Der erfolgreiche Start von Assassin’s Creed Black Flag Resynced konnte die angekündigten Entlassungen bei Ubisoft Barcelona offenbar nicht verhindern. Wie mehrere Mitarbeiter berichten, verlieren insgesamt 51 Beschäftigte des Studios ihren Arbeitsplatz, obwohl viele von ihnen zuletzt an der Neuauflage des Piraten-Abenteuers gearbeitet haben.
Bereits Anfang Juni hatte Ubisoft angekündigt, die Stellen abzubauen. Nach Aussagen mehrerer mit der Situation vertrauter Personen seien die Entlassungen jedoch schon lange vor der Veröffentlichung des Spiels geplant gewesen und hätten unabhängig vom kommerziellen Erfolg stattgefunden.
Demnach erhalten Teams bei Ubisoft normalerweise bereits Monate vor Abschluss eines Projekts die Zuweisung für ihre nächste Produktion. Mitarbeiter von Ubisoft Barcelona hätten jedoch bereits im Sommer 2025 darauf hingewiesen, dass ihnen bislang kein neues Projekt zugeteilt worden sei. Trotz dieser Bedenken soll es bis zuletzt keine neue Aufgabe für das Team gegeben haben.
Nach Angaben aus dem Umfeld des Studios entwickelte sich Assassin’s Creed Black Flag Resynced vor der Veröffentlichung äußerst positiv. Sowohl das Interesse der Spieler als auch die Vorbestellungen sollen die Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen haben. Dennoch wurde das Team in Barcelona kurz nach Abschluss seiner Arbeiten am Spiel aufgelöst.
Ein betroffener Mitarbeiter schilderte die Situation anonym und erklärte, die Entlassungen seien Teil größerer struktureller Probleme innerhalb des Unternehmens. Er sprach von einem wiederkehrenden Muster aus schlechtem Umgang mit Beschäftigten, dem Verlust erfahrener Entwickler sowie einer zunehmend hierarchischen Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter immer weniger Einfluss auf Entscheidungen hätten.
Auch die ursprünglich geplante Feier zum Launch von Assassin’s Creed Black Flag Resynced fiel den Umstrukturierungen zum Opfer. Statt einer größeren Veranstaltung habe Ubisoft lediglich ein kleines Catering im Studio organisiert.
Aus Protest gegen die Entlassungen haben Beschäftigte von Ubisoft Barcelona gemeinsam mit dem Video Game Union Coordinating Committee zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Zwischen dem 30. Juni und dem 16. Juli finden jeweils dienstags und donnerstags Streiks am Nachmittag statt. Insgesamt sind sechs Protestaktionen geplant.
Ubisoft selbst hat sich bislang nicht näher zu den Vorwürfen der Mitarbeiter oder den Hintergründen der Entlassungen geäußert.

