Beton, verlassene Baustellen und ungenutzte Flächen sollen wieder grün werden: Plant Everywhere von Entwickler und Publisher Liney Games zeigt sich im GamingUp Showcase 2026 mit seinem ungewöhnlichen Ansatz für ein Cozy Game. Statt einen eigenen Bauernhof aufzubauen, betreibst du Guerilla Gardening mitten in der Stadt, pflanzt auf vernachlässigten Flächen und verwandelst diese nach und nach in Gärten, die von der Gemeinschaft genutzt werden können.
Das Grundprinzip verbindet Gardening mit Erkundung und einer frei gestaltbaren Stadt. Pflanzen müssen nicht ausschließlich auf fest vorgegebenen Feldern platziert werden. Stattdessen setzt Liney Games auf ein Freeform-System, mit dem unterschiedliche Bereiche nach eigenen Vorstellungen begrünt werden können. Dabei geht es allerdings nicht nur um Dekoration. Unterschiedliche Pflanzen besitzen eigene Eigenschaften, können miteinander gekreuzt werden und helfen dabei, weitere Bereiche der Stadt zu erschließen. Gleichzeitig lernst du die Bewohner und ihre Geschichten kennen.
Plant Everywhere dreht das bekannte Farming-Prinzip ein Stück weit um. Statt ein eigenes Grundstück zu erhalten, auf dem nach Belieben angebaut werden darf, musst du dir geeignete Flächen innerhalb der Stadt suchen. Der Hintergrund ist dabei Teil der Geschichte. Unternehmen haben unvollendete Bauprojekte und schlecht gepflegte Anlagen zurückgelassen. Die betroffenen Bereiche werden nicht mehr sinnvoll genutzt und beeinträchtigen die Umgebung. Dein Charakter besitzt allerdings auch nicht einfach die Erlaubnis, diese Grundstücke zu übernehmen. Stattdessen werden die vernachlässigten Flächen kurzerhand bepflanzt und für die Gemeinschaft nutzbar gemacht. Das Guerilla Gardening bildet damit nicht nur eine Spielmechanik, sondern auch die Grundlage des Szenarios. Zu Beginn stehen dafür vor allem die bereits vorhandenen Erdflächen zur Verfügung. Dort können erste Pflanzen gesetzt und anschließend gepflegt werden. Mit der Zeit sollen sich die Möglichkeiten erweitern. Neue Pflanzenarten und Werkzeuge ermöglichen es, weitere Bereiche zu erreichen und schließlich immer größere Teile der Stadt zu begrünen.
Das Pflanzensystem geht über das einfache Setzen und Gießen hinaus. Wasser kann zunächst eingesetzt werden, damit Pflanzen schneller wachsen. Anschließend kommt die Bestäubung ins Spiel. Bereits vorhandene Pflanzen können bestäubt werden, um neue Samen zu erhalten. Noch interessanter wird das System durch die Kreuzbestäubung verschiedener Arten. Dadurch lassen sich neue Hybride entdecken. Die verschiedenen Pflanzen unterscheiden sich dabei nicht ausschließlich optisch. Einzelne Arten besitzen unterschiedliche Eigenschaften und kommen mit bestimmten Umweltbedingungen besser zurecht.
Das wird wichtig, weil nicht jeder Bereich der Stadt dieselben Voraussetzungen bietet. Einige Pflanzen können beispielsweise in verschmutzten Gebieten nicht überleben. Für solche Flächen muss deshalb zunächst eine passende Art gefunden oder eine andere Möglichkeit geschaffen werden, um dort etwas wachsen zu lassen. Dadurch ist die wachsende Pflanzensammlung gleichzeitig ein Teil der Progression. Je mehr Arten und Hybride du entdeckst, desto mehr Möglichkeiten entstehen für die Begrünung weiterer Stadtteile.
Bestimmte Pflanzen sollen sogar direkten Einfluss darauf haben, welche Gebiete erreicht werden können. Neue Arten funktionieren damit teilweise ähnlich wie Fähigkeiten in anderen Spielen: Erst wenn die passende Pflanze zur Verfügung steht, können zusätzliche Bereiche erschlossen werden. Auf diese Weise öffnet sich die Stadt schrittweise. Gleichzeitig werden weitere Teile ihrer Geschichte zugänglich. Plant Everywhere verbindet das Gardening dadurch mit Exploration. Neue Pflanzen werden nicht nur gesammelt, um die eigene Auswahl zu vergrößern, sondern dienen gleichzeitig als Werkzeug für den weiteren Fortschritt.
Dazu kommen klassische Crafting- und Upgrade-Systeme. Werkzeuge können hergestellt und verbessert werden, während zusätzliche Gegenstände weitere Möglichkeiten beim Pflanzen eröffnen. Das langfristige Ziel steckt bereits im Namen: Immer mehr Bereiche sollen bepflanzt werden, bis Grünflächen nicht mehr nur vereinzelt zwischen Beton und verlassenen Baustellen auftauchen.
Die Stadt besteht nicht ausschließlich aus anonymen Flächen. Während des Spiels lernst du verschiedene Bewohner und ihre persönlichen Geschichten kennen. Einige von ihnen schließen sich mit der Zeit der Aktion an und beginnen selbst dabei zu helfen, die Stadt zu begrünen. Dadurch wächst aus den anfänglichen Aktionen des eigenen Charakters zunehmend ein gemeinschaftliches Projekt. Das passt zum grundlegenden Ansatz des Spiels. Die neu entstandenen Gärten sind nicht ausschließlich für den eigenen Charakter gedacht, sondern sollen vernachlässigte Orte wieder für die Menschen nutzbar machen. Neben Gardening und Simulation führt Steam Plant Everywhere deshalb unter anderem auch als RPG, Life Sim, Sandbox, Collectathon und Exploration-Spiel. Gespielt wird aus einer Top-down-Perspektive.
Plant Everywhere ist als reines Singleplayer-Spiel konzipiert. Die Benutzeroberfläche und Untertitel sollen sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch verfügbar sein.
Wer selbst mit der Begrünung beginnen möchte, kann sich bereits für den Plant Everywhere Playtest auf Steam registrieren. Nach der Anmeldung wird eine Benachrichtigung verschickt, sobald Liney Games weitere Teilnehmer für den Test freischaltet.

