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Die Geschichte(n) der Grand-Theft-Auto-Saga – Kapitel IV

Die Geschichte(n) der Grand-Theft-Auto-Saga – Kapitel IV

Kapitel IV: Grand Theft Auto: Liberty City Stories – Rückkehr zur Mafia und der Kampf um Respekt

by Jakob Link
20. August 2026
in Story

Nach den sonnigen Stränden von Vice City und dem riesigen Bundesstaat San Andreas hat Rockstar Games die Spieler zurück dorthin geführt, wo im 3D-Universum alles angefangen hat: in die verregneten, grauen Häuserschluchten von Liberty City. Liberty City Stories spielt im Jahr 1998, also drei Jahre vor GTA III.

Dieses Mal schlüpfen wir nicht in die Rolle eines stummen Rächers, sondern erleben eine klassische, knallharte Mafia-Erzählung aus der Perspektive eines Mannes, der in GTA III noch unser Auftraggeber war: Toni Cipriani. Toni ist eine Person, die sich durch eine unerschütterliche Loyalität auszeichnet. Allerdings ist sie auch von politischer Korruption betroffen und zeigt ein überaus negatives Mutterverhalten.

Der Prolog: Die undankbare Heimkehr

Vier Jahre lang musste Toni Cipriani untertauchen. Er hat im Auftrag seines Chefs, Don Salvatore Leone, ein hochrangiges Mitglied einer rivalisierenden Mafia-Familie ermordet. Deshalb musste er die Stadt verlassen, um die Wogen zu glätten. Jetzt, im Jahr 1998, kommt Toni nach Liberty City zurück. Er erwartet einen triumphalen Empfang und seinen rechtmäßigen Platz an der Seite des Dons.

Aber die Mafia ist ein schnelllebiges Geschäft. Statt mit offenen Armen empfangen zu werden, muss Toni feststellen, dass sein Platz in der Hierarchie von Vincenzo „Lucky“ Cilli eingenommen wurde, einem arroganten, aalglatten Emporkömmling. Salvatore ist Toni zwar dankbar, ordnet ihn aber Vincenzo unter. Für Toni fängt die demütigende Aufgabe an, sich als einfacher Laufbursche in seiner eigenen Familie wieder von ganz unten nach oben arbeiten zu müssen.

Akt 1: Portland, Verrat und eine mörderische Mutter

Toni hat es auf der Insel Portland nicht leicht. Vincenzo behandelt ihn wie Dreck und versucht ihn sogar bei einem inszenierten Polizeieinsatz loszuwerden. Toni kapiert, was läuft, haut ab und macht Vincenzo klar, wo es langgeht. In einem finalen Showdown am Hafen erschießt Toni den Verräter und gewinnt Salvatores Vertrauen zurück.

Aber sein größter Feind ist nicht die rivalisierende Sindacco- oder Forelli-Familie, sondern seine eigene Mutter: Ma Cipriani. Sie hält Toni für verweichlicht, vergleicht ihn ständig mit seinem verstorbenen Vater und schämt sich so sehr für ihren Sohn, dass sie sogar ein Kopfgeld auf ihn aussetzt. Toni muss sich fortan gegen Auftragskiller seiner eigenen Mutter wehren, während er gleichzeitig versucht, ihr zu beweisen, dass er ein echter, knallharter Mafioso ist.

In dieser Zeit lernt er auch JD O’Toole kennen. Der ist Stripclub-Manager und ziemlich pervers. Er will von den Sindaccos zu den Leones überlaufen. JD liefert zwar wertvolle Informationen, wird aber am Ende von der Leone-Familie kaltblütig ermordet. Das zeigt, dass man in Liberty City niemandem trauen kann.

Akt 2: Staunton Island und der schmutzige Wahlkampf

Der Krieg zwischen den drei großen Mafia-Familien (Leone, Sindacco, Forelli) eskaliert und verlagert sich auf die Insel Staunton Island. Don Salvatore mischt sich in die Politik ein und beauftragt Toni, den amtierenden Bürgermeister zu ermorden. Der ist nämlich eine Marionette der Forellis.

Die Leone-Familie schickt einen alten Bekannten ins Rennen. Donald Love ist ein Medienmogul, der ein bisschen durch die Gegend läuft und sich nichts und niemanden schert. Den kennt ihr vielleicht aus GTA III. Toni macht den persönlichen Ausputzer für Loves Kampagne, schüchtert Wähler ein und sabotiert die Kampagne des Gegenkandidaten Miles O’Donovan. Aber der Plan scheitert. Seine Verbindungen zur Mafia werden öffentlich, er verliert die Wahl, geht pleite und muss sich in eine Bude zurückziehen, die echt nicht gerade toll aussieht.

Währenddessen greift Toni zu einer der extremsten Maßnahmen in der Geschichte von GTA: Um das von den Forellis kontrollierte Viertel Fort Staunton zu schwächen, platziert Toni Sprengstoff in den stillgelegten U-Bahn-Schächten unter dem Bezirk. Er sprengt das Viertel in die Luft, zerstört die Machtbasis der Forellis und hinterlässt einen riesigen Krater in der Stadt. Den sieht man in GTA III als Baustelle.

Akt 3: Die sizilianische Verschwörung

Die Situation gerät völlig außer Kontrolle, als Don Salvatore Leone vom FBI verhaftet wird. Er muss die Geschicke der Familie aus dem Gefängnis auf Shoreside Vale lenken und ernennt Toni zu seinem Stellvertreter.

Während Toni die letzten Reste der Sindaccos und Forellis auslöscht, decken Salvatore und er das wahre Problem auf: Die sizilianische Mafia, die von Massimo Torini geführt wird. Die Sizilianer haben im Hintergrund den Krieg zwischen den Liberty-City-Familien angefacht, in der Hoffnung, dass sie sich gegenseitig vernichten. Torini hatte die Idee, als „Retter“ einzuspringen und Liberty City für Sizilien zu übernehmen.

Das Finale: Showdown am Leuchtturm

Der Konflikt gipfelt in einer dramatischen Eskalation. Massimo Torini und die sizilianische Mafia haben den neuen Bürgermeister Miles O’Donovan entführt. Sie wollen ihn erpressen und die rechtliche Kontrolle über die Stadt erlangen.

Salvatore (mittlerweile gegen Kaution auf freiem Fuß) und Toni verfolgen die Entführer bis zum Portland-Leuchtturm. In einer heftigen Schießerei schalten sie die sizilianischen Wachen aus. Torini versucht, in einem schwer bewaffneten Helikopter zu fliehen und das Duo von oben zu vernichten. Aber Toni zeigt mal wieder, dass er kalte Ohren hat: Mit schweren Waffen holt er den Helikopter vom Himmel, der in einem Feuerball auf den Klippen zerschellt. Torini ist tot, und der Bürgermeister wird gerettet – allerdings nur, wenn er ab jetzt auf der Gehaltsliste der Leone-Familie steht.

Der Epilog: Respekt und ein Pakt mit dem Teufel

Kurz danach treffen sich Salvatore und Toni mit dem „Onkel“, dem alten Oberhaupt der sizilianischen Mafia. Der gibt zu, dass er verloren hat, und verspricht, dass Sizilien sich von nun an aus den Geschäften von Liberty City raushalten wird.

Für Toni Cipriani hat sich der lange, blutige Weg gelohnt. Salvatore Leone macht ihn offiziell zum Capos, also zum Unterboss. Selbst Ma Cipriani bläst den Mordauftrag auf ihren Sohn ab und zeigt sich endlich stolz auf ihn. Die Leone-Mafia ist jetzt die unangefochtene Nummer eins in Liberty City. Toni hat sich den Respekt erkämpft, den er immer wollte. Damit hat er die Bühne für einen stummen Mann namens Claude vorbereitet, der drei Jahre später mit einem Bankraub alles wieder einreißen wird.

Tags: Grand Theft Auto (GTA)Grand Theft Auto: Liberty City Stories (GTA LCS)
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