Microsoft hat im Zuge seiner umfassenden Umstrukturierung der Xbox Game Studios ungewöhnlich deutliche Worte gefunden. Xbox-CEO Asha Sharma beschreibt das Gaming-Geschäft des Unternehmens aktuell als „nicht gesund“ und nennt mehrere Gründe für die schwierige wirtschaftliche Lage.
In einem Schreiben an die Mitarbeiter erklärte Sharma, dass Xbox derzeit mit Gewinnmargen arbeite, die drei- bis zehnmal niedriger seien als bei vergleichbaren Plattform- und Publishing-Unternehmen. Zudem sei Microsoft mit einer kleineren installierten Nutzerbasis und einer höheren Kostenstruktur in die aktuelle Konsolengeneration gestartet.
Um das Wachstum zu beschleunigen, habe das Unternehmen auf Xbox Game Pass, Multiplattform-Veröffentlichungen und ein deutlich breiteres Spieleportfolio gesetzt. Diese Maßnahmen hätten zwar einen wichtigen Mehrwert geschaffen, seien jedoch nicht in dem Tempo gewachsen, das Microsoft erwartet hatte. Gleichzeitig investierte das Unternehmen weiter in zusätzliche Studios, neue Teams und weitere Projekte, wodurch sich die wirtschaftliche Situation weiter verschärfte.
Hinzu komme laut Sharma die aktuell schwerste Hardware-Krise, die die Videospielbranche bislang erlebt habe. Microsoft habe außerdem erkannt, dass Xbox nicht für jede Art von Entwicklerstudio das passende Zuhause sei. Nach eigenen Angaben verlor das Unternehmen in einem typischen Geschäftsjahr 64 Cent für jeden investierten Dollar.
Als Reaktion auf diese Entwicklung startet Microsoft nun die größte Umstrukturierung in der Geschichte der Xbox-Sparte. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 sollen rund 3.200 Arbeitsplätze abgebaut werden. Darüber hinaus werden mehrere Studios ausgegliedert oder unter neue Eigentümer gestellt. Gleichzeitig reduziert Microsoft Management-Ebenen, vereinfacht interne Prozesse und richtet seine Investitionen stärker auf besonders wichtige Projekte und Marken aus.
Trotz der drastischen Maßnahmen blickt Sharma optimistisch in die Zukunft. Microsoft wolle auch künftig massiv in Xbox investieren, künftig jedoch gezielter und mit einem stärkeren Fokus auf nachhaltiges Wachstum. Ziel sei es, Xbox langfristig als Plattform weiterzuentwickeln, „auf der die Welt spielt und erschafft“.

