Zwölf Charaktere betreten ein verbotenes Kriegsgebiet, doch jeder von ihnen besitzt nur ein einziges Leben: In Hope Voiden von Entwickler und Publisher Stilbruch Games zeigt sich im GamingUp Showcase 2026 mit seinem ungewöhnlichen Ansatz für First-Person-Survival-Horror. Statt nach dem Tod einfach einen früheren Spielstand zu laden, übernimmst du den nächsten Charakter und musst mit den dauerhaften Konsequenzen deiner bisherigen Entscheidungen weiterspielen.
Schauplatz ist der sogenannte Nullsector Saint Vernant, eine verlassene und verbotene Zone, in der ein Krieg die Realität selbst verändert hat. Überreste des Grabenkriegs treffen dort auf fanatischen Glauben und übernatürliche beziehungsweise anomale Ereignisse. Mysteriöse Signale führen die zwölf Figuren immer tiefer in dieses Gebiet. Jede von ihnen verfolgt allerdings auch ein eigenes persönliches Ziel. Während eine Figur beispielsweise nach ihrem Sohn sucht, möchte eine andere ihren Glauben wiederfinden, ihren Namen reinwaschen oder sogar das eigene Kommando verraten.
Das zentrale System von In Hope Voiden behandelt die spielbaren Charaktere selbst als begrenzte Ressource. Insgesamt kontrollierst du zwölf handgefertigte Figuren, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften, Hintergründe und persönliche Ziele besitzen. Entscheidend ist: Jeder Charakter hat genau ein Leben. Stirbt eine Figur während ihrer Reise durch Saint Vernant, kann sie nicht einfach erneut eingesetzt werden. Stattdessen übernimmt ein anderer Charakter ihren Platz und setzt die Erkundung der Zone fort. Damit wird eine Ressource besonders wichtig, die in anderen Survival-Horror-Spielen normalerweise unbegrenzt zur Verfügung steht: die Anzahl der noch lebenden Protagonisten.
Gleichzeitig soll der Verlust einer Figur nicht automatisch bedeuten, dass deren Geschichte bedeutungslos war. Die unterschiedlichen Schicksale gehören zur Erzählstruktur von In Hope Voiden. Auch Scheitern und Tod werden zu einem möglichen Abschluss der persönlichen Geschichte eines Charakters. Stilbruch Games setzt dafür auf handgefertigte Epiloge, die berücksichtigen sollen, welche Entscheidungen getroffen wurden und welches Schicksal die einzelnen Figuren ereilt hat.
Permanent ist allerdings nicht nur der Tod. Die Spielwelt merkt sich ebenfalls, was vorherige Charaktere getan haben. Wurde ein Gegenstand benutzt, steht dieser einer späteren Figur nicht einfach wieder zur Verfügung. Gleichzeitig bleibt erzielter Fortschritt erhalten. Bereits beeinflusste Bereiche der Welt werden also nicht automatisch zurückgesetzt, sobald ein Charakter stirbt. Dadurch hinterlässt jede Figur Spuren für diejenigen, die nach ihr in die Zone geschickt werden. Das kann positive und negative Folgen haben. Ein zuvor erschlossener Weg kann einem späteren Charakter helfen. Gleichzeitig können wichtige Ressourcen bereits verbraucht worden sein.
In Hope Voiden kombiniert Permadeath damit mit einer persistenten Spielwelt. Der Tod startet nicht den gesamten Durchlauf neu, sondern verändert lediglich, mit wem und unter welchen Voraussetzungen die Geschichte fortgesetzt wird. Hinzu kommen charakterabhängige Interaktionen. Bestimmte Situationen können sich abhängig von den Eigenschaften der aktuell gespielten Figur unterschiedlich lösen lassen.
Beim eigentlichen Survival-Horror setzt Stilbruch Games auf verschiedene Herangehensweisen. Gegner müssen nicht zwangsläufig bekämpft werden. Abhängig von der Situation kannst du dich für eine direkte Konfrontation entscheiden, fliehen oder versuchen, dich zu verstecken. Alternative Wege und geheime Abkürzungen sollen ebenfalls eine Rolle spielen. Kämpfe haben dabei ihren Preis. Munition und andere Hilfsmittel gehören zu den begrenzten Ressourcen, die sorgfältig verwaltet werden müssen. Das klassische Inventory Management bildet deshalb einen wichtigen Teil des Gameplays. In der Zone werden Vorräte und Gegenstände gesammelt, die anschließend eingesetzt oder teilweise weiterverarbeitet werden können. Auch Crafting gehört zu den bestätigten Mechaniken. Interaktive Elemente innerhalb der Umgebung erweitern das System. Stilbruch Games nennt beispielsweise Sicherungskästen, verschlossene Türen, Fackeln und Verbände. Einige dieser Interaktionen werden über Echtzeit-Minispiele umgesetzt, die sich bei Risiko und Komplexität unterscheiden können. Die Entscheidung, eine wertvolle Ressource einzusetzen, betrifft dadurch möglicherweise nicht nur die aktuelle Figur. Was heute verbraucht wird, fehlt einem der übrigen Charaktere später.
Hinter den Survival-Systemen steht ein größeres Mystery rund um den Nullsector Saint Vernant. Das Gebiet war einst Schauplatz eines Krieges. Irgendetwas ist dort jedoch geschehen und hat die Realität verändert. Relikte des Grabenkriegs und fanatischer Glaube haben sich mit weiteren Kräften verbunden und die Region in einen surrealen, gefährlichen Ort verwandelt. Mittlerweile ist die Zone verlassen und verboten. Trotzdem gehen von ihr mysteriöse Signale aus. Die zwölf Figuren werden in dieses Gebiet geschickt und versuchen während ihrer eigenen Missionen herauszufinden, was dort passiert ist. Dabei soll sich die Geschichte nicht aus der Perspektive eines einzelnen klassischen Protagonisten zusammensetzen.
Jeder Charakter besitzt eine eigene Verbindung zu Saint Vernant. Je nachdem, wer überlebt, welche Bereiche entdeckt werden und welche persönlichen Ziele erfüllt werden, entsteht nach und nach ein anderes Gesamtbild. Auch die letzten Bewohner der Zone spielen dabei eine Rolle. Die Ereignisse unmittelbar nach der Besetzung und kurz vor der Katastrophe gehören zu den Geheimnissen, die während der Erkundung aufgedeckt werden sollen.
Visuell orientiert sich In Hope Voiden an älteren Horror-Spielen. Stilbruch Games setzt auf eine Retro-Optik mit Einflüssen aus der PS1-Ära, kombiniert diese allerdings mit einer First-Person-Perspektive. Die Umgebung wird von Schützengräben, Kriegsruinen und religiösen Motiven geprägt. Hinzu kommen zunehmend surreale Elemente, je weiter die Charaktere in die verbotene Zone vordringen.
Das Spiel ist vollständig auf Singleplayer ausgelegt. Neben Englisch werden unter anderem eine deutsche Benutzeroberfläche und deutsche Untertitel unterstützt. Die englische Sprachausgabe ist ebenfalls bestätigt.
Einen konkreten Veröffentlichungstermin gibt es derzeit noch nicht. In Hope Voiden befindet sich weiterhin in Entwicklung und ist für Windows-PC über Steam angekündigt.

