Von den ersten Kinoauftritten über moderne Blockbuster bis hin zu den beliebten Arkham-Spielen. Kaum eine Comicfigur kann auf eine so umfangreiche Geschichte zurückblicken wie Batman. Mit LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters greift TT Games auf zahlreiche dieser Vorlagen zurück und verbindet sie zu einem neuen Abenteuer aus LEGO-Steinen.
Dabei stehen nicht nur bekannte Schauplätze und Figuren im Mittelpunkt, sondern auch viele Anspielungen auf die unterschiedlichen Epochen des Dunklen Ritters. Wir haben uns nach Gotham City begeben und geprüft, wie gut die Mischung aus LEGO-Humor, Action und Batman-Fanservice funktioniert.
Eine Hommage an jede Batman-Ära
LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters erzählt nicht einfach eine einzelne Batman-Geschichte. Stattdessen nimmt uns das Spiel mit auf eine Reise durch nahezu alle bekannten Epochen des Dunklen Ritters. Dabei erleben wir wichtige Stationen aus Bruce Waynes Leben, von seinen frühen Jahren über seine Ausbildung bis hin zum Aufbau der Bat-Familie.
Die Handlung bedient sich dabei großzügig an zahlreichen Filmen, Serien und weiteren Batman-Medien. Klassiker wie die Batman-Filme der späten 80er und 90er Jahre, die Nolan-Trilogie, The Batman sowie weitere bekannte Werke werden miteinander vermischt und zu einer eigenständigen Geschichte verbunden. Dabei handelt es sich keineswegs um einfache Nacherzählungen. Vielmehr werden bekannte Szenen neu interpretiert und mit dem typischen LEGO-Humor versehen.
Besonders gelungen ist dabei die Balance zwischen Respekt vor der Vorlage und dem lockeren Ton der LEGO-Spiele. Selbst ernste Momente werden auf charmante Weise aufgelockert, ohne ihre Bedeutung komplett zu verlieren. Gleichzeitig verzichtet das Spiel auf eine reine Aneinanderreihung bekannter Szenen und entwickelt daraus eine eigene Handlung, die bis zum Finale immer wieder überrascht.
Im Verlauf der Kampagne treffen wir auf zahlreiche bekannte Verbündete und Gegenspieler. Batman wird unter anderem von Robin, Nightwing, Batgirl, Jim Gordon, Catwoman und Talia al Ghul begleitet. Gleichzeitig geben sich zahlreiche Schurken die Ehre, darunter Joker, Bane, Mr. Freeze, Poison Ivy, Ra’s al Ghul oder der Pinguin. Fans entdecken dabei unzählige Anspielungen auf Comics, Filme, Serien und frühere Spiele.
Auch beim Umfang liefert TT Games ordentlich ab. Die Hauptgeschichte beschäftigt uns je nach Spielweise rund 15 bis 18 Stunden. Hinzu kommen hunderte Sammelobjekte, Nebenaufgaben, Rätsel, Zeitrennen, Verbrechen in Gotham und zahlreiche weitere Aktivitäten. Wer die 100-Prozent-Marke erreichen möchte, wird deutlich länger beschäftigt sein.
Besonders positiv fällt auf, dass viele Nebeninhalte sinnvoll in die Welt integriert wurden. Statt bloßer Beschäftigungstherapie motivieren zahlreiche Herausforderungen dazu, verschiedene Charaktere und ihre Fähigkeiten einzusetzen. Zusätzlich können wir die Bathöhle individuell gestalten, freigeschaltete Kostüme bewundern oder neue Fahrzeuge sammeln. Auch ein lokaler Koop-Modus für zwei Spieler ist vollständig integriert und erweitert den Umfang zusätzlich.
Mehr Arkham als LEGO?
Bereits nach wenigen Minuten wird deutlich, dass sich TT Games stark an der Batman: Arkham-Reihe orientiert hat. Das Kampfsystem erinnert unverkennbar an die Spiele von Rocksteady und setzt auf Konterangriffe, Kombos, Spezialmanöver und unterschiedliche Gegnertypen.
Im Vergleich zu früheren LEGO-Spielen bietet das Gameplay deutlich mehr Tiefe. Charaktere verfügen über eigene Skilltrees, freischaltbare Fähigkeiten und aufrüstbare Gadgets. Dadurch entwickelt sich Batman im Verlauf des Spiels stetig weiter und schaltet nach und nach seine ikonischen Fähigkeiten frei.
Besonders interessant ist dabei, dass die spielbaren Charaktere nicht mehr lediglich unterschiedliche Skins darstellen. Jeder Held verfügt über eigene Gadgets, individuelle Fähigkeiten und spezielle Lösungsansätze für Rätsel und Erkundung. Dadurch entsteht deutlich mehr spielerische Abwechslung als in früheren LEGO-Titeln.
Auch die offene Spielwelt profitiert von dieser Designphilosophie. Gotham City erstreckt sich über vier große Inseln und bietet eine enorme Anzahl an Aktivitäten. Mit Enterhaken, Cape-Gleiten und zahlreichen Fahrzeugen bewegen wir uns durch die Stadt, die sich deutlich lebendiger anfühlt als frühere LEGO-Open-Worlds.
Verbrechen tauchen dynamisch auf, überall warten Sammelobjekte, Rätsel oder Herausforderungen. Die Erkundung macht deshalb über viele Stunden Spaß und erinnert teilweise erstaunlich stark an Batman: Arkham Knight. Gerade das freie Gleiten zwischen den Wolkenkratzern vermittelt häufig das Gefühl, tatsächlich Batman zu sein.
Nicht jede Mechanik erreicht jedoch das gleiche Qualitätsniveau. Während das Kampfsystem überwiegend überzeugt, wirkt das Stealth-System teilweise unausgereift. Manche Schleichpassagen sind sehr einfach gestaltet, während andere kaum Raum für taktisches Vorgehen lassen. Da entdeckte Spieler meist direkt in normale Kämpfe wechseln können, verliert das Schleichen zusätzlich an Bedeutung.
Auch der Schwierigkeitsgrad bleibt trotz der erstmals eingeführten drei Schwierigkeitsstufen eher moderat. Selbst auf „Dunkler Ritter“ bleibt die Herausforderung überschaubar. Dennoch sorgt die höhere Gegneranzahl zumindest dafür, dass wir die vorhandenen Mechaniken häufiger nutzen müssen.
Kleinere technische Probleme trüben den positiven Gesamteindruck gelegentlich. Vereinzelt treten Kamerafehler, Physikprobleme oder kleinere Bugs auf. Spielentscheidend werden diese Fehler zwar nie, sie können jedoch kurzzeitig aus der Atmosphäre reißen.
Gotham aus LEGO-Steinen war noch nie schöner
Technisch markiert LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters einen deutlichen Fortschritt für TT Games. Gotham City gehört zweifellos zu den beeindruckendsten Umgebungen, die das Studio bisher erschaffen hat.
Die Stadt präsentiert sich als düstere Metropole mit unzähligen Neonlichtern, ständigem Regen und einer Architektur, die klar von den Arkham-Spielen inspiriert wurde. Egal ob wir durch die Straßen fahren oder über die Dächer gleiten, Gotham vermittelt stets das Gefühl einer lebendigen Großstadt voller Geheimnisse.
Besonders die Beleuchtung hinterlässt einen starken Eindruck. Reflektionen auf nassen Straßen, atmosphärische Lichtquellen und die detailreichen LEGO-Modelle sorgen für eine stimmige Präsentation. Auch die Innenbereiche der Story-Missionen überzeugen mit zahlreichen Details und einer enormen Menge an Batman-Anspielungen.
Die Charaktermodelle wirken hochwertiger als in früheren LEGO-Spielen. Gleichzeitig profitieren Animationen sichtbar von den technischen Verbesserungen. Kämpfe laufen flüssiger ab, Bewegungen wirken natürlicher und die zahlreichen Spezialeffekte setzen die Action gelungen in Szene.
Auf aktuellen Konsolen liefert das Spiel insgesamt eine solide technische Leistung. Einige Berichte erwähnen kleinere Framerate-Schwankungen während besonders actionreicher Szenen oder in dicht bevölkerten Bereichen. Ernsthafte technische Probleme treten jedoch nicht auf.
Die Verwendung moderner Technologie sorgt insgesamt dafür, dass dies ohne Zweifel das bislang schönste LEGO-Spiel von TT Games ist. Gerade Batman-Fans werden die vielen liebevollen Details in Gotham zu schätzen wissen.
Zwischen ikonischen Batman-Melodien und gelungenem Humor
Auch beim Sound zeigt sich, wie viel Liebe zum Batman-Universum in dieses Projekt geflossen ist. Der Soundtrack kombiniert neue Kompositionen mit bekannten Melodien aus verschiedenen Filmen und Serien.
Dadurch entsteht ständig das Gefühl, durch unterschiedliche Batman-Epochen zu reisen. Viele bekannte musikalische Themen wurden geschickt eingebunden und sorgen für zusätzliche Nostalgie-Momente. Lediglich einzelne berühmte Stücke fehlen, was vermutlich auf Lizenzfragen zurückzuführen ist.
Die allgemeine Klangkulisse von Gotham trägt ebenfalls viel zur Atmosphäre bei. Polizeifunk, Straßenverkehr, Regengeräusche und Umgebungsgeräusche lassen die Stadt glaubwürdig wirken, ohne dabei jemals aufdringlich zu werden.
Der typische LEGO-Humor bleibt ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Zahlreiche Zwischensequenzen lockern die Handlung auf und sorgen regelmäßig für Schmunzler. Manche Gags richten sich klar an jüngere Spieler, viele Anspielungen und Referenzen dürften jedoch besonders langjährige Batman-Fans begeistern.
Die Sprecher liefern insgesamt eine überzeugende Leistung ab. Zwar könnten einige Stimmen je nach persönlichem Geschmack nicht immer perfekt zur jeweiligen Figur passen, die Qualität der Vertonung bleibt aber durchweg auf einem hohen Niveau.
Gemeinsam mit der starken Atmosphäre Gothams entsteht so ein Gesamtpaket, das Batmans Welt authentisch einfängt und gleichzeitig den unverwechselbaren LEGO-Charme bewahrt.
The Review
LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters (PS5)
Mit LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters liefert TT Games das bislang ambitionierteste Batman-Spiel aus LEGO-Steinen ab. Die Entwickler kombinieren Elemente der Arkham-Reihe mit der bekannten LEGO-Formel und erschaffen eine Liebeserklärung an nahezu jede Version des Dunklen Ritters. Die Geschichte verbindet zahlreiche Batman-Epochen zu einer unterhaltsamen Abenteuerreise, Gotham City gehört zu den besten Open Worlds der LEGO-Reihe und das überarbeitete Kampfsystem sorgt für deutlich mehr Tiefe als in früheren Titeln. Nicht jede Mechanik ist perfekt ausbalanciert, das Stealth-System bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück und der Schwierigkeitsgrad dürfte erfahrene Spieler kaum fordern. Dennoch überwiegen die Stärken deutlich. Vor allem Batman-Fans erhalten hier ein Spiel, das voller Referenzen, Fanservice und Leidenschaft steckt. TT Games beweist eindrucksvoll, dass die LEGO-Reihe noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen ist. Für uns ist LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters eine der stärksten LEGO-Veröffentlichungen der vergangenen Jahre und eine würdige Feier des Vermächtnisses des Dunklen Ritters.
PROS
- Umfangreiche atmosphärische Gotham-Open World
- Abwechslungsreiche Missionen
- Starke Batman-Hommage
- Viele Nebenaktivitäten
- Zahlreiche Sammelobjekte
CONS
- Einfacher Schwierigkeitsgrad
- Schwaches Stealth-System
- Wenige Gameplay-Risiken

