Nach den umfangreichen Entlassungen bei Xbox Game Studios, Bethesda Softworks und Activision Blizzard formiert sich innerhalb von Bethesda Game Studios Widerstand. Die Gewerkschaft OneBGS hat angekündigt, in der kommenden Woche Protestaktionen vor mehreren Studio-Standorten zu veranstalten.
Die Demonstrationen sollen am 15. Juli zeitgleich vor den Bethesda-Studios in Rockville (Maryland), Austin (Texas) und Montreal (Kanada) stattfinden. Hintergrund sind die jüngsten Stellenstreichungen bei Bethesda und ZeniMax, von denen nach Angaben der Gewerkschaft rund 440 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter betroffen sind.
Besonders stark traf die Entlassungswelle id Software, wo rund 100 Arbeitsplätze wegfielen. Bei ZeniMax Online Studios, dem Entwickler von The Elder Scrolls Online, sollen mehr als 200 Mitarbeiter ihren Job verloren haben.
In einer Stellungnahme erklärte OneBGS, dass die Proteste ein deutliches Signal an das Xbox-Management senden sollen. Das Unternehmen dürfe die Entlassungen nicht einfach als abgeschlossene Angelegenheit betrachten. Stattdessen wolle die Gewerkschaft zeigen, dass sie geschlossen hinter den betroffenen Mitarbeitern steht.
Darüber hinaus verweist OneBGS auf das in den USA vorgeschriebene sogenannte „Effects Bargaining“. Dabei handelt es sich um Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft über die Folgen der Entlassungen für die Beschäftigten.
Im Rahmen dieser Gespräche möchte die Gewerkschaft unter anderem erreichen, dass betroffene Mitarbeiter bevorzugt auf offene Stellen innerhalb von Xbox oder Microsoft versetzt werden. Zusätzlich fordert OneBGS höhere Abfindungen, eine verlängerte Gesundheitsversorgung sowie ein Rückkehrrecht für entlassene Beschäftigte, falls Bethesda künftig wieder Personal einstellt.
Die Stellenstreichungen sind Teil der umfassenden Umstrukturierung der Xbox-Sparte. Microsoft hatte angekündigt, im Laufe des Geschäftsjahres 2027 insgesamt 3.200 Arbeitsplätze abzubauen. Rund 1.600 Entlassungen wurden bereits umgesetzt.
Gleichzeitig sollen mehrere Studios künftig unabhängig weitergeführt oder an neue Eigentümer übergehen. Nach aktuellem Stand plant Microsoft jedoch keine vollständigen Studioschließungen oder die Einstellung bereits angekündigter Spiele.
Berichten zufolge soll sich Bethesda künftig stärker auf seine größten Marken konzentrieren. Dazu zählen unter anderem The Elder Scrolls, Fallout, DOOM, Quake und Wolfenstein.

