-Spiele mehr zu produzieren, und Microsoft Berichten zufolge an einer Disc-zu-Digital-Funktion arbeitet, stellt sich für viele Spieler die Frage, wie Nintendo künftig mit physischen Spielen umgehen wird. Ein Branchenanalyst geht jedoch davon aus, dass sich der japanische Hersteller vorerst nicht von Spielmodulen verabschieden wird.
Im Gespräch mit VGC erklärte Mat Piscatella, Senior Director beim Marktforschungsunternehmen Circana, dass Nintendo seine Strategie voraussichtlich unabhängig von den Entscheidungen der Konkurrenz fortsetzen werde. Zwar seien die Verkaufszahlen physischer Spiele seit Jahren rückläufig, dennoch rechne er nicht damit, dass Nintendo kurzfristig auf Cartridges verzichten werde.
Piscatella verweist darauf, dass der Markt für physische Spiele in den USA seit dem Jahr 2000 kontinuierlich schrumpft. Zuletzt habe die Nintendo Switch 2 zwar für einen leichten Anstieg der Verkäufe gesorgt, dieser Effekt dürfte seiner Einschätzung nach jedoch nicht dauerhaft anhalten.
Mit Blick auf Sony und Microsoft geht der Analyst davon aus, dass sowohl die **PlayStation 6** als auch Microsofts nächste Konsole mit dem Codenamen **Project Helix** ausschließlich digital erscheinen könnten. Sollte dies eintreffen, wäre Nintendo nach seiner Einschätzung der letzte große Konsolenhersteller, der zumindest bis zum Ende des Lebenszyklus der Switch 2 weiterhin physische Spiele veröffentlicht.
Gleichzeitig betont Piscatella, dass Prognosen in der Spielebranche immer mit Vorsicht zu betrachten seien. Gerade in diesem Jahr habe es bereits zahlreiche überraschende Entwicklungen gegeben. Sein persönlicher Eindruck sei jedoch, dass Nintendo seine Entscheidungen unabhängig von Sony und Microsoft treffe und sich nicht an deren Strategien orientiere.
Auch der stationäre Handel dürfte sich nach Ansicht des Analysten verändern. Statt vollständig zu verschwinden, könnten klassische Spielverpackungen künftig häufiger Download-Codes, Sammlereditionen oder Merchandise enthalten. Insgesamt erwartet Piscatella jedoch, dass die Ausgaben für physische Videospiele langfristig weiter zurückgehen werden.

