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Professional Ship Simulator – Early Access Review (PC)

© Aerosoft

Professional Ship Simulator – Early Access Review (PC)

by Paul Motek
9. Oktober 2026
in Games Review, Review
© Aerosoft

Ein Schiff durch einen Hafen zu manövrieren, klingt zunächst nach einer einfachen Aufgabe. Motor starten, Kurs setzen und langsam zum gewünschten Liegeplatz fahren. Doch was passiert, wenn plötzlich der Wind dreht, die Strömung stärker wird und ein mehrere Tausend Tonnen schwerer Frachter nicht rechtzeitig zum Stehen kommt? Genau mit solchen Herausforderungen möchte uns Professional Ship Simulator konfrontieren. Statt unkomplizierter Bootsfahrten erwartet uns eine Simulation, in der nautisches Wissen, Geduld und vorausschauendes Handeln gefragt sind.

Entwickler SWE Systems und Publisher Aerosoft schicken uns mit Professional Ship Simulator auf den PC, wo wir unterschiedliche Schiffstypen steuern und zahlreiche Aufgaben aus der kommerziellen Schifffahrt übernehmen. Vom kleinen Schlepper bis zum gewaltigen Kreuzfahrtschiff sollen sich die Wasserfahrzeuge möglichst realistisch verhalten. Dazu kommen technische Bordsysteme, wechselnde Wetterbedingungen und ein Karrieremodus, in dem wir uns nach und nach hocharbeiten können.

Doch wie überzeugend funktioniert die maritime Simulation bereits im Early Access? Während die zahlreichen Schiffssysteme und abwechslungsreichen Tätigkeiten durchaus Interesse wecken, zeigen sich bei der Wasserphysik, der künstlichen Intelligenz und der technischen Umsetzung noch deutliche Schwächen. Wir haben uns angeschaut, wie viel echter Kapitän bereits in Professional Ship Simulator steckt und an welchen Stellen die Entwickler noch nachbessern müssen.

Vom kleinen Schlepper zum großen Frachter

© Aerosoft

Eine klassische Handlung mit ausgearbeiteten Charakteren, Dialogen oder einer durchgehenden Geschichte erwartet uns in Professional Ship Simulator nicht. Stattdessen steht unser beruflicher Werdegang in der Schifffahrt im Mittelpunkt. Wir übernehmen die Verantwortung für unterschiedliche Wasserfahrzeuge, erledigen Aufträge und arbeiten uns innerhalb eines Karrieresystems schrittweise nach oben. Dabei geht es weniger darum, eine Geschichte zu erzählen, sondern vielmehr darum, den Alltag verschiedener maritimer Berufe möglichst glaubwürdig nachzubilden.

Unsere Karriere beginnt mit überschaubaren Aufgaben, bevor wir uns an größere Schiffe und anspruchsvollere Einsätze wagen können. Durch abgeschlossene Tätigkeiten verdienen wir Geld, verbessern unseren Fortschritt und können zusätzliche Lizenzen erwerben. Diese ermöglichen uns wiederum den Zugang zu weiteren Schiffen und Einsatzmöglichkeiten. Langfristig sollen wir uns so eine eigene Flotte aufbauen können. Der Gedanke dahinter gefällt uns, denn gerade bei einer komplexen Simulation ergibt es Sinn, zunächst kleinere Wasserfahrzeuge kennenzulernen, bevor wir die Verantwortung für einen riesigen Frachter übernehmen.

Bereits zum Early-Access-Start stehen uns neun unterschiedliche Schiffstypen zur Verfügung. Dazu gehören Schlepper, Fischtrawler, Rettungsschiffe, Offshore-Schiffe und Yachten. Mit Containerschiffen, Massengutfrachtern, LNG-Tankern und Kreuzfahrtschiffen kommen deutlich größere Wasserfahrzeuge hinzu. Diese Auswahl sorgt für Abwechslung, da sich die Schiffe hinsichtlich ihrer Größe, ihres Einsatzzwecks und ihrer Manövriereigenschaften unterscheiden. Während wir mit einem kleinen Schlepper vergleichsweise flexibel im Hafen unterwegs sind, benötigen wir mit einem großen Frachtschiff deutlich mehr Platz und müssen unsere Bewegungen entsprechend früh planen.

Auch bei den beruflichen Tätigkeiten versucht Professional Ship Simulator, möglichst viele Bereiche der Schifffahrt abzudecken. Insgesamt stehen acht Missionstypen bereit, die unter anderem Frachttransporte, Fischfang, Rettungseinsätze, Offshore-Arbeiten, Schleppaufträge, die Wartung von Bojen und Brandbekämpfung umfassen. Hinzu kommen Aufgaben rund um den Hafenbetrieb. Besonders interessant finden wir dabei, dass die verschiedenen Tätigkeiten unterschiedliche Anforderungen an uns stellen. Ein Rettungseinsatz verlangt eine andere Herangehensweise als das vorsichtige Manövrieren eines Frachters oder das Einholen eines Fischfangs.

© Aerosoft

Die Spielwelt orientiert sich an realen geografischen Regionen. Unter anderem können wir rund um Rügen und in der Straße von Dover unterwegs sein. Darüber hinaus sind zahlreiche Häfen vorhanden, die wir im Verlauf unserer Karriere anlaufen können. Zwischen den einzelnen Einsatzorten begegnen wir anderen Schiffen, die von der künstlichen Intelligenz gesteuert werden. Dadurch entsteht zumindest grundsätzlich das Gefühl, dass wir uns in einer belebten Schifffahrtswelt bewegen und nicht allein auf einem riesigen Ozean unterwegs sind.

Der Karrieremodus selbst befindet sich allerdings noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Zum Start der Early-Access-Version sind zunächst die ersten beiden Karriereabschnitte enthalten. Das vorhandene Grundgerüst lässt bereits erkennen, in welche Richtung sich das Spiel entwickeln soll. Allerdings fehlt es stellenweise noch an einer klaren Führung durch die verschiedenen Tätigkeiten und Fortschrittssysteme. Gerade bei einem Simulator, der uns langfristig beschäftigen möchte, wäre eine nachvollziehbare Karriereentwicklung wichtig, damit wir jederzeit wissen, welche Aufgaben als Nächstes auf uns warten.

Auch die Motivation hängt stark davon ab, wie gut die einzelnen Missionen ineinandergreifen. Die Möglichkeit, Geld zu verdienen, neue Lizenzen freizuschalten und größere Schiffe zu übernehmen, bietet durchaus einen Anreiz. Allerdings können technische Probleme und Unklarheiten bei der Auftragsvergabe diesen Fortschritt ausbremsen. Wenn wir erst herausfinden müssen, wo neue Aufgaben verfügbar sind oder warum bestimmte Tätigkeiten nicht gestartet werden können, leidet darunter der Spielfluss.

Für die weitere Entwicklung haben die Verantwortlichen bereits zusätzliche Inhalte angekündigt. Neben weiteren Schiffen, Missionen und Szenarien soll auch Modding-Support hinzukommen. Damit könnten künftig eigene Schiffe, Missionen, Umgebungen, Sounds und sogar Flaggen erstellt werden. Gerade für eine Simulation dieser Art könnte das langfristig eine wichtige Rolle spielen, da die Community den vorhandenen Umfang erheblich erweitern könnte. Die Veröffentlichung der Vollversion ist derzeit für Mitte 2027 vorgesehen, wobei der tatsächliche Zeitpunkt vom Entwicklungsfortschritt und dem Feedback der Community abhängt.

Zwischen Radar, Leinenzug und Wellengang

© Aerosoft

Das eigentliche Herzstück von Professional Ship Simulator ist die Steuerung der unterschiedlichen Wasserfahrzeuge. SWE Systems möchte uns keine klassische Arcade-Erfahrung bieten, bei der wir lediglich beschleunigen, bremsen und die Fahrtrichtung bestimmen. Stattdessen sollen zahlreiche physikalische und technische Faktoren berücksichtigt werden, die auch in der echten Schifffahrt eine wichtige Rolle spielen. Dieser Anspruch macht sich bereits bei den ersten Manövern bemerkbar, denn ein Schiff lässt sich eben nicht wie ein gewöhnliches Straßenfahrzeug steuern.

Besonders beim Anlegen wird deutlich, worauf die Entwickler hinauswollen. Wir müssen unsere Geschwindigkeit frühzeitig reduzieren, den Abstand zum Kai einschätzen und gleichzeitig die Bewegungen unseres Schiffes berücksichtigen. Große Frachter besitzen aufgrund ihrer Masse eine erhebliche Trägheit und reagieren entsprechend langsam auf Kursänderungen. Wer zu spät abbremst oder ein Manöver falsch einschätzt, riskiert eine Kollision mit der Hafenanlage. Gerade diese langsamen und überlegten Bewegungen können überraschend spannend sein, weil bereits kleine Fehler erhebliche Auswirkungen haben können.

Neben der reinen Schiffsmasse versucht die Simulation auch Wind, Strömungen, Wellengang, Propellereffekte und den Einfluss von Ankern zu berücksichtigen. Hinzu kommen das Drehmoment der Propeller sowie die Spannung von Schlepp- und Festmacherleinen. Besonders bei Schlepperaufgaben werden diese Systeme wichtig, da wir andere Wasserfahrzeuge kontrolliert bewegen müssen. Dafür reicht es nicht, einfach eine Leine zu befestigen und den Motor auf volle Leistung zu stellen. Wir müssen unsere Position halten, den Leinenzug beobachten und darauf achten, dass wir weder mit dem geschleppten Schiff noch mit der Hafenanlage kollidieren.

Gerade die Schleppermissionen gehören für uns zu den interessanteren Tätigkeiten. Bevor wir überhaupt mit dem eigentlichen Schleppvorgang beginnen können, müssen wir den Hafen kontaktieren, einen Auftrag entgegennehmen und unser Schiff in die richtige Position bringen. Anschließend befestigen wir die Schleppleine und versuchen, das deutlich größere Wasserfahrzeug sicher zu bewegen. Dabei spielen auch die Azimutantriebe eine Rolle, deren Funktionsweise wir erst verstehen müssen. Solche Abläufe zeigen, wie viel Potenzial in der Simulation steckt, wenn mehrere technische Systeme sinnvoll zusammenarbeiten.

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Auch auf der Schiffsbrücke erwartet uns mehr als ein einfaches Steuerrad. Wir können verschiedene Navigations- und Überwachungssysteme nutzen, die sich an der tatsächlichen Ausstattung moderner Schiffe orientieren. Dazu gehören Radar, AIS und CPA, Sonar sowie Funkkommunikation. Mit diesen Instrumenten sollen wir unsere Umgebung beobachten, andere Wasserfahrzeuge erkennen und mögliche Kollisionsrisiken frühzeitig einschätzen können. Zusätzlich müssen wir uns mit der Energieversorgung und weiteren technischen Bordsystemen beschäftigen. Dadurch entsteht ein vergleichsweise umfangreiches Aufgabenfeld, das weit über die eigentliche Steuerung hinausgeht.

Allerdings verlangt Professional Ship Simulator gerade zu Beginn einiges an Einarbeitung. Die vielen Instrumente, Schalter und nautischen Fachbegriffe können schnell überfordern, wenn wir bisher hauptsächlich zugänglichere Simulationen gespielt haben. Zwar gibt es Tutorials, die uns grundlegende Funktionen wie das Anlegen, die Beleuchtung, die Nutzung von Seekarten oder den Umgang mit Sonar erklären, doch diese fallen teilweise noch zu oberflächlich aus. Einzelne Übungen können zudem durch Fehler im Spielablauf blockiert werden. Gerade bei komplexeren Systemen hätten wir uns ausführlichere Erklärungen gewünscht, damit wir die Zusammenhänge besser verstehen können.

Ein weiterer interessanter Bestandteil ist das Schadenssystem. Wenn wir beispielsweise mit einem Schiff gegen ein Hindernis fahren, kann dessen Rumpf beschädigt werden. Im schlimmsten Fall dringt Wasser ein, sodass wir die Bilgepumpen aktivieren müssen, um eine Überflutung zu verhindern. Solche Zwischenfälle haben direkte Auswirkungen auf unsere Tätigkeit und können einen zunächst ruhigen Einsatz plötzlich deutlich anspruchsvoller machen. Auch Reparaturen gehören zum Spielablauf. Beschädigte Schiffe können in einem Trockendock wieder instand gesetzt werden, wodurch Fehler nicht einfach folgenlos bleiben.

Besonders bei den Hafenarbeiten zeigt sich, wie viele einzelne Tätigkeiten die Entwickler bereits integriert haben. Wir können Festmacherleinen bedienen, Rampen absenken, Fahrzeuge verladen und verschiedene Abläufe rund um den Schiffsverkehr durchführen. Bei entsprechenden Einsätzen müssen wir beispielsweise eine Fähre am Terminal ausrichten, sichern und anschließend die Fahrzeuge an Bord lassen. Danach geht es zum nächsten Anleger, wo sich der Vorgang wiederholt. Solche Arbeitsabläufe sorgen dafür, dass wir tatsächlich einer Tätigkeit nachgehen und nicht nur von einem Hafen zum nächsten fahren.

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Allerdings funktioniert die Physik noch längst nicht in allen Situationen überzeugend. Obwohl die zahlreichen Systeme einen realistischen Eindruck vermitteln sollen, verhalten sich manche Schiffe teilweise zu leichtfällig. So können größere Wasserfahrzeuge mitunter deutlich schneller abbremsen, als es aufgrund ihrer Masse zu erwarten wäre. Gerade bei einer ernsthaften Schifffahrtssimulation fällt das negativ auf, denn die Trägheit großer Schiffe gehört zu den wichtigsten Eigenschaften, die bei jedem Manöver berücksichtigt werden müssen.

Die größten Schwächen zeigen sich derzeit beim Wellengang. Zwar bietet Professional Ship Simulator unterschiedliche Wetterbedingungen, darunter starken Wind, Regen, Nebel und Gewitter, doch die Auswirkungen der Wellen auf unsere Schiffe wirken nicht immer glaubwürdig. Während der Wind durchaus spürbaren Einfluss auf die Fahrtrichtung haben kann, bleibt der Wellengang stellenweise eher ein optischer Effekt. Selbst bei rauer See reagieren größere Schiffe mitunter überraschend wenig auf die Wasserbewegungen. Kleinere Boote können dagegen teilweise unnatürlich tief ins Wasser eintauchen, ohne dass sich daraus nachvollziehbare Konsequenzen ergeben.

Gerade hier hätten wir uns mehr Konsequenz gewünscht. Wenn wir bei schlechtem Wetter mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind, sollte das entsprechende Risiken mit sich bringen. Stattdessen entsteht teilweise der Eindruck, dass die Simulation zwar zahlreiche Einflussfaktoren berücksichtigt, diese aber noch nicht vollständig miteinander verknüpft sind. Das ist besonders schade, weil gerade die Wechselwirkung zwischen Wasser, Wetter und Schiff den Unterschied zwischen einer einfachen Bootssteuerung und einer anspruchsvollen maritimen Simulation ausmachen sollte.

Auch die künstliche Intelligenz benötigt weitere Verbesserungen. Andere Schiffe sorgen zwar grundsätzlich für mehr Verkehr auf den Wasserstraßen, verhalten sich aber nicht immer nachvollziehbar. Abrupte Kursänderungen oder ungewöhnliche Fahrmanöver können die ansonsten recht glaubwürdige Atmosphäre schnell stören. Gerade in engen Häfen oder bei Schleppaufträgen wird das problematisch, wenn wir unsere eigenen Bewegungen sorgfältig planen, während ein KI-gesteuertes Schiff plötzlich einen unerwarteten Kurs einschlägt.

Positiv fällt dagegen auf, dass Professional Ship Simulator bereits verschiedene Steuerungsmöglichkeiten berücksichtigt. Die Tastenbelegung lässt sich anpassen und auch externe Bedienfelder können grundsätzlich verwendet werden. Allerdings funktioniert die Erkennung zusätzlicher Hardware noch nicht immer zuverlässig. Für ambitionierte Simulationsfans ist dieser Ansatz dennoch interessant, da sich die Steuerung langfristig stärker an einem echten Schiffsarbeitsplatz orientieren könnte.

Insgesamt bietet das Gameplay bereits eine bemerkenswerte Vielfalt an technischen Systemen und beruflichen Tätigkeiten. Besonders dann, wenn wir uns konzentriert mit den Abläufen beschäftigen und ein schwieriges Manöver erfolgreich abschließen, entsteht ein befriedigendes Spielgefühl. Gleichzeitig bleibt aber festzuhalten, dass ausgerechnet die grundlegende Wasserphysik noch erhebliche Verbesserungen benötigt. Professional Ship Simulator besitzt bereits viele interessante Mechaniken, doch deren Zusammenspiel wirkt noch nicht durchgehend ausgereift.

Große Schiffe, weite See und kleine Schönheitsfehler

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Bei der grafischen Darstellung hinterlässt Professional Ship Simulator einen gemischten Eindruck. Einerseits können die großen Wasserfahrzeuge und weitläufigen Seegebiete durchaus überzeugen, andererseits fallen besonders bei genauerer Betrachtung zahlreiche Schwächen auf. Die Entwickler haben erkennbar viel Arbeit in die technischen Bestandteile der Schiffe investiert, während die übrige Umgebung teilweise weniger detailliert ausfällt. Dadurch schwankt die visuelle Qualität je nach Situation deutlich.

Zu den gelungenen Bereichen gehören vor allem die Schiffsmodelle. Besonders die größeren Frachter und Kreuzfahrtschiffe vermitteln durch ihre Abmessungen ein ordentliches Gefühl für Größe und Gewicht. Wenn wir mit einem solchen Wasserfahrzeug langsam in einen Hafen einlaufen oder uns entlang einer Kaimauer bewegen, kommt die Dimension der Schiffe gut zur Geltung. Auch die Beleuchtung kann in bestimmten Situationen überzeugen und sorgt zusammen mit der Wasseroberfläche für durchaus ansehnliche Momente.

Besonders stimmungsvoll wird es, wenn wir während einer längeren Fahrt den Wechsel zwischen Tag und Nacht erleben. Die dynamischen Wetterbedingungen tragen zusätzlich zur Atmosphäre bei. Nebel, Regen und wechselnde Lichtverhältnisse verändern das Erscheinungsbild der Umgebung und können gerade auf offener See für interessante Eindrücke sorgen. Wenn sich der Himmel langsam verdunkelt und wir mit unserem Schiff durch eine weitläufige Wasserlandschaft fahren, entsteht durchaus das Gefühl einer längeren Seereise.

Auch die Schiffsbrücken wurden mit zahlreichen Instrumenten und Bedienelementen ausgestattet. Unterschiedliche Bildschirme, Schalter und Anzeigen vermitteln zunächst den Eindruck eines umfangreichen Arbeitsplatzes. Besonders positiv ist, dass viele dieser Elemente nicht nur zur Dekoration dienen, sondern mit den technischen Systemen der Simulation verbunden sind. Dadurch erhalten die Cockpits einen funktionalen Charakter, der gut zum Anspruch des Spiels passt.

Allerdings zeigen sich bei den Innenräumen auch deutliche Wiederholungen. Verschiedene Schiffstypen verwenden teilweise identische Bedienelemente und sehr ähnliche Cockpitaufbauten. Das fällt besonders dann auf, wenn wir zwischen kleineren Booten und großen Schiffen wechseln. Eigentlich würden wir hier deutlich größere Unterschiede erwarten, da sich die Ausstattung einer Yacht oder eines Schleppers von der Brücke eines Kreuzfahrtschiffes unterscheidet. Durch die wiederverwendeten Elemente verlieren die einzelnen Wasserfahrzeuge etwas von ihrer Eigenständigkeit.

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Auch die Umgebung kann nicht immer mit den Schiffen mithalten. Während größere Hafenanlagen aus der Entfernung durchaus einen ordentlichen Eindruck machen, wirken einzelne Objekte bei näherer Betrachtung schlicht und wenig detailliert. Manche Texturen erscheinen unscharf oder flach, was besonders bei Gebäuden, Hafenobjekten und bestimmten Bestandteilen der Schiffe auffällt. Auch die Wasseroberfläche zeigt bei genauerem Hinsehen qualitative Unterschiede. Dadurch entsteht ein sichtbarer Kontrast zwischen den aufwendigeren Schiffsmodellen und den teilweise einfach gehaltenen Umgebungen.

Hinzu kommen kleinere grafische Ungereimtheiten, die den Realismus beeinträchtigen. Bei bestimmten Abläufen stimmen die Positionen einzelner Objekte nicht immer überein. Beispielsweise können beim Be- und Entladen einer Fähre Situationen entstehen, in denen Fahrzeuge trotz eines sichtbaren Abstands zwischen Rampe und Anleger weiterfahren, als wäre die Verbindung vollständig vorhanden. Solche Fehler wirken zwar gelegentlich unfreiwillig komisch, passen aber nicht zu einer Simulation, die großen Wert auf realistische Arbeitsabläufe legt.

Auch die Benutzeroberfläche benötigt noch Überarbeitung. Einige Anzeigen und Menüs wirken unscharf oder pixelig, was besonders bei einer Simulation mit vielen technischen Informationen auffällt. Gerade die Navigation durch unterschiedliche Funktionen sollte möglichst übersichtlich gestaltet sein. Wenn wir uns ohnehin mit komplexen Instrumenten und nautischen Abläufen beschäftigen müssen, sollte uns zumindest die Bedienoberfläche keine zusätzlichen Schwierigkeiten bereiten.

Bei der Performance zeigt sich ebenfalls, dass Professional Ship Simulator noch Optimierungspotenzial besitzt. Besonders bei hohen Auflösungen und Grafikeinstellungen kann die Bildrate deutlich sinken. Bei einer Darstellung in 4K mit hohen Einstellungen wurden beispielsweise Werte um 30 FPS beobachtet, während der Wechsel auf 1440p für ein spürbar flüssigeres Spielerlebnis sorgte. Auch auf leistungsstarker Hardware können vereinzelt Ruckler auftreten. Allerdings fallen die Erfahrungen unterschiedlich aus, sodass sich daraus keine allgemeingültige Aussage über die Leistung auf sämtlichen Systemen ableiten lässt.

Insgesamt erfüllt die Grafik ihren Zweck, ohne durchgehend auf einem modernen technischen Niveau zu liegen. Die großen Schiffe, die Beleuchtung und einzelne Wetterstimmungen können durchaus überzeugen. Gleichzeitig fehlt es vielen Umgebungen, Texturen und Innenräumen noch an Feinschliff. Gerade weil Professional Ship Simulator viel Zeit für langsame Fahrten und präzise Manöver verlangt, verbringen wir zwangsläufig längere Zeit damit, unsere Umgebung zu betrachten. Entsprechend wichtig wäre es, dass die visuelle Qualität künftig einheitlicher ausfällt.

Zwischen Motorengeräuschen und Hafenfunk

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Bei einer Schifffahrtssimulation spielt die Soundkulisse eine wichtige Rolle. Schließlich besteht ein großer Teil unserer Zeit daraus, auf der Brücke zu stehen, Instrumente zu beobachten und den Bewegungen unseres Schiffes zu folgen. Gerade in solchen Momenten können Motorengeräusche, Wasserbewegungen und Funkmeldungen erheblich dazu beitragen, dass sich die Simulation glaubwürdig anfühlt. Professional Ship Simulator liefert hierfür bereits einige gute Ansätze, erreicht allerdings noch nicht in allen Bereichen die gewünschte Qualität.

Besonders gelungen finden wir die allgemeinen Umgebungsgeräusche. Das Wasser, die Wettereffekte und die akustische Kulisse rund um die Häfen unterstützen die Atmosphäre. Während einer Fahrt über die offene See sorgen diese Geräusche dafür, dass die Umgebung nicht vollkommen leblos wirkt. Gerade in Verbindung mit den wechselnden Wetterbedingungen entsteht so stellenweise eine angenehme Stimmung, die gut zu den ruhigeren Abschnitten der Simulation passt.

Auch die Funkkommunikation trägt zur maritimen Atmosphäre bei. Wenn wir uns einem Hafen nähern oder bestimmte Arbeitsabläufe vorbereiten, gehören entsprechende Funksprüche zum Geschehen. Dadurch erhalten unsere Tätigkeiten einen zusätzlichen professionellen Rahmen. Wir bewegen uns nicht einfach nur mit einem Schiff durch die Spielwelt, sondern müssen uns zumindest teilweise mit den Kommunikationsabläufen auseinandersetzen, die auch im tatsächlichen Schiffsverkehr wichtig sind.

Die vorhandene Sprachausgabe ist dabei grundsätzlich eine sinnvolle Ergänzung. Allerdings wirken manche gesprochenen Meldungen etwas steif und künstlich. Besonders bei wiederkehrenden Funksprüchen fällt auf, dass die sprachliche Umsetzung noch natürlicher ausfallen könnte. Dennoch sind diese akustischen Elemente wichtig, da sie uns während der Einsätze zusätzliche Informationen vermitteln und die Atmosphäre auf der Brücke unterstützen.

Weniger überzeugend sind dagegen einige der technischen Geräusche. Gerade bei größeren Schiffen würden wir erwarten, dass die gewaltigen Maschinen auch akustisch entsprechend zur Geltung kommen. Die Motoren und mechanischen Anlagen klingen jedoch nicht immer so kraftvoll, wie es ihre Größe vermuten lässt. Teilweise fehlt den Geräuschen die notwendige Tiefe, wodurch der Eindruck entsteht, dass wir ein deutlich kleineres Fahrzeug steuern.

© Aerosoft

Besonders auffällig wird das bei mechanischen Vorgängen und Kollisionen. Wenn wir eine schwere Rampe bewegen, ein Schiff beschädigen oder mit einem großen Wasserfahrzeug gegen ein Hindernis stoßen, sollte sich das auch akustisch bemerkbar machen. Genau hier bleibt Professional Ship Simulator teilweise hinter den Erwartungen zurück. Manche Geräusche wirken zu schwach oder vermitteln nicht ausreichend, welche Kräfte gerade auf das Schiff einwirken.

Auch die Verbindung zwischen Sound und Simulation könnte noch stärker ausfallen. Wenn wir beispielsweise mit einem Schlepper unter hoher Belastung arbeiten oder die Maschinen eines Frachters ihre Leistung verändern, wäre eine entsprechend deutliche akustische Rückmeldung wünschenswert. Gerade solche Details helfen dabei, technische Abläufe besser wahrzunehmen, ohne ständig auf die Instrumente schauen zu müssen. Bislang gelingt das nicht in jeder Situation überzeugend.

Dabei zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei der Grafik. Die grundlegenden Bestandteile sind vorhanden und können durchaus zur Atmosphäre beitragen. Besonders die Umgebungsgeräusche, Wettereffekte und der Hafenfunk funktionieren bereits ordentlich. Sobald es jedoch um die akustische Darstellung schwerer Maschinen, mechanischer Vorgänge oder größerer Schäden geht, fehlt es noch an Überzeugungskraft.

Für die weitere Entwicklung wäre deshalb eine Überarbeitung der technischen Soundeffekte sinnvoll. Gerade weil Professional Ship Simulator auf realistische Arbeitsabläufe und die Bedienung komplexer Schiffssysteme setzt, sollte auch die Geräuschkulisse diesen Anspruch unterstützen. Eine glaubwürdige maritime Simulation lebt schließlich nicht allein von ihren Instrumenten und physikalischen Berechnungen, sondern auch davon, dass wir die Arbeit der Maschinen und die Kräfte des Wassers wahrnehmen können.

The Review

Professional Ship Simulator (PC)

Professional Ship Simulator bietet mit seinen unterschiedlichen Schiffstypen, umfangreichen Bordsystemen und abwechslungsreichen Aufgaben eine interessante Grundlage für eine realistische Schifffahrtssimulation. Besonders anspruchsvolle Hafenmanöver und die Bedienung der technischen Systeme können uns durchaus begeistern. Allerdings zeigen sich im Early Access noch deutliche Schwächen bei der Wasserphysik, der künstlichen Intelligenz und der technischen Umsetzung. Auch die Grafik, der Sound und die Tutorials benötigen weiteren Feinschliff. Für erfahrene Simulationsfans ist bereits einiges geboten, wer jedoch eine ausgereifte Schifffahrtssimulation erwartet, sollte die weitere Entwicklung bis zur geplanten Vollversion zunächst abwarten.

PROS

  • Große Auswahl mit neun unterschiedlichen Schiffstypen
  • Umfangreiche und funktionale Bordsysteme
  • Abwechslungsreiche Missionen und Berufsfelder
  • Karrieremodus mit Lizenzen und Flottenaufbau
  • Detaillierte Schiffsmodelle und Instrumente

CONS

  • Unausgereifte Wasser- und Wellenphysik
  • Teilweise unrealistisches Brems- und Fahrverhalten
  • Technische Probleme, Bugs und Abstürze
  • Teilweise unscharfe Texturen und einfache Umgebungen
  • Wenig überzeugende Motoren- und Maschinengeräusche
Tags: AerosoftProfessional Ship SimulatorSWE Software
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Wild West Pioneers – Early Access Review (PC)

Paul Motek

Paul Motek

Motek ist Chefredakteur und Gründer dieses Online-Gaming Magazin. 2013 gründete er im Rahmen seiner Ausbildung das Gaming TV & Online Magazin G-activity, das heutige MotekGames und MotekTV. Motek ist Leidenschaftlicher Gamer, zockt gerne Sport und Simulationsspiele und ist begeisterter Fußball & Motorsport-Fan.

MotekGames ist ein deutsches Online Gaming Magazin für News und Reviews. Seit dem Jahr 2013 veröffentlicht die Redaktion aktuelle News & Tests, über PC-, Videospiele, eSport, Hardware, Klemmbausteine & Boardgames. Auch ist die Redaktion auf verschiedenen Events der Branche vertreten, wie zum Beispiel der gamescom, devcom, DEP, DCP, IFA, VBL oder IEM. Auch werden unsere News zweimal pro Woche als Podcast (bei iTunes, Amazon, Spotify, Deezer und Google) veröffentlicht und monatlich als TV-Format auf dem TV-Sender NRWision.

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