Das renommierte Entwicklerstudio Double Fine Productions durchlebt bittere Zeiten. Nur kurze Zeit nach dem Abschied von Microsofts Xbox-Sparte muss das Team, das für Indie-Meilensteine wie „Psychonauts 2” verantwortlich ist, rund 23 Entwicklerinnen und Entwickler entlassen. Das entspricht etwa einem Viertel der bisherigen Belegschaft von rund 90 Personen.
Die Kündigungen sind die direkte Konsequenz der plötzlichen Rückkehr in die Unabhängigkeit. Im Rahmen einer umfangreichen Restrukturierung hat sich Xbox unter der neuen CEO Asha Sharma von mehreren Studios getrennt, darunter Compulsion Games, Ninja Theory und Undead Labs. Während Sharma betonte, dass es weder möglich noch erstrebenswert sei, jedes großartige unabhängige Studio zu besitzen, trifft dieser Schritt Double Fine in einer ohnehin extrem schwierigen Phase der gesamten Videospielbranche.
Double Fine laid off 23 people, the studio tells me. Was around 90 people before this.
— Jason Schreier (@jasonschreier.bsky.social) 28. Juli 2026 um 20:59
Auf der Plattform Bluesky wandte sich Studiogründer Tim Schafer mit bewegenden Worten an die Öffentlichkeit. Er bezeichnete die Entlassungen als schmerzhafte Maßnahme, die keineswegs leichtfertig beschlossen wurde. Letztlich gehe es um das nackte Überleben des Studios, das nun auf eine nachhaltig finanzierbare Größe schrumpfen müsse. Schafer betonte, dass alle betroffenen Mitarbeiter die Spiele und die Studiokultur maßgeblich geprägt haben, und sicherte ihnen die bestmögliche Unterstützung zu.
— Double Fine (@doublefine.com) 28. Juli 2026 um 21:01
Das Studio Double Fine wurde im Jahr 2000 von ehemaligen LucasArts-Mitarbeitern gegründet und erlangte mit schrägen, extrem kreativen Titeln wie „Brütal Legend”, „Stacking” oder „Broken Age” weltweiten Kultstatus. Nach der Übernahme durch Xbox im Jahr 2019 feierte das Studio mit „Psychonauts 2” große Erfolge bei Kritikern und landete 2025 mit dem stimmungsvollen Spiel „Keeper” einen weiteren Sympathieerfolg. Zuletzt hatte sich das Team gewerkschaftlich organisiert und den Multiplayer-Titel Kiln veröffentlicht, der jedoch kommerziell hinter den Erwartungen zurückblieb.
Damit ist Double Fine das erste der von Xbox ausgegliederten Studios, das Personalreduzierungen bekannt geben muss. Wie sich die Situation bei den übrigen Betroffenen entwickeln wird, bleibt derzeit noch unklar.

