Die beiden Festplattenhersteller Western Digital und Seagate haben bestätigt, dass ihre Produktionskapazitäten für 2026 bereits vollständig oder nahezu vollständig vergeben sind. Auch bei Toshiba dürfte die Situation ähnlich sein.
Die Aussagen stammen aus Analystenkonferenzen zu den jüngsten Geschäftsberichten. Demnach haben vor allem große Cloud-Anbieter langfristige Abnahmeverträge geschlossen. Zu diesen sogenannten Hyperscalern zählen unter anderem Amazon Web Services, Google, Microsoft, Meta Platforms und OpenAI. Die Unternehmen benötigen große Mengen an Festplatten für KI-Rechenzentren, etwa zur Speicherung von Trainingsdaten.
Nearline-Festplatten dominieren das Geschäft
Seagate erklärte, dass die sogenannten Nearline-Kapazitäten, also HDDs mit Fokus auf Server und Rechenzentren, bis Ende 2026 vollständig zugeteilt seien. Bestellungen für das erste Halbjahr 2027 sollen in den kommenden Monaten angenommen werden. Laut Geschäftsbericht entfielen zuletzt 87 Prozent des Festplattenumsatzes auf das Nearline-Segment. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 83 Prozent.
Eine Ausweitung der Produktionskapazitäten ist vorerst nicht geplant. Wachstum soll über Festplatten mit höherer Speicherkapazität erreicht werden, nicht über zusätzliche Stückzahlen.
Auch Western Digital meldet feste Bestellungen für 2026 von den größten Kunden sowie langfristige Vereinbarungen, die bis 2027 und 2028 reichen. Das Unternehmen steigerte im vierten Quartal 2025 seinen Umsatz im Jahresvergleich um 25 Prozent auf drei Milliarden US-Dollar. Der Betriebsgewinn legte um 62 Prozent auf 908 Millionen US-Dollar zu. Die Bruttomarge stieg auf 46,1 Prozent.
Auswirkungen auf HDD- und SSD-Preise
Im deutschen Einzelhandel sind die Preise für Festplatten seit Mitte 2025 um rund 20 bis 50 Prozent gestiegen. Der hohe Bedarf an Rechenzentrums-HDDs wirkt sich auch auf SSDs aus. Da Cloud-Anbieter verstärkt auf große SSDs ausweichen, passen Hersteller ihre Produktion an.
Modelle mit bis zu zwei Terabyte Speicherkapazität verteuerten sich seit Sommer 2025 teilweise um rund 50 Prozent, unter anderem bei Samsung. Kleinere Anbieter ohne eigene Speicherfertigung, etwa Kingston Technology, Lexar oder Patriot Memory, verzeichnen teils noch stärkere Preissteigerungen.
Zudem verschwinden SSD-Modelle von Western Digital derzeit aus dem Handel. Hintergrund ist die Trennung von Western Digital und SanDisk im Jahr 2025. Künftige SSD-Produkte sollen unter neuem Markennamen geführt werden.

