Im Rahmen eines laufenden Gerichtsverfahrens in den USA hat sich der frühere Activision-Blizzard-CEO Bobby Kotick zur aktuellen Entwicklung von Call of Duty geäußert. Laut einer neuen Gerichtseinreichung soll die Reihe im Vergleich zu 2024 einen deutlichen Rückgang verzeichnen.
Die Aussagen stammen aus dem Verfahren vor einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware, in dem Microsoft, Activision Blizzard und mehrere frühere Vorstandsmitglieder verklagt werden. Kotick ist ebenfalls Teil des Verfahrens und hat in diesem Zusammenhang erklärt, dass die Leistung von Activision Blizzard nach seinem Ausscheiden spürbar nachgelassen habe.
Laut Kotick liege die Entwicklung von Call of Duty aktuell mehr als 60 Prozent unter den Vorjahreswerten. Als einen der Gründe nennt er eine verstärkte Konkurrenzsituation, unter anderem durch Battlefield 6.
In den Unterlagen wird zudem darauf verwiesen, dass diese Entwicklung den früheren Argumenten der US-Handelsaufsicht FTC widerspreche. Die FTC hatte versucht, die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft zu blockieren und dabei unter anderem angeführt, es gebe zu wenig Wettbewerb im Bereich der First-Person-Actionspiele.
Kotick argumentiert, dass der aktuelle Markteinfluss anderer großer Shooter-Marken zeige, dass weiterhin ein intensiver Wettbewerb bestehe. Die rückläufige Performance von Call of Duty sei ein Beleg dafür, dass sich keine marktbeherrschende Stellung ergeben habe.
Kotick bestätigte in dem Verfahren außerdem, dass Microsoft wirtschaftlich von der Übernahme profitiert habe. Gleichzeitig erklärte er, dass Activision Blizzard zuletzt die eigenen langfristigen Zielvorgaben deutlich verfehlt habe.
Die Aussagen sind Teil mehrerer neuer Dokumente, die im Zuge der laufenden Klage veröffentlicht wurden. Das Verfahren dreht sich unter anderem um die Bewertung der Marktlage, die wirtschaftlichen Folgen der Übernahme sowie die Rolle des Wettbewerbs im Shooter-Segment.

