Der frühere Assassin’s-Creed-Franchiseleiter Marc-Alexis Côté hat Klage gegen Ubisoft eingereicht. Er fordert mehr als 1,3 Millionen US-Dollar und wirft dem Unternehmen eine sogenannte konstruktive Kündigung vor.
Côté arbeitete fast 20 Jahre an der Assassin’s-Creed-Reihe, unter anderem als Designer, Director und Producer. Im Jahr 2022 übernahm er die Verantwortung für die globale Leitung des Franchise und sollte die langfristige Strategie der Serie festlegen.
Im Oktober 2025 gab Ubisoft bekannt, dass Côté das Unternehmen verlassen habe. Kurz zuvor nahm die neue, von Tencent mitfinanzierte Ubisoft-Tochter Vantage Studios ihren Betrieb auf. Diese Einheit verantwortet die drei wichtigsten Marken des Konzerns: Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six.
Zwei Wochen nach dem Start von Vantage Studios erklärten Ubisofts Co-CEOs Charlie Guillemot und Christophe Derennes öffentlich, Côté habe ein Führungsangebot bei der neuen Einheit abgelehnt und sich freiwillig zum Weggang entschieden.
Côté widersprach dieser Darstellung kurze Zeit später. Er erklärte, er habe nicht gekündigt, sondern sei von Ubisoft gebeten worden, seine Rolle aufzugeben. Die Führung des Assassin’s-Creed-Franchise sei an eine andere Person übergeben worden, die näher an der neuen Organisationsstruktur angesiedelt sei. Ein alternatives Angebot habe laut Côté weder denselben Einfluss noch dieselbe Verantwortung umfasst.
Vorwurf der „konstruktiven Kündigung“
Laut Berichten von CBC Radio Canada bezieht sich Côtés Klage auf interne Gespräche im Sommer 2025. Demnach plante Ubisoft die Einführung einer neuen Position namens Head of Franchise, die große Teile von Côtés Aufgaben übernommen hätte.
Stattdessen sei ihm die Rolle Head of Production angeboten worden, die dem Head of Franchise unterstellt gewesen wäre. Nach eigener Aussage hätte dies einen deutlichen Verlust an Einfluss bedeutet, unter anderem bei Gesprächen mit externen Partnern wie Netflix.
Im September folgte laut Klage ein weiteres Angebot: eine Führungsposition in einer möglichen „Creative House“-Struktur für kleinere Ubisoft-Marken. Côté wertet diese Vorschläge als Degradierung.
Eskalation und Forderungen
Nach einer zweiwöchigen Auszeit habe Ubisoft von ihm eine endgültige Entscheidung verlangt. Côté lehnte ab und forderte eine Abfindung. Kurz darauf sei ihm mitgeteilt worden, nicht mehr zur Arbeit zu erscheinen. Einen Tag später gab Ubisoft öffentlich bekannt, dass er das Unternehmen verlassen habe.
Die Klage wirft Ubisoft vor, den Abgang als freiwillig dargestellt zu haben, um keine Abfindung zahlen zu müssen und die Wettbewerbsklausel aufrechtzuerhalten.
Côté fordert:
- zwei Jahresgehälter als Abfindung
- 75.000 US-Dollar Schadenersatz wegen Rufschädigung und Machtmissbrauch
- die Aufhebung der Wettbewerbsvereinbarung
Insgesamt beläuft sich die Forderung auf über 1,3 Millionen US-Dollar.

