Steigende Preise für Spielekonsolen könnten nach Ansicht von Amazon Games dazu führen, dass sich künftig mehr Spieler für Cloud-Gaming entscheiden. Das erklärte Jeffrey Gattis, General Manager of Gaming bei Amazon, in einem aktuellen Interview. Seiner Einschätzung nach könnten Plattformen wie Amazon Luna dadurch deutlich an Bedeutung gewinnen.
Gattis betonte, dass Amazon mit Luna nicht das Ziel verfolge, klassische Konsolen oder Gaming-PCs zu ersetzen. Stattdessen wolle das Unternehmen Spieler erreichen, die bislang keinen Zugang zu leistungsstarker Gaming-Hardware haben oder sich den Kauf einer neuen Konsole nicht leisten möchten. Nach seiner Ansicht wächst der Gaming-Markt nicht dadurch, dass ein weiterer Hersteller mit eigener Hardware um dieselben Spieler konkurriert. Stattdessen sieht Amazon Potenzial darin, Gaming einfacher zugänglich zu machen.
Als einen wichtigen Faktor nannte Gattis die steigenden Kosten für Gaming-Hardware. Neben den höheren Preisen aktueller PlayStation- und Xbox-Konsolen verwies er auch auf neue PC-Gaming-Geräte, die teilweise mehr als 1.000 US-Dollar kosten. Je teurer spezielle Gaming-Hardware werde, desto eher könnten Spieler Cloud-Gaming als Alternative in Betracht ziehen. Da die Spiele auf Servern ausgeführt werden, benötigen Nutzer dafür keine besonders leistungsstarken Geräte.
Erst kürzlich hat Amazon angekündigt, seine Cloud-Gaming-Plattform Luna gemeinsam mit Prime Video anzubieten. Für die Nutzung gelten derzeit allerdings bestimmte Voraussetzungen. So wird unter anderem ein Fire TV unterstützt, um auf das Angebot zugreifen zu können. Mit dieser Strategie möchte Amazon die Reichweite von Luna weiter erhöhen und Cloud-Gaming für mehr Nutzer verfügbar machen.
Ob sich Cloud-Gaming langfristig stärker durchsetzt, dürfte auch davon abhängen, wie sich die Preise für Konsolen und Gaming-PCs in den kommenden Jahren entwickeln.

