Bei Devolver Digital steht eine grundlegende Veränderung bevor. Der Indie-Publisher plant, sich vom AIM-Markt der London Stock Exchange zurückzuziehen und wieder als privates Unternehmen weiterzumachen. Einen entsprechenden Vorschlag hat das Unternehmen gegenüber seinen Investoren veröffentlicht.
Devolver begründet den Schritt unter anderem mit den Besonderheiten des eigenen Geschäftsmodells. Als Publisher und Entwickler von Indie-Spielen sei die finanzielle Entwicklung stark davon abhängig, wann einzelne Spiele erscheinen und welchen wirtschaftlichen Erfolg diese erzielen.
Ein zentraler Punkt betrifft dabei die teilweise schwer vorhersehbaren Entwicklungszeiten von Videospielen. Verschiebungen oder unterschiedlich große Veröffentlichungen können dazu führen, dass die finanziellen Ergebnisse zwischen einzelnen Berichtszeiträumen deutlich schwanken. Nach Ansicht des Vorstands passt diese Entwicklung nur bedingt zu den Anforderungen des Aktienmarktes. Dort werde bei den halbjährlichen Finanzberichten stärker auf ein vorhersehbares und kontinuierliches Wachstum geachtet. Devolver sieht sich dadurch teilweise unter Druck gesetzt, kurzfristige Erwartungen des Marktes erfüllen zu müssen. Diese würden laut Unternehmen jedoch nicht immer den langfristigen Wert des Spieleportfolios und der eigenen Entwicklungspipeline widerspiegeln.
In seiner Mitteilung verweist Devolver zudem auf die schwierige Situation innerhalb der Games-Branche. Das Unternehmen musste in den vergangenen Jahren mit verschiedenen operativen Herausforderungen umgehen. Dazu gehörten mehrere Spiele, die hinter den Erwartungen zurückblieben, sowie ein zunehmend umkämpfter Markt. Mit dem geplanten Rückzug von der Börse möchte sich Devolver stärker darauf konzentrieren, seine finanzielle Entwicklung zu verbessern und Entscheidungen langfristiger auszurichten.
Der Schritt würde konkret bedeuten, dass die Aktien von Devolver Digital künftig nicht mehr am AIM-Markt der London Stock Exchange gehandelt werden. Damit würde für den Publisher die Zeit als börsennotiertes Unternehmen enden.

