
Ein neues Entwicklerstudio, eine deutlich größere Spielwelt, fast 50 lizenzierte Busse und erstmals auch Reisebusse: Bus Simulator 27 will die bekannte Reihe in mehreren Bereichen erweitern und gleichzeitig das vertraute Gefühl der Vorgänger bewahren.
Nach vielen Stunden mit früheren Teilen waren wir entsprechend gespannt darauf, wie sich der neue Ableger unter der Leitung von Simteract schlägt. Kann Felicia Bay mit seinen Städten, Landstraßen und neuen Management-Möglichkeiten überzeugen? Und gelingt es Bus Simulator 27, die Reihe sinnvoll weiterzuentwickeln? Wir haben uns hinter das Steuer gesetzt und es herausgefunden.
Zurück auf die Straße – Ein neues Busunternehmen für Felicia Bay

Bus Simulator 27 verfrachtet uns in die fiktive Region Felicia Bay, die deutlich von Portugal und Spanien beziehungsweise der Iberischen Halbinsel inspiriert wurde. Der öffentliche Nahverkehr liegt hier seit einigen Jahren weitgehend brach. Unter anderem Korruption bei den früheren Dienstleistern hat dazu geführt, dass die Region ohne funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz dasteht.
Und spätestens hier hatten wir ein ziemlich deutliches Déjà-vu. Denn wieder einmal übernehmen wir ein Busunternehmen und sollen ein kaum vorhandenes Verkehrsnetz Schritt für Schritt aufbauen und immer weiter ausbauen. Dieses Grundgerüst kennen wir mittlerweile aus mehreren Vorgängern und Bus Simulator 27 unternimmt kaum einen ernsthaften Versuch, daran etwas zu ändern. Neue Region, neue Namen, etwas andere Vorgeschichte, im Kern wird uns jedoch erneut die gleiche Ausgangslage präsentiert. Gerade mit einem neuen Entwickler hinter der Reihe hätten wir uns hier deutlich mehr Mut und vor allem frische Ideen gewünscht.
Felicia Bay besteht aus insgesamt 20 Bezirken und umfasst mit Alcaztelar und Mequina zwei größere Städte. Dazu kommen kleinere Orte, ländliche Regionen, Küstenstraßen, Industriegebiete und kurvige Bergstrecken. Die unterschiedlichen Gebiete werden nach und nach miteinander verbunden. Neu sind dabei vor allem die Reisebusse. Erstmals innerhalb der Reihe können wir längere Überlandverbindungen bedienen und dadurch nicht mehr ausschließlich klassische Stadtlinien aufbauen.

Für den Einstieg stehen drei Spielmodi zur Verfügung. Der Story-Modus verbindet den Unternehmensaufbau mit Missionen und führt uns schrittweise an die verschiedenen Mechaniken heran. Gerade Neueinsteiger bekommen dadurch erklärt, wie ein Bus bedient wird, wie wir mit Fahrgästen umgehen und schließlich unseren eigenen Fuhrpark aufbauen. Die eigentliche Geschichte und insbesondere die Dialoge bleiben allerdings eher Mittel zum Zweck. Eine besonders spannende Inszenierung sollten wir hier nicht erwarten.
Mehr Freiheiten bietet der Career-Modus. Hier fallen die Story-Missionen weg und wir entscheiden selbst, in welcher Reihenfolge wir Bezirke erschließen und unser Verkehrsunternehmen ausbauen. Wer sich überhaupt nicht mit Fortschritt, Geld oder Freischaltungen beschäftigen möchte, kann wiederum zum Sandbox-Modus greifen. Dort stehen unbegrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung und die Inhalte sind direkt freigeschaltet.
Inhaltlich kann sich Bus Simulator 27 dabei zunächst durchaus sehen lassen. Mehr als 45 offiziell lizenzierte Fahrzeuge von 13 Herstellern stehen zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem MAN, IVECO BUS, Scania, Volvo und erstmals Solaris. Neben klassischen Solobussen dürfen wir Gelenkbusse, Doppeldecker, Elektrobusse und die neuen Reisebusse fahren.
Gerade diese Mischung aus großer Karte, umfangreichem Fuhrpark und verschiedenen Spielmodi vermittelt zunächst den Eindruck eines der umfangreichsten Teile der Reihe. Das Fundament ist also durchaus vorhanden. Leider dauert es nicht lange, bis die zahlreichen Probleme dieses Fundament massiv ins Wanken bringen.
Viel Management trifft auf viel Frust

Rein spielerisch will Bus Simulator 27 deutlich mehr sein als eine Simulation, in der wir lediglich von Haltestelle zu Haltestelle fahren. Wir erstellen eigene Linien, kaufen Fahrzeuge, stellen Mitarbeiter ein, verwalten Bezirke und Haltestellen und versuchen gleichzeitig, Reputation, Fahrgastzahlen und Profitabilität unseres Unternehmens zu verbessern.
Bei der Linienplanung unterscheiden wir zwischen City- und Intercity-Verbindungen. Stadtlinien konzentrieren sich auf Haltestellen innerhalb eines Bezirks, während Intercity-Linien mehrere Gebiete beziehungsweise Städte miteinander verbinden können. Anschließend legen wir unter anderem fest, ob eine Linie als Rundkurs oder als Verbindung zwischen zwei Endpunkten betrieben wird. Start- und Endzeiten, Frequenz sowie Pausenzeiten lassen sich ebenfalls einstellen.
Sogar die möglichen Kurvenradien können bei der Planung berücksichtigt werden. Das ist insbesondere bei größeren Gelenkbussen und Reisebussen sinnvoll, die auf engen Straßen deutlich schwieriger zu bewegen sind. Hier zeigt Bus Simulator 27 durchaus, welches Potenzial in seinen Management-Systemen steckt.
Auch die einzelnen Bezirke entwickeln sich weiter. Bedienen wir Haltestellen regelmäßig, sammeln die jeweiligen Gebiete Erfahrungspunkte und steigen im Level. Dadurch werden unter anderem Haltestellen verbessert und deren Kapazitäten erhöht. Besonders schön ist, dass wir diese Entwicklung anschließend tatsächlich innerhalb der Spielwelt sehen können. Verbesserte Haltestellen existieren also nicht nur als abstrakter Wert in einem Menü.
Zusätzlich spielt die Netzabdeckung eine wichtige Rolle. Je mehr Haltestellen eines Bezirks an aktive Linien angeschlossen sind, desto besser fällt unsere Coverage aus. Zusammen mit Ruf, Fahrgastzahlen und Rentabilität beeinflussen diese Werte letztlich das Rating unseres Unternehmens.

Unsere Mitarbeiter besitzen Werte für Fahren, Social und Professionalität. Gerade der Professionalitäts-Wert ist interessant, da wir ihn erst erfahren, nachdem wir einen Fahrer eingestellt haben. Dazu kommen Vorteile, Werbung und verschiedene Unternehmensberichte. Werbekampagnen bescheren uns beispielsweise zusätzliche Einnahmen und sind sogar direkt auf den ausgewählten Bussen sichtbar. Selbst für den Fahrer auf der Frontscheibe.
Beim Fuhrpark gibt es ebenfalls einiges zu entdecken. Neue Hersteller müssen zunächst über sogenannte Brand Points freigeschaltet werden. Dieses System dürfte allerdings Geschmackssache sein. Uns gefällt es weniger gut, dass der Fahrzeugkauf dadurch zusätzlich an Hersteller-Freischaltungen gebunden ist. Ähnlich verhält es sich mit den Bezirken, deren Fortschritt ebenfalls an Schlüssel und Level-Ups gekoppelt wird.
Sehr umfangreich fällt dagegen die Individualisierung der Busse aus. Lackierung, Oberflächen, Muster, Liveries, Decals und sogar Kennzeichen lassen sich verändern, zumindest die Plakette, die Buchstaben und Zahlen nicht. Auch im Innenraum dürfen wir unter anderem Bodenmuster, Sitze und Polsterungen anpassen. Zusätzlich wird Modding unterstützt.
Eigentlich macht das Busfahren Spaß

Mit einem Controller lassen sich die wichtigsten Funktionen über Shortcuts erreichen. Feststellbremse oder das Öffnen der Türen können dadurch schnell bedient werden. Für zahlreiche weitere Funktionen müssen wir allerdings ein ziemlich vollgestopftes Ingame-Menü verwenden. Klimaanlage, Beleuchtung und einzelne Türen sind nur einige der Möglichkeiten. Gerade am Anfang kann das schnell unübersichtlich werden.
Die verschiedenen Fahrzeugklassen besitzen grundsätzlich ein spürbares Gewicht und insbesondere bei größeren Bussen müssen wir Kurvenradius und Fahrzeugposition berücksichtigen. Gelenkbusse, Doppeldecker und Reisebusse sorgen dadurch für etwas Abwechslung. Die grundsätzliche Fahrphysik bewegt sich allerdings eher zwischen Zugänglichkeit und Simulation, anstatt eine besonders anspruchsvolle realistische Simulation bieten zu wollen.
Fahrgäste sind ebenfalls wieder mehr als reine Dekoration. Sie können einschlafen, zu laut Musik hören oder andere Störungen verursachen. Wir können sie ansprechen und notfalls sogar aus dem Bus werfen. Rollstuhlfahrer benötigen wiederum eine Rampe, die je nach Einstellung manuell oder automatisch bedient werden kann. Außerdem können wir Fahrscheine kontrollieren.
Mit der Funktion „Join Trip“ dürfen wir sogar selbst als Passagier mitfahren, während ein KI-Fahrer den Bus übernimmt. Dadurch können wir beispielsweise als Kontrolleur durch das Fahrzeug laufen. Die Möglichkeiten bleiben dabei allerdings eingeschränkt. Fenster lassen sich beispielsweise nicht öffnen und selbst die Stopptasten können wir nicht betätigen. Zudem stellt man auch sehr schnell fest, warum man die KI nicht fahren lassen sollte.

Während unserer Fahrten blieb der KI-Fahrer teilweise ohne ersichtlichen Grund mitten auf der Strecke stehen und setzte seine Fahrt einfach nicht mehr fort. Noch problematischer wird es an Haltestellen. Diese werden teilweise nicht richtig angefahren, wodurch der Bus den Verkehr blockiert und sich innerhalb kürzester Zeit mehrere Fahrzeuge dahinter aufreihen können.
Auch Kurven stellen die KI regelmäßig vor erstaunlich große Herausforderungen. Dabei spielt es teilweise kaum eine Rolle, wie breit die Straße ist oder ob wir mit einem kurzen Bus unterwegs sind. Statt sauber durch die Kurve zu fahren, landet der Bus an der Straßenbegrenzung und bleibt dort im schlimmsten Fall hängen. Besonders absurd wird es, wenn wir selbst fahren: Halten wir ordnungsgemäß an einer Haltestelle, kann es passieren, dass uns ein KI-gesteuerter Bus einfach von hinten auffährt. Von einem glaubwürdigen öffentlichen Nahverkehr kann bei einem solchen Verhalten kaum die Rede sein.
Auch die Zufriedenheit der Fahrgäste könnte besser kommuniziert werden. Temperatur und Klimaanlage spielen beispielsweise eine Rolle, allerdings erfahren wir häufig erst nach Abschluss einer Fahrt anhand der Bewertungen, dass sich jemand unwohl gefühlt hat. Direktes Feedback während der Fahrt fehlt. Die abschließenden Bewertungen umfassen dafür verschiedene Kategorien wie Komfort, Fahren, Zuverlässigkeit, Regeln, Social und Tickets.
Und dann kommen die Bugs

All diese Systeme klingen auf dem Papier umfangreich. Das Problem ist nur, dass Bus Simulator 27 in der von uns getesteten Version technisch dermaßen unfertig wirkt, dass uns die Freude daran regelmäßig genommen wurde. Bereits während unseres mehr als halbstündigen Hands-ons auf der gamescom waren die Probleme deutlich erkennbar. In der Vollversion hat sich die Situation für uns nicht ausreichend verbessert.
Das beginnt bei regelmäßigen Spielabstürzen und reicht bis zu Mechaniken, die schlicht nicht zuverlässig funktionieren. Korrekt angefahrene Bushaltestellen werden teilweise nicht anerkannt. Busanzeigen zeigen „Außer Betrieb“, obwohl wir gerade eine reguläre Linie bedienen. Fahrgäste verschwinden, sobald wir uns ihnen nähern. Besonders irritierend ist das am Kassenterminal, wenn ein NPC plötzlich ausgeblendet wird, weil er unserem Charakter zu nahe kommt.
Auch die Bewertung unseres Fahrverhaltens funktioniert nicht zuverlässig. Richtiges Blinken wird teilweise falsch oder überhaupt nicht angerechnet. Beim Abbiegen oder Verlassen einer Haltestelle kassieren wir Strafen, obwohl wir aus unserer Sicht korrekt handeln. Teilweise entsteht der Eindruck, dass das Spiel erwartet, dass wir ungewöhnlich lange blinken. An Bahnübergängen können wiederum Strafen wegen eines angeblich überfahrenen Bordsteins auftreten, unabhängig davon, wie vorsichtig wir fahren.
Noch problematischer ist der KI-Verkehr. Fahrzeuge bleiben mitten auf Straßen oder Kreuzungen stehen, ignorieren Vorfahrtsregeln oder fahren trotz roter Ampel weiter. Dadurch entstehen Situationen, die wir selbst kaum verhindern können und für die am Ende trotzdem wir bestraft werden. Entstehende Staus lösen sich teilweise dadurch auf, dass Fahrzeuge einfach verschwinden.
Ähnlich merkwürdig verhalten sich Fußgänger und Fahrgäste. NPCs stehen teilweise falsch herum an der Kasse oder reagieren unnatürlich auf ihre Umgebung. Bei Regen passen Fahrgäste weder Kleidung noch Verhalten sichtbar an. Regenschirme sucht man ebenfalls vergeblich.

Dazu kommen weitere technische und spielerische Fehler. Bei manchen Bussen entfernen die Scheibenwischer den Regen nicht von der Windschutzscheibe und sind damit praktisch nutzlos. Ab dem zweiten Bezirk kann das GPS Probleme verursachen beziehungsweise ausfallen, wodurch plötzlich die Orientierung auf der Route fehlt. Gleichzeitig fühlt sich die Bussteuerung teilweise schwammig an.
Auch die Kamerasteuerung wirkt nicht konsistent. Zu Fuß kann sie extrem schnell reagieren, während sie im Cockpit bei derselben Einstellung plötzlich deutlich langsamer ist. Der Fahrkartenverkauf wurde ebenfalls vereinfacht, da Fahrgäste am Terminal offenbar nur noch mit Karte bezahlen. Gerade eine eigentlich kleine Tätigkeit verliert dadurch einen Teil ihrer bisherigen Interaktion, aber dies merke ich selbst bei regelmäßigen Busfahrten. Mein Busunternehmen vor Ort bietet im Bus nur noch die Einfache Fahrt, kein Tagesticket, Hin-/Rückfahrtticket usw.
Das Resultat ist besonders frustrierend, weil unter den Fehlern durchaus ein umfangreiches und interessantes Spiel steckt. Doch wenn grundlegende Abläufe wie Haltestellen, Verkehrsregeln, Navigation oder NPC-Verhalten nicht zuverlässig funktionieren, wird aus einer eigentlich entspannten Busfahrt schnell eine Geduldsprobe.
Der kooperative Multiplayer für bis zu vier Spieler kann daran nur bedingt etwas ändern. Gemeinsam können wir unser Verkehrsunternehmen aufbauen, Linien bedienen und die verschiedenen Aufgaben untereinander verteilen. Gerade mit Freunden ist das grundsätzlich eine passende Erweiterung der Management-Systeme. Die technischen Probleme verschwinden dadurch allerdings nicht.
Iberisches Urlaubsgefühl mit technischen Baustellen

Optisch gehört Felicia Bay zunächst zu den stärkeren Seiten von Bus Simulator 27. Die Inspiration durch die Iberische Halbinsel ist deutlich zu erkennen. Vor allem die Städte vermitteln mit ihren Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten ein passendes südeuropäisches Flair.
Die 20 Bezirke unterscheiden sich zumindest teilweise voneinander. Küstenstraßen treffen auf bergige Abschnitte, Städte und Industriegebiete. Gerade markante Sehenswürdigkeiten helfen bei der Orientierung und sorgen dafür, dass einzelne Teile der Städte schnell einen Wiedererkennungswert bekommen. Außerhalb der urbanen Gebiete fehlt es dagegen teilweise an dieser Abwechslung. Einige ländliche Bereiche sehen sich recht ähnlich, wodurch wir ohne Karte deutlich schneller die Orientierung verlieren.
Wir dürfen unseren Bus jederzeit verlassen und Felicia Bay aus der Third-Person-Perspektive erkunden. Viel zu entdecken gibt es abseits einiger Sammelobjekte allerdings nicht. Die große Spielwelt dient damit in erster Linie als Kulisse für unsere Linien.
Für zusätzliche Abwechslung sorgen ein vollständiger Tag-Nacht-Wechsel und dynamisches Wetter. Sonnenschein, Regen, verschiedene Nebelstufen, Bewölkung, Starkregen und Gewitter sind vorhanden. Jahreszeiten oder Schnee gibt es dagegen nicht. Zusätzlich können Ereignisse wie liegengebliebene Fahrzeuge, blockierte Busspuren oder defekte Ampeln auftreten.

Interessant ist die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Grafikstilen. „Classic“ verwendet ein stärkeres cinematic Colour Grading und präsentiert Felicia Bay dadurch farbenfroher und stilisierter. „Realistic“ verzichtet weitgehend darauf und setzt auf natürlichere Farben. Welche Variante besser gefällt, bleibt damit unserem persönlichen Geschmack überlassen.
Die Busmodelle selbst können ebenfalls überzeugen. Die offiziell lizenzierten Fahrzeuge wurden detailliert umgesetzt und profitieren zusätzlich von den umfangreichen Möglichkeiten zur Individualisierung.
Umso störender fallen die visuellen Fehler auf. Fehlende Assets und plötzlich verschwindende NPCs reißen uns regelmäßig aus der Spielwelt. Dass Fahrgäste bei schlechtem Wetter kaum sichtbar reagieren und teilweise sogar direkt vor uns verschwinden, passt nicht zu dem Anspruch einer lebendigen Simulation.
Das ist schade, denn grundsätzlich kann Felicia Bay wirklich hübsch aussehen. Eine große Karte und detaillierte Busmodelle helfen jedoch nur begrenzt, wenn technische Fehler die Atmosphäre immer wieder zerstören.
Motoren, Verkehr und Atmosphäre

Beim Sound setzt Bus Simulator 27 auf die typische Geräuschkulisse eines Bussimulators. Die verschiedenen Fahrzeuge, der Straßenverkehr und die Umgebung begleiten unsere Fahrten durch Felicia Bay und unterstützen grundsätzlich das Gefühl, mit einem großen Fahrzeug durch eine belebte Region unterwegs zu sein.
Gerade zusammen mit dem Tag-Nacht-Wechsel, wechselnden Wetterbedingungen und den unterschiedlichen Gebieten entsteht dadurch grundsätzlich eine passende Atmosphäre. Stadtverkehr fühlt sich anders an als eine längere Fahrt über Land oder durch die bergigen Regionen.
Der Sound steht allerdings deutlich weniger im Mittelpunkt als die spielerischen und technischen Systeme. Besonders hervorstechende Elemente, die das Erlebnis gegenüber den Vorgängern auf ein neues Niveau heben würden, konnten wir nicht feststellen. Vielmehr erfüllt die akustische Gestaltung ihren Zweck und begleitet die Fahrten solide.
Das größere Problem liegt auch hier indirekt wieder in der technischen Umsetzung des gesamten Spiels. Eine glaubwürdige Geräuschkulisse kann nur begrenzt für Immersion sorgen, wenn vor uns NPCs verschwinden, Fahrzeuge Kreuzungen blockieren, die Navigation ausfällt oder eine eigentlich korrekt ausgeführte Aktion plötzlich bestraft wird. Dadurch wird auch die Atmosphäre immer wieder unterbrochen.
The Review
Bus Simulator 27 (PC)
Bus Simulator 27 hätte mit seiner großen Karte, dem umfangreichen Fuhrpark und den erweiterten Management-Möglichkeiten eigentlich das Potenzial für einen starken neuen Serienteil. Doch der technisch unfertige Zustand macht uns einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Abstürze, fehlerhafte Mechaniken, eine katastrophale Verkehrs-KI und zahlreiche weitere Bugs sorgen dafür, dass sich das Spiel für uns eher wie eine Beta als eine fertige Vollversion anfühlt. Gerade weil wir von der Reihe bislang eine deutlich höhere Qualität gewohnt waren, ist das Ergebnis besonders enttäuschend. Aktuell können wir vom Kauf zum Vollpreis nur abraten und empfehlen, auf umfangreiche Patches zu warten oder weiterhin zum Bus Simulator 21 zu greifen.
PROS
- Große und abwechslungsreiche Spielwelt Felicia Bay
- Fast 50 offiziell lizenzierte Busse von 13 verschiedenen Herstellern
- Reisebusse erstmals Teil der Reihe
- Sichtbare Verbesserungen von Haltestellen und Bezirken
CONS
- Technisch völlig unfertiger Zustand
- Regelmäßige Spielabstürze
- Zahlreiche fehlerhafte oder nicht funktionierende Mechaniken
- Katastrophale Verkehrs-KI und fehlerhafte Bewertungen des Fahrverhaltens
- Schwammiges Fahrgefühl und inkonsistente Kamerasteuerung

