Trotz zahlreicher Updates und der massiven „Test of Time“-Überarbeitung im Mai scheiden sich an Civilization VII weiterhin die Geister. Mit durchwachsenen Steam-Bewertungen (aktuell 50-53 Prozent positiv) kämpft Entwickler Firaxis um die Gunst der 4X-Strategie-Fans und hat nun die Roadmap für die kommenden zwölf Monate enthüllt. Das Highlight: Ein gewaltiges, kostenloses Update für 2027, das die bisherige historische Endgrenze des Spiels von 1950 aufwirft und die Ära bis zum Jahr 2050 öffnet.
Das „Arc of Tomorrow“-Update
Bisher mussten Spieler auf moderne Militärtechnik wie Atom-U-Boote oder Interkontinentalraketen verzichten. Das für 2027 angekündigte Update „Arc of Tomorrow“ soll noch umfangreicher ausfallen als der letzte große Patch und fügt Civilization VII einen kompletten vierten Akt hinzu. Im Zentrum steht ein stark erweitertes Nuklear-Gameplay. Neben neuen Einheiten und einem laut Entwickler „spaßigen Twist“ zum Prinzip der gegenseitigen zugesicherten Zerstörung (MAD) halten auch moderne Diplomatie-Optionen Einzug. Herrscher können die nukleare Abrüstung vorantreiben oder die Produktion von Sprengköpfen eskalieren lassen, wodurch die Weltuntergangsuhr gnadenlos in Richtung Mitternacht tickt.
Kalter Krieg und Hollywood-Kultur
Auch abseits von Atomwaffen zieht die Moderne ins Spiel ein. Siedlungen lassen sich künftig in Stadtstaaten umwandeln, um über diese Stellvertreterkriege zu führen. So lassen sich Konflikte im Stil des Kalten Krieges austragen, ohne das eigene Imperium direkt in einen offenen Krieg zu stürzen. Zudem können neue Ressourcen wie angereichertes Uran hergestellt werden. Auch die Kultur kommt nicht zu kurz: Über das System der „Großen Filmwerke“ schickt man Filmcrews rund um den Globus auf die Suche nach perfekten Drehorten.
Expansion „Earthrise“ bringt die Raumfahrt
Während „Arc of Tomorrow“ für alle Spieler kostenlos sein wird, erscheint parallel dazu die erste kostenpflichtige Erweiterung namens „Earthrise“. Diese widmet sich der Erforschung des Weltraums, komprimiert die Thematik aber nicht nur auf das End-Game. Die astronomischen Ambitionen ziehen sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte: Schon in der Antike lässt sich der Sternenhimmel kartografieren und benennen. Erst mit dem späteren technischen Fortschritt starten Spieler orbitale Missionen und gründen schließlich ihre eigene Raumfahrtbehörde zur Erkundung des Sonnensystems.
Zusammen mit der Roadmap hat Firaxis bereits Update 1.5.0 veröffentlicht, das die Ressourcengenerierung verbessert und eine neue Erdkarte mit historisch akkuraten Startpositionen bringt. Ob die zukünftigen Neuerungen den Karren aus dem Dreck ziehen, bleibt fraglich, da seit dem Release vor eineinhalb Jahren nur spärliche Verbesserungen kamen und das Spielprinzip ansich schon den allermeisten Fans nicht gefällt.

