Im laufenden Gerichtsverfahren rund um die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft hat sich der frühere CEO Bobby Kotick erneut zu den Hintergründen der Klage geäußert. In einer aktuellen Gerichtseinreichung behauptet Kotick, dass das Verfahren gezielt darauf abziele, Embracer Group Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Embracer weist diese Darstellung zurück.
Das Verfahren wurde von dem schwedischen Pensionsfonds Sjunde AP-Fonden (AP7) angestoßen. Der Fonds wirft Kotick vor, den Verkaufsprozess von Activision Blizzard im Jahr 2021 beschleunigt zu haben, um zeitgleich aufkommende Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens innerhalb des Unternehmens in den Hintergrund zu drängen.
Die Klage richtet sich gegen Microsoft, Activision Blizzard sowie mehrere frühere Vorstandsmitglieder, darunter auch Kotick selbst.
Kotick sieht Einfluss zugunsten von Embracer
In seiner Stellungnahme erklärt Kotick, die Klage sei darauf ausgelegt gewesen, Embracer den Markteintritt und die Ausweitung der eigenen Position insbesondere im US-Markt zu erleichtern, auf Kosten von Activision Blizzard. Er führt weiter aus, dass das Verfahren die Geschäftstätigkeit von Activision erschwert habe.
Nach Koticks Darstellung habe die Klage unter anderem die Anwerbung neuer Fachkräfte behindert und mögliche Übernahmen und Fusionen erschwert. Diese seien zuvor ein zentraler Bestandteil der Wachstumsstrategie des Unternehmens gewesen.
Embracer weist Vorwürfe zurück
Die Embracer Group hat die Anschuldigungen öffentlich zurückgewiesen. Das Unternehmen erklärte, es habe weder Unterstützung benötigt noch erhalten, um im Wettbewerb mit Activision Blizzard zu bestehen. Die Behauptung, ein schwedischer Pensionsfonds habe im Interesse von Embracer gehandelt, sei aus Sicht des Unternehmens unzutreffend.
Das Verfahren in Delaware ist weiterhin anhängig. Eine gerichtliche Bewertung der Vorwürfe steht noch aus.

