Die europäische Altersfreigabeorganisation PEGI hat neue Regeln für die Einstufung von Videospielen angekündigt. Ab Juni 2026 sollen Spiele mit sogenannten Lootboxen automatisch eine Mindestfreigabe von PEGI 16 erhalten.
Die Änderungen gelten für neu eingereichte Spiele, die nach diesem Zeitpunkt zur Bewertung vorgelegt werden.
Neue Altersregeln für Lootboxen und andere Spielmechaniken
PEGI bezeichnet Lootboxen als „paid random items“, also bezahlte zufällige Inhalte. Spiele mit solchen Mechaniken dürfen künftig nicht mehr mit niedrigeren Altersfreigaben erscheinen.
In bestimmten Fällen kann ein Titel mit Lootboxen laut PEGI sogar eine PEGI-18-Einstufung erhalten. Welche Bedingungen dafür genau gelten, wurde bisher nicht im Detail erklärt.
Neben Lootboxen wurden auch für andere Funktionen neue Mindestbewertungen festgelegt:
- Zeitlich oder mengenmäßig limitierte Angebote: mindestens PEGI 12
- NFT- oder Blockchain-Funktionen: PEGI 18
- Belohnungen für tägliches Einloggen: mindestens PEGI 7
- Strafen für längere Abwesenheit im Spiel: mindestens PEGI 12
- Unmoderierte Online-Kommunikation ohne Block- oder Meldesystem: PEGI 18
Änderungen gelten nur für neue Spiele
Bereits veröffentlichte Spiele bleiben von den neuen Regeln unberührt. Titel mit Lootboxen, die bereits bewertet wurden, behalten ihre bisherigen Altersfreigaben.
Damit betrifft die Anpassung vor allem zukünftige Veröffentlichungen.
Auswirkungen auf bekannte Spielreihen möglich
Die neuen Richtlinien könnten künftig auch bekannte Serien betreffen. Ein Beispiel ist EA Sports FC, dessen aktuelle Version eine PEGI-3-Freigabe besitzt.
Sollte der Ultimate-Team-Modus weiterhin Lootboxen enthalten, könnte ein zukünftiger Teil der Reihe stattdessen mit PEGI 16 bewertet werden.
Anpassung an bestehende Regeln in Deutschland
PEGI erklärte, dass die Änderungen teilweise an die Bewertungskriterien der deutschen Altersfreigabe USK angepasst wurden. In Deutschland wurden ähnliche Regelungen bereits 2023 eingeführt, nachdem das Jugendschutzgesetz aktualisiert wurde.
Die Organisation betont, dass die neuen Kriterien Eltern stärker darauf aufmerksam machen sollen, welche Online-Mechaniken in Spielen enthalten sind.
