Wer gemeinsam mit Freunden Online ums Überleben kämpfen möchte, hat schon jetzt eine grosse Auswahl an Spielen. Sei es Dead by Daylight, Phasmophobia, 7 Days to Die oder andere beliebte Titel. Mit Mimic von Ryan Laley Games wartet jedoch ein besonders intensives Erlebnis auf die Spieler. Warum das so ist, hat mir Ryan Laley auf der Gamescom selbst verraten.
Das Ein-Mann-Projekt
Bevor wir darüber sprechen, was am Gameplay von Mimic so besonders ist, müssen wir erstmal etwas anderes besonderes hervorheben: den Entwickler selbst. Ryan Laley hat nämlich nicht nur das Spiel vollständig selbst entwickelt, sondern hat das Ganze als Nebenprojekt „einfach mal so nebenbei“ gemacht. Eigentlich arbeitet er nämlich mit anderen Studios zusammen, um ihnen bei der Entwicklung ihrer Spiele in Unreal Engine 5 zu helfen. So zum Beispiel aktuell auch für das kommende „No Law“ von Neon Giant.
Und dann gibt Ryan Laley zusätzlich noch auch Tipps an aufstrebende Entwickler auf YouTube. Dennoch hatte er in den letzten drei Jahren noch genug Zeit gefunden, um auch ein eigenes Spiel zu entwickeln.
Traue keinem Menschen
Mimic bedeutet übersetzt Nachahmer und trifft den Nagel auch direkt auf den Kopf. Wir finden uns nämlich in einem Szenario wieder, bei dem wir in einem Raumschiff auf die Sonne zufliegen und versuchen müssen zu entkommen. Dazu sind wir mit fünf bis zehn Spielern gemeinsam zwischen den Metallwänden des Raumschiffes gefangen und müssen Aufgaben bewältigen um zu entkommen. Das Problem ist: nicht jeder andere Mensch ist wirklich einer.
Ein Spieler übernimmt die Rolle des Aliens. Nun muss der Spieler sich so gut es geht tarnen und andere Spieler töten. Dazu kann man sich per Knopfdrück seiner menschlichen Haut entledigen und als Alien auf die Jagd gehen. Allerdings ist auch die Rolle der Mimic mit Taktik verbunden. Denn wenn der Spieler zu lange nicht in seine natürliche Form wechselt, tut das Spiel das einfach automatisch und man läuft Gefahr, seine Identität preiszugeben.
Jäger und Gejagte
Zwar können sich die Menschen nicht direkt gegen das Monster verteidigen, aber sie können die Beine in die Hand nehmen und weglaufen. Das Problem für alle Parteien: eigentlich wird jeder gejagt. Am Bord befindet sich nämlich auch ein grosser Android, der darauf programmiert ist, den Nachahmer zu töten. Da er jedoch nicht weiss, wer der Nachahmer ist, mäht er alles nieder, was ihm vor die Fäuste kommt.
Die Mimic ist dabei mit einem einzigen Treffer sofort tot, hat allerdings noch ein Ersatzleben. Menschen benötigen zwar drei Treffer, müssen aber bei jedem einzelnen neu taktieren. Jeder Treffer klaut nämlich nicht nur einen Lebens-, sondern auch einen Ausdauerbalken. Zum Glück gibt es aber Heilstationen, welche beide Balken wieder auffüllen können.
Stirbt ein Charakter jedoch völlig, ist man nicht automatisch aus dem Spiel. Das Chaos geht stattdessen weiter. Man kann nämlich entweder seinen Kameraden bei den Aufgaben helfen oder ihnen Streiche spielen.
Und dann gibt es da auch noch den Agenten. Dieser kann Freund oder Feind der Mimic sein. Er kann zum Beispiel dem Androiden befehlen, zu gewissen Orten auf der Karte zu gehen, wo sich gerade Spieler tummeln. Auch wenn der Agent weiss welcher Spieler die Mimic ist, hat selbige keine Ahnung, welcher Spieler ihr eigentlicher Verbündeter ist. Killt sie zum Beispiel den Agenten, macht sie sich das Leben schwerer.
Affixe
Es schwerer machen ist ein gutes Stichwort: denn mit Affixen wird auch das Gameplay grundlegend verändert. Während in Online Partien zufällige Karten-Events diese Affixe sind, kann der Spielführer bei einer privaten Partie selber einstellen, wie das Chaos aussehen soll. So gibt es zum Beispiel Optionen, bei der die Spieler nur ein Bein haben und so nicht wirklich weglaufen können.
Ausserdem wird es für die Menschen zusätzlich schwer, wenn sich ihre Verdächtigen-Anzeige füllt. Dann macht der Android nämlich speziell Jagd auf sie. Wie die Anzeige steigen kann? Ganz einfach: dank des Proximity Chats können wir nämlich mit Spielern in unserer Nähe akustisch interagieren. Das kann dann in Wortgefechten, Beschuldigungen und Schreien enden.
Der besondere Twist: als Mimic sollte man sich vom Sprachchat fernhalten. Denn jedes Wort wird durch einen Stimmenverzerrer bearbeitet und so ist die Tarnung schnell dahin. Heisst also eigentlich, das alle Menschen zusammenarbeiten sollten, um die Aufgaben zu erledigen. Aber auch nur bis dahin: denn sollte die Mimic am Ende mit von Bord gehen, gewinnt sie trotzdem das Spiel.
Besonders interessant für Streamer wird auch die Integration des Twitch-Chats sein. Denn so kann das Publikum über den Chat ins Geschehen direkt eingreifen und weitere unerwartete Wendungen bringen.
Ein bunter Mix
An der ein oder anderen Stelle habt ihr sicherlich kurz gestockt und euch bestimmt gedacht „Woher kenne ich das schon?“ Die Antwort ist simpel: aus anderen Spielen. Denn Ryan Laley hat bewusst Elemente anderer Spiele aufgenommen und sie in ein wirkliches Horror-Erlebnis umgewandelt.
Wahrscheinlich wird euch das oben beschriebene direkt an Among Us erinnern, denn der Rahmen der Karte ist der gleiche. Es spielt auf einem Schiff, es müssen Aufgaben erledigt werden und einer an Bord ist eigentlich ein Feind. Dabei wird das Raumschiff nur die erste Karte sein. Diese wird mit dem Early Access zusammen am 27. Oktober auf PC, PlayStation und XBOX rauskommen und ja, das Spiel unterstützt plattformübergreifendes Spielen.
Die zweite Karte soll dann zur Weihnachtszeit folgen und hat ein passendes Schnee-Thema. Hier soll dann aber nicht Among Us als Gameplay-Vorlage dienen, sondern das eingangs erwähnte Dead by Daylight.
Für Karte Nummer Drei soll das Coop-Klau-Spiel R.E.P.O. die Grundlage sein und wahrscheinlich mit dem vollständigen Spiel im kommenden Jahr zusammen veröffentlicht werden.
Kein Live-Service-Spiel
Ebenfalls zu erwähnen ist auch der Verzicht auf einen Live-Service. Das Spiel wird keinen Battlepass oder Mikrotransaktionen unterstützen. Stattdessen bekommen Spieler mit dem Kauf das vollständige Spiel samt zukünftiger kostenloser Updates. Der Verzicht auf ein Live-Service-System ist dabei nicht nur seiner Ein-Mann-Arbeit geschuldet. Ryan Laley verzichtet bewusst darauf, damit es rein ums Spiel geht und nicht um irgendwelche Käufe.
Vor allem beim Thema Skins wird er dabei deutlich: „Wenn ich mir Dead by Daylight zum Beispiel anschaue, dann finde ich, dass es inzwischen mehr darum geht, das nächste Franchise ins Spiel zu integrieren und abgedrehte Kostüme ins Spiel zu bringen. Mimic soll sich aber auf ein immersives Multiplayer Horror-Szenario konzentrieren und abgedrehte Skins für den Androiden oder der Mimic wären da nur störend.“
Verborgene Details
Mimic soll aber nicht nur ein immersives Horror-Erlebnis werden. Stattdessen hat Ryan Laley auch das ein oder andere Geheimnis auf den Karten platziert. Egal ob es dabei um Sammlergegenstände geht oder der Aufdeckung der Geschichte der Mimic. Ryan Laley möchte dass sich Spieler beispielweise auf Reddit zusammenfinden und gefundene Geheimnisse miteinander teilen.
Wieviel Chaos dabei vor allem auch mit der Twitch-Integration entstehen könnten, wird sicherlich auch schon der Playtest im September zeigen. Dort können Streamer nämlich gemeinsam mit ihrem Publikum in den Horror einsteigen, bevor am 27. Oktober der Early Access startet.
![[gamescom preview] Mimic – Traue keinem Menschen](https://motekgames.de/wp-content/uploads/2026/08/Mimic_2026_08_26_01-1140x570.jpeg)
