Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa hat die langfristigen Pläne des Unternehmens für Filme und animierte Inhalte mit bekannten Nintendo-Marken bekräftigt. In einem Interview mit der japanischen Zeitung Kyoto Shimbun sprach er über aktuelle Projekte und die strategische Bedeutung von Bewegtbildformaten außerhalb klassischer Videospiele.
Laut Furukawa schreitet die Arbeit am kommenden Super Mario Galaxy-Film planmäßig voran. Der Kinostart ist weiterhin für April vorgesehen. Zusätzlich befindet sich ein Live-Action-Film zu The Legend of Zelda in Entwicklung, der für 2027 angesetzt ist.
Nintendo lege großen Wert darauf, von Beginn an intensiv in die Planung und Produktion eingebunden zu sein. Dieser Anspruch gelte nicht nur für Spiele, sondern auch für Filme und Merchandise. Ziel sei es, durch eine gleichbleibend hohe Qualität langfristig Vertrauen aufzubauen und aus reiner Bekanntheit echte Fans zu machen.
Furukawa erklärte, dass kurzfristige Gewinne für Nintendo nicht im Vordergrund stünden. Stattdessen gehe es darum, die eigenen Charaktere über Spiele hinaus bekannter zu machen. Filme böten die Möglichkeit, auch Menschen zu erreichen, die keinen Zugang zu Spielkonsolen haben oder in Regionen leben, in denen Gaming weniger verbreitet ist.
Langfristig wolle Nintendo eine Struktur schaffen, die es ermöglicht, über die aktuellen Mario- und Zelda-Projekte hinaus weitere Filme zu produzieren.
Nintendo Pictures als wichtiger Baustein
Im Gespräch verwies Furukawa auch auf die animierten Pikmin-Kurzfilme, die kürzlich veröffentlicht wurden. Diese entstanden bei Nintendo Pictures, einer internen Tochterfirma, die ursprünglich als Dynamo Pictures bekannt war.
Nintendo hatte das japanische CG-Studio im Jahr 2022 übernommen und umbenannt. Der Fokus liegt seitdem auf der Entwicklung visueller Inhalte auf Basis eigener Marken. Die Entscheidung zur Übernahme fiel während der Produktion des Super Mario Bros. Films, als Nintendo erkannte, wie wichtig ein internes Team für die langfristige Nutzung von Videoformaten sein kann.
Ein Vorteil von Video-Inhalten sei laut Furukawa, dass sie unabhängig von Konsolengenerationen dauerhaft auf verschiedenen Plattformen nutzbar bleiben, während Spiele an technische Voraussetzungen gebunden sind.
Auf die Frage, ob Nintendo plane, eigene Marken als Anime-Serien umzusetzen, zeigte sich Furukawa zurückhaltend. Zwar sei dies eine große Herausforderung, jedoch könne es langfristig ein Ziel sein, sofern sich Formate entwickeln lassen, die klar die Handschrift von Nintendo tragen.
In der Vergangenheit gab es bereits Nintendo-basierte Anime-Produktionen, darunter Kirby (2001) und F-Zero GP Legend (2003). Auch Pokémon ist bis heute stark im Anime-Bereich vertreten.

