Ein Marketing-Versprechen, das nach dem Release des ersten DLCs für „Anno 117: Pax Romana“ nicht erfüllt wurde, hat bei einigen Community-Mitgliedern für Unmut gesorgt. Nun hat der Entwickler Ubisoft überraschend eingelenkt. Mit dem kommenden Update 1.6.1 wird die Rieseninsel Cinis spürbar erweitert.
Der erste große DLC für Anno 117: Pax Romana mit dem Titel „Verheißung des Vulkans“ sorgte in der Provinz Latium für eine gewisse Aufregung. Die Erweiterung bot neben einem beeindruckenden Vulkan vor allem eine neue Insel, die den Namen Cinis trägt. Dieses Eiland rief bei den Fans unterschiedliche Reaktionen hervor, die von Begeisterung bis hin zu intensiver Debatte reichten. Der Grund dafür war ein im Vorfeld gegebenes Versprechen der Entwickler, das sich nach dem Release als nicht zutreffend herausstellte. Ein neuer Patch könnte womöglich Abhilfe schaffen.
Das Rätsel um die größte Anno-Insel der Seriengeschichte
Vor der Veröffentlichung des DLCs hatte Ubisoft mehrfach darauf hingewiesen, dass Cinis die größte bebaubare Insel in der gesamten Anno-Historie sein wird. Damit legte das Studio die Messlatte für die Zukunft extrem hoch, denn um diesen Titel zu beanspruchen, hätte Cinis die legendäre Insel „Crown Falls“ aus Anno 1800 (eingeführt im DLC „Gesunkene Schätze“) übertreffen müssen.
Fleißige Community-Mitglieder haben sich nach dem Release sofort an die Arbeit gemacht und die Baufelder akribisch ausgewertet. Das Ergebnis zeigte, dass Cinis etwas kleiner als Crown Falls war. Die ursprüngliche Marketing-Behauptung stellte sich im Nachhinein als Fehlkalkulation heraus, was Ubisoft später auch offiziell einräumte. Es scheint, als seien die Inseln intern nicht korrekt miteinander verglichen worden.
Erdbeben bringt neuen Bauplatz – Patch Notes geben Aufschluss
Der nun angekündigte Patch 1.6.1 könnte diesen Fehler im Nachhinein korrigieren. In den offiziellen Patch Notes wird dies mit einem augenzwinkernden Hinweis auf ein Erdbeben kommentiert, welches den zusätzlichen Bauplatz auf Cinis freigelegt haben soll. Wir sind zuversichtlich, dass diese Änderung vollständig kompatibel mit bestehenden Spielständen sein wird, sodass Spieler ihre Imperien auf der Insel direkt erweitern können. Aus technischen Gründen und um die Savegame-Kompatibilität nicht zu gefährden, gibt es allerdings eine Einschränkung: Die neuen Gebiete werden keine zusätzlichen Minen- oder Fluss-Slots und auch keine neuen Küstenbereiche enthalten. Nach unserem Verständnis handelt es sich um eine reine, flache Baufläche im Landesinneren.
Es bleibt abzuwarten, ob diese Erweiterung ausreicht, um Crown Falls endgültig vom Thron zu stoßen. Die Berechnungen aus dem Fanlager legen nahe, dass Cinis etwa 10.000 neue Baufelder hinzuzufügen bräuchte, um den Rekord zu brechen, wobei dies natürlich nur eine hypothetische Annahme ist. Nach bestem Wissen und Gewissen entspricht dies in etwa der Gesamtfläche einer kompletten, mittelgroßen Insel. Eine offizielle Bestätigung seitens Ubisoft, ob Cinis nun die größte Insel der Seriengeschichte ist, steht derzeit noch aus – das Studio gibt sich nach dem vorherigen Fauxpas verständlicherweise vorsichtig.
Nächstes Großprojekt im August: Das Hippodrom
Während Update 1.6.1 den aktuellen DLC nachbessert, deutet sich bereits die nächste Erweiterung an. Es ist geplant, dass der zweite große DLC im August erscheinen soll. Auch hier verwendet Ubisoft eine Vielzahl von Superlativen: Das „Hippodrom“ ist ein ehrgeiziges Projekt, das als das größte Monument in der Geschichte von Anno-Spielen konzipiert ist. Erste Trailer deuten darauf hin, dass diese Behauptung dieses Mal absolut zutreffen dürfte. Die gezeigte römische Rennbahn scheint gigantische Ausmaße anzunehmen.
Update 1.6.1: Die wichtigsten Änderungen im Überblick
Neben der Insel-Erweiterung bringt das kommende Update eine Vielzahl an Bugfixes und Quality-of-Life-Verbesserungen mit sich. Hier sind die Highlights aus den Patch Notes:
- Gameplay-Stabilität & Fixes: Eine Absturzursache im Zusammenhang mit großen Zwischenfällen wurde behoben. Zudem wurde ein Exploit bei der Gamepad-Steuerung geschlossen, durch den Spieler bei Händlern kostenlose Waren ergaunern konnten. Auch Probleme mit der Rückeroberung und Freigabe von vasallisierten Inseln gehören der Vergangenheit an. Speziell für den DLC wurde zudem ein Fehler behoben, bei dem die Feuerwehr (Vigiles) keine vom Vulkan zerstörten Gebäude reparierte.
- Komfort & UI: Handelsrouten-Benachrichtigungen wurden optimiert und zeigen ab sofort nur noch kritische Fehler statt harmloser Warnungen an. Zudem wurden diverse Text- und UI-Fehler korrigiert, unter anderem wurden fehlende Infolayer-Symbole über bereits gebauten Gebäudevarianten (wie Kasernen oder Schiffswerften) hinzugefügt.
- Quests & Erfolge: Der Fehler, dass der Erfolg „Terra Firma“ nicht korrekt freigeschaltet wurde, ist behoben. Zudem wurden seltene Blocker in Caecilias Questreihe sowie in der Quest „Der Sonnenaufgang – Eruption“ korrigiert.

