Wie wäre es, mit einem riesigen Zug über riesige Schienen zu fahren und dabei am höchsten Punkt einen coolen Kickflip zu machen? Wahrscheinlich nicht. Züge sind eher ein Grund für Pendlerfrust, starren Fahrplänen und einer gewissen Schwerfälligkeit. Genau diese absurde und deshalb geniale Idee liefert uns „Denshattack“. Wir haben die Vollversion des Spiels auf der PlayStation 5 getestet.
Story, Handlung und Umfang: Ein herrlich verrückter Anime-Trip durch ein dystopisches Japan
Die Geschichte fängt total unerwartet an und wir landen in einer total faszinierenden, aber auch bedrückenden Welt. Wir sind in einem dystopischen Japan, das von dem zwielichtigen und allmächtigen Miraido-Konzern kontrolliert wird. Riesige Metropolen wie Osaka und Tokio wurden unter riesigen Kuppeln von der Außenwelt abgeschottet. In dieser Welt schließen wir uns als naiver Anfänger einer bunten Gruppe von Ausgestoßenen an, um uns unsere Schienen zurückzuerobern.
Was auf dem Papier vielleicht ein bisschen zu wild, unkonventionell und exzentrisch klingt, funktioniert im Spiel aber echt gut. Wir reisen vom ländlichen Kyushu über Vulkane und Felder bis in die eiskalten Schneegefilde von Hokkaido – und sogar noch darüber hinaus. Die Story ist echt witzig geschrieben und nimmt diese irre Grundidee wunderbar ernst, ohne sich selbst dabei zu ernst zu nehmen. Das Beste daran: Die Typen, die wir auf unserer Reise treffen oder gegen die wir in rivalisierenden Gangs antreten, sind echt cool. Die Figuren sind für dieses Anime- und Manga-Setting echt passend gestaltet. Sie wirken total authentisch und sind so durchgedreht, dass man als Spieler richtig mitfiebert. Die Story ist echt gut. Das rasante Gameplay ist nicht nur eine billige Kulisse, sondern hat einen echten roten Faden, dem man als Spieler gerne bis zum Status des legendären „Denshattackers“ folgen möchte.

Gameplay und Mechanik: Japano-Tony-Hawk auf Gleisen trifft auf den ultimativen Reflex-Test
„Denshattack“ hat von der ersten Sekunde an einen richtig hohen Speed. Wir springen an Bord unseres selbstgebastelten Zugs und erkunden die unterschiedlichsten Regionen. Jede neue Umgebung bringt frische Herausforderungen und Regeln mit, die wir genussvoll brechen dürfen. Wir reihen Ollies, Kickflips und waghalsige Grinds aneinander, stellen unseren Zug sprichwörtlich auf den Kopf und versuchen, mit coolen Landungen massig Punkte für die Rangliste zu ergattern. In den besten Momenten fühlt es sich wirklich exakt so an, als ob man auf einem super durchgeflippten Japano-Tony-Hawk über die Gleise fährt!
Dazu kommen noch total kuriose Bosskämpfe, die immer mehr Stufen haben und mit zunehmendem Spielfortschritt immer wilder werden. Wir legen uns mit einer Denshattacker-Armee an, weichen gigantischen mechanischen Würmern aus, bekämpfen wandelnde Schlösser und treten gegen völlig abstruse Mecha-Magical-Girls an. Hier müssen wir aber ehrlich zu uns selbst sein. Wir sind Anfang 30 und wissen nicht, ob wir für diese Geschwindigkeit schon zu alt sind oder ob wir einfach nicht schnell genug sind. Man muss hier echt flott reagieren!
Die Action auf dem Bildschirm ist oft so rasant, dass wir ständig von der Strecke fliegen. Aber genau da zeigt das Spiel, was es kann: Die Frustrationsgrenze ist echt hoch, weil das Design so verzeihend ist. Statt eines harten, demotivierenden „Gescheitert“-Bildschirms werden wir immer mit einem charmanten „Probier’s nochmal!“ dazu eingeladen, unsere Runs zu verbessern. Das macht die ständigen Abstürze extrem angenehm und hält uns durchgehend im Flow. Wenn wir scheitern, liegt das Problem ganz klar und unbestreitbar vor dem Bildschirm, nicht im System. Die Steuerung auf der PlayStation 5 reagiert super weich, wir konnten kein Input-Lag feststellen und die krass waghalsigen, schwerkraftverachtenden Manöver gehen wunderbar flüssig von der Hand.

Grafik: Der perfekte Geschwindigkeits-Rausch im 3D-Gewand
Optisch fängt „Denshattack“ dieses rasante, rebellische Gameplay absolut perfekt ein. Das 3D-Spiel sieht echt cool aus, total im Anime-Stil. Die Farben sind super und auch wenn’s richtig schnell geht, bleibt’s immer übersichtlich. Wenn man sich die Spielwelt anschaut, könnte man schon darüber nachdenken, ob handgezeichnete, detailverliebte Texturen, vielleicht im ikonischen Stil eines Studio Ghibli-Films, das Spiel nicht noch schöner oder künstlerisch wertvoller gemacht hätten.
Aber mal ehrlich: Bei dem Tempo, mit dem wir durch die Level brettern, Sprünge ansetzen und über Abgründe rasen, bekämen wir diese feine Kunst ohnehin nicht mit. Solche Details würden in der Bewegungsunschärfe einfach untergehen. Der gewählte 3D-Anime-Stil ist deshalb die perfekte Lösung, um diesen Geschwindigkeitsrausch visuell zu transportieren. Er ist knackig, lesbar und überfordert die Augen nicht.

Sound: Auf den Punkt gekocht
Das Spiel hat auch auf der auditiven Ebene alles richtig gemacht. Die Atmosphäre ist echt super. Die Musik ist sprichwörtlich auf den Punkt gekocht worden. Egal, ob wir uns im Menü befinden, um unseren Zug optisch aufzumotzen, ob wir den witzigen Dialogen der Rebellen lauschen oder mitten in der Highspeed-Action gegen einen Boss stecken, der Soundtrack treibt das Geschehen großartig voran und passt sich der Stimmung perfekt an.
Besonders cool finden wir das Sounddesign rund um den Zug selbst. Die Entwickler haben die Zug-Soundeffekte bewusst sehr dezent gehalten. Ein riesiger Stahlkoloss auf Schienen macht in der Realität natürlich viel Lärm. Wenn die Schienen ständig so laut gerattert hätten, oder wenn das Metall in den Kurven so quietscht oder das Pfeifen so laut gewesen wäre, wäre das auf Dauer bestimmt extrem störend und ermüdend gewesen. Stattdessen unterstreichen die wohlüberlegt platzierten Sounds die Action, liefern gutes Treffer-Feedback bei den Tricks und fügen sich harmonisch in die Musik ein, ohne sich dröhnend in den Vordergrund zu drängen. Ein rundum fantastisch abgemischtes Paket!
The Review
Denshattack! (PS5)
"Denshattack!" spielt sich wie ein super durchgeflipptes Japano-Tony-Hawk auf Gleisen. Es ist ein blitzschneller, herrlich abgedrehter Anime-Rausch, der unsere Reflexe zwar schonungslos an ihre absoluten Grenzen bringt, aber dank exzellenter Spielbarkeit und motivierendem Design von der ersten bis zur letzten Minute einfach nur puren, ungetrübten Spaß macht!
PROS
- Das Spielgefühl ist genial. Es macht von der ersten Minute an extrem viel Spaß.
- Die Steuerung ist sehr flüssig und reibungslos.
- Sehr motivierendes Design: Eine extrem verzeihende Frustrationsgrenze
- 3D-Anime-Look: Die Action ist rasant, aber das Spiel bleibt übersichtlich.
- Der Soundtrack ist toll und passt perfekt zur Musik. Auch die Zug-Soundeffekte sind gut.
CONS
- Das Spiel ist sehr schnell. Das kann anfangs schwer zu schaffen sein.
- Viele Fehltritte: Man scheitert hier, aber das gehört zum Lernen dazu.
- Durch das schnelle Spielen fallen einem die kleinen Details nicht so auf.
- Im späteren Spielverlauf werden die Bosskämpfe immer wilder und hektischer.

