Am Ende dieser Serie bleibt nur noch eine Frage offen: Wer geht beim KI-Goldrausch wirklich als Gewinner vom Tisch und wer hat längst verloren? Wie in jedem Casino scheint auch 2026 die Regel zu gelten, dass das Haus immer gewinnt. Doch ein genauer Blick zeigt, dass sich die Gewinne auf wenige Infrastruktur-Giganten konzentrieren, während die Kosten still und leise auf Gesellschaft, Umwelt und Konsumenten abgewälzt werden.
Am Ende dieser Serie müssen wir Tacheles reden. Wie in jedem Casino gilt auch im KI-Jahr 2026 die alte Weisheit: „Das Haus gewinnt immer.“ Doch wer ist das Haus? Und wer sitzt am Tisch und verspielt gerade seine Zukunft? Diese Artikelserie zeigt, dass die Profitgier der Infrastruktur-Giganten auf dem Rücken der Gamer, der Arbeiter, der Armen und der Umwelt ausgetragen wird.
Die Gewinner sind die Schaufelverkäufer im Goldrausch. Die wahren Sieger dieses Booms interessieren sich kaum dafür, ob die KI am Ende wirklich schlauer ist als ein Mensch. Sie verkaufen einfach die dafür nötige Infrastruktur. Allen voran Nvidia und TSMC, die ihr Geld bereits sicher haben. Nvidia operiert mit Gewinnspannen von über 70 Prozent und verfügt über Bargeldreserven, die das Bruttoinlandsprodukt kleiner Staaten übertreffen. Selbst wenn die Blase platzt, fallen sie weich.
Im Hintergrund agieren die stillen Profiteure wie ASML aus den Niederlanden beispielsweise. Ohne die Maschinen dieses Unternehmens würde es keinen einzigen High-End-Chip geben. ASML diktiert als Nadelöhr der Zivilisation die Preise. Hinzu kommen Firmen wie Vertiv, die Kühlsysteme bauen, denn KI-Rechenzentren sind physikalisch gesehen riesige Heizungen und an jedem gekühlten Watt wird verdient. Auch die „Vermieter” lachen sich ins Fäustchen. Investmentfirmen wie Blackstone besitzen die Gebäude der Rechenzentren und haben Mietverträge über 20 Jahre abgeschlossen. Ob die Server darin laufen oder stillstehen, ist ihnen egal, die Miete fließt. Selbst die „Old Economy“ feiert ein Comeback: Energieversorger und Kupferminenbetreiber erleben dank des unstillbaren Strom- und Rohstoffbedarfs einen zweiten Frühling.
Die Wackelkandidaten: All-in am High-Roller-Tisch
Interessanterweise gehören die lautesten Spieler, die „Hyperscaler“ Microsoft, Google und Meta, zur Risikogruppe. Sie wirken wie Gewinner, sind aber „All-in“ gegangen. Mit Hunderten Milliarden Dollar Investitionsvolumen müssen sie darauf hoffen, dass sich KI schnell monetarisieren lässt. Platzt der Traum, sitzen sie auf der teuersten Hardware-Abschreibung der Menschheitsgeschichte.
Die Verlierer sind Gamer, Junioren und die Umwelt. Die Rechnung für diesen Wahnsinn wird ganz unten beglichen. Die „Wrapper“-Start-ups, die nur eine hübsche Hülle um GPT-4 gebaut haben, werden 2026 reihenweise ausradiert, da GPT-5 ihre Funktionen nun kostenlos integriert hat.
Viel schmerzhafter trifft es uns Gamer und Konsumenten. Grafikkarten bleiben unbezahlbare Luxusgüter und über steigende Netzentgelte subventionieren wir mit unserer Stromrechnung indirekt den Ausbau der Rechenzentren. Auch der Arbeitsmarkt zeigt erste Risse: Für Berufseinsteiger, egal ob Coder, Texter oder Designern, wurde die erste Sprosse der Karriereleiter abgesägt. KIs sind „gut genug” für Junior-Aufgaben, was zu einer massiven Jugendarbeitslosigkeit in kreativen Sektoren führt.
Zu guter Letzt zahlt die Natur den Preis. In Regionen wie Arizona oder Brandenburg sinken die Grundwasserspiegel, weil die Serverfarmen Unmengen an Kühlwasser verbrauchen. Die ökologischen Kosten sind lokal, während die Gewinne global in die USA abfließen. Wer Ende 2025 aus „FOMO“ (Angst, etwas zu verpassen) noch Aktien gekauft hat, dürfte ebenfalls zu den Verlierern gehören, wenn die Korrektur einsetzt, denn die Profis sind dann längst ausgestiegen.

