Jahrelang mussten sich Linux-Spieler gedulden oder auf Community-Lösungen ausweichen. Doch nun nimmt das am sehnlichsten erwartete Feature der Plattform konkrete Formen an. Die DRM-freie Spieleplattform GOG hat offiziell bestätigt, dass sie aktiv an einer Linux-Unterstützung für ihren Client GOG Galaxy arbeitet. Was zu Beginn des Jahres mit einer Stellenausschreibung begann, ist inzwischen zu einem handfesten Projekt gereift.
Bestätigung aus der Chefetage
Krzysztof Papliński, Co-CEO von GOG, erklärte dem Fachportal GamingOnLinux, dass die ausgeschriebene Stelle für einen spezialisierten Linux-Entwickler besetzt werden konnte. Der Experte lote den besten technischen Ansatz aus, um GOG Galaxy auf das freie Betriebssystem zu bringen. Es gebe noch keine konkreten Zeitpläne oder Ergebnisse, da es ein erhebliches Unterfangen sei. Dennoch investiere das Unternehmen nun gezielt Zeit und Ressourcen in diese Entwicklung.
Rückenwind durch den Wandel im Markt
Die erneute Annäherung an das freie Betriebssystem kommt nicht von ungefähr. Durch den anhaltenden Erfolg des Steam Decks und SteamOS sowie veränderte Marktbedingungen erlebt Linux als Spieleplattform eine Renaissance. Nachdem die Plattform-Verantwortlichen Linux bereits zu Jahresbeginn als nächsten großen Meilenstein nach Windows und macOS bezeichneten, folgt nun der nächste Schritt. Dennoch begegnen viele Fans der Nachricht mit Skepsis: Bereits 2017 gab es ähnliche Bekundungen, ohne dass daraus ein veröffentlichter Client hervorging. Die Besetzung einer Entwicklerstelle verleiht dem Vorhaben jedoch Substanz.
Die technischen Hürden und der Blick nach vorn
Ein Selbstläufer wird das Projekt allerdings nicht, da ein nativer Client Kernfunktionen abdeckt, aber nicht automatisch für reibungslosen Start sorgt. Ob eine Übersetzungsschicht benötigt wird, lässt das Unternehmen bislang offen.
Bis der offizielle Client serienreif ist, greifen Spieler zu bewährten Alternativen, die die GOG-Bibliothek schon heute zuverlässig einbinden. Die Aussicht auf offizielle Unterstützung lässt die Linux-Community optimistisch auf die kommenden Entwicklungen blicken.

