Die Grand Theft Auto-Reihe hätte beinahe einen Ableger außerhalb Nordamerikas bekommen. Wie ein ehemaliger Entwickler bestätigt hat, gab es in der Vergangenheit konkrete Überlegungen zu einem GTA-Spiel, das in Tokio angesiedelt gewesen wäre. Das Projekt wurde jedoch nicht weiterverfolgt.
Seit über zwei Jahrzehnten sind die Spiele der Reihe stark mit den USA verbunden. Städte wie Liberty City, San Andreas oder Vice City orientieren sich an realen Orten wie New York, Los Angeles oder Miami. Ein Abstecher nach Europa fand zuletzt Ende der 1990er-Jahre mit GTA: London statt. Ein weiterer Ortswechsel war danach nicht mehr Thema.
Gegenüber GamesHub erklärte Obbe Vermeij, ehemaliger technischer Direktor bei Rockstar North, dass intern mehrere internationale Szenarien diskutiert wurden. Dazu zählten unter anderem Rio de Janeiro, Moskau und Istanbul. Tokio sei dabei besonders weit fortgeschritten gewesen.
Nach seinen Angaben war geplant, ein Studio in Japan mit der Umsetzung zu beauftragen. Dieses sollte auf Basis der bestehenden GTA-Technik ein eigenständiges GTA: Tokio entwickeln. Letztlich kam es jedoch nicht dazu, und das Projekt wurde eingestellt.
Mit dem starken Wachstum der Marke, insbesondere seit dem Erfolg von GTA V, hält Vermeij einen Schauplatzwechsel heute für unwahrscheinlich. Der finanzielle Umfang der Projekte sei inzwischen so groß, dass bekannte Umgebungen bevorzugt würden. US-Städte seien weltweit bekannt und ließen sich auch von Spielern nachvollziehen, die selbst nie dort gewesen seien.
Auch Spekulationen über mögliche neue Regionen in zukünftigen Spielen, etwa Teile der Karibik oder Südamerikas, schätzt Vermeij zurückhaltend ein. Solche Erweiterungen würden erheblichen Mehraufwand bedeuten, ohne dass sie zwingend zur Kernidee der Reihe passen müssten.

