Pressen, verbrennen, sortieren und vor allem keine Fragen stellen: PRESS: Authorized Disposal von Entwickler und Publisher Ivy Juice Games zeigt sich im GamingUp Showcase 2026 als ungewöhnliche Mischung aus Entsorgungssimulation und psychologischem Horror. Du arbeitest in einer Müllentsorgungsanlage, nimmst neue Lieferungen entgegen und musst dafür sorgen, dass die Grube niemals vollständig gefüllt wird. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Job klingt, entwickelt allerdings schnell eine andere Richtung. Der Arbeitgeber wirkt verdächtig und zwischen dem angelieferten Müll befinden sich Dinge, die eigentlich nicht existieren sollten.
Das grundlegende Spielprinzip bleibt dabei bewusst überschaubar. Jede Ladung muss verarbeitet werden. Abfälle werden gepresst, verbrannt oder sortiert und anschließend entsorgt. Für erledigte Aufträge erhältst du Geld, das wiederum in Verbesserungen für die Anlage investiert werden kann. Über allem steht eine einfache Regel: Die Grube muss leer bleiben. Füllt sie sich vollständig, ist der Durchlauf vorbei.
Der Arbeitsplatz in PRESS: Authorized Disposal besteht aus verschiedenen Maschinen und Stationen, die für die Verarbeitung des angelieferten Mülls benötigt werden. Neue Ladungen treffen fortlaufend ein und müssen möglichst schnell abgearbeitet werden. Dabei reicht es nicht, sämtliche Gegenstände einfach in dieselbe Maschine zu werfen. Je nach Auftrag muss der Müll gepresst, verbrannt oder sortiert werden. Gleichzeitig dürfen sich die Lieferungen nicht zu stark ansammeln. Damit entsteht ein stetiger Zeit- und Ressourcenmanagement-Kreislauf. Während du noch mit einer Ladung beschäftigt bist, wartet bereits die nächste darauf, verarbeitet zu werden. Das Ziel besteht darin, mit der steigenden Arbeitsbelastung Schritt zu halten und die Entsorgungsanlage möglichst effizient zu betreiben. Für erfolgreich abgeschlossene Verträge gibt es eine Bezahlung. Das verdiente Geld verschwindet allerdings nicht einfach auf einem Konto, sondern kann direkt wieder in den eigenen Arbeitsplatz investiert werden.
PRESS: Authorized Disposal besitzt dafür ein eigenes Upgrade-System. Mit dem verdienten Geld können sogenannte Cores gekauft werden. Diese verbessern verschiedene Bereiche der Anlage und helfen dabei, größere Mengen Müll schneller zu verarbeiten. Unter anderem lässt sich die Geschwindigkeit der Presse erhöhen. Auch der Pusher, mit dem Abfälle innerhalb der Anlage bewegt werden, kann beschleunigt werden. Zusätzlich lässt sich die Verbrennungsrate der Grube verbessern. Dadurch verschwinden dort entsorgte Gegenstände schneller und schaffen Platz für neue Lieferungen. Alternativ kann in Verbesserungen investiert werden, die den Ertrag aus der Müllentsorgung erhöhen. Damit musst du entscheiden, an welcher Stelle die eigene Anlage aktuell am stärksten ausgebremst wird. Eine schnellere Presse bringt wenig, wenn die Grube anschließend nicht schnell genug geleert werden kann. Umgekehrt hilft eine hohe Verbrennungsrate nicht unbedingt weiter, wenn die vorherigen Arbeitsschritte nicht mit den neuen Lieferungen mithalten können.
Besonders wichtig ist deshalb die zentrale Grube der Anlage. Ivy Juice Games gibt dem Spieler für seine Arbeit nur eine wirklich feste Regel: Keep the pit empty. Die eingehenden Lieferungen dürfen sich nicht so stark ansammeln, dass die Kapazität vollständig ausgeschöpft wird. Passiert das trotzdem, endet der Versuch. Damit verbindet PRESS die einzelnen Arbeitsabläufe miteinander. Es reicht nicht, einen Auftrag korrekt abzuarbeiten. Gleichzeitig muss die gesamte Anlage effizient genug funktionieren, um auch mit den kommenden Lieferungen fertigzuwerden. Verbesserungen dienen entsprechend nicht nur dazu, höhere Einnahmen zu erzielen. Sie werden notwendig, um die Arbeitsabläufe zunehmend zu beschleunigen und die Menge des angelieferten Mülls bewältigen zu können. PRESS bekommt dadurch stellenweise den Charakter eines Score-Attack-Spiels. Steam führt den Titel neben Simulation und Resource Management auch mit dem entsprechenden Tag.
Allerdings wäre PRESS: Authorized Disposal damit zunächst nur eine ungewöhnlich düstere Entsorgungssimulation. Die eigentliche Besonderheit steckt im Müll selbst. Der Arbeitgeber macht unmissverständlich klar, dass die Inhalte der Lieferungen den Spieler nichts angehen. Müll ist Müll. Er wird verarbeitet und anschließend entsorgt. Doch offenbar befinden sich zwischen den Lieferungen Dinge, die dort nicht sein sollten. Ivy Juice Games spricht ausdrücklich von einem verdächtigen Arbeitgeber und Müll, der eigentlich nicht existieren dürfte. Was genau damit gemeint ist, soll vor der Veröffentlichung offenbar bewusst ein Geheimnis bleiben. Damit verändert sich die Bedeutung der eigentlich monotonen Arbeit. Du sollst Gegenstände vernichten, ohne nachzufragen, woher sie stammen oder warum sie beseitigt werden müssen. Gleichzeitig deutet das Spiel immer stärker darauf hin, dass hinter dem Entsorgungsbetrieb mehr steckt als ein gewöhnlicher Arbeitsplatz. Steam ordnet PRESS entsprechend unter anderem als Psychological Horror, Mystery, Investigation, Atmospheric und Dark Humor ein.
Trotz dieses Mystery-Ansatzes möchte Ivy Juice Games PRESS nicht als klassisches Story-Spiel verstanden wissen. Das Studio beschreibt das Projekt ausdrücklich als „not really a story“. Statt langer Dialoge, Zwischensequenzen oder einer umfangreichen Kampagne steht weiterhin die Arbeit innerhalb der Entsorgungsanlage im Mittelpunkt. Das Geheimnis entsteht damit vor allem aus dem, was während dieser Arbeit passiert und was der Spieler innerhalb seines Arbeitsplatzes beobachten kann. Auch eine andere Einordnung stellt Ivy Juice Games klar: PRESS ist kein Roguelite. Obwohl dieser Tag aktuell von Steam-Nutzern vergeben wurde, bezeichnet der Entwickler das Spiel ausdrücklich nicht als Vertreter des Genres. Der Fokus liegt stattdessen auf einer kompakten Simulation, die ihre Horror- und Mystery-Elemente in den normalen Arbeitsablauf integriert. Dadurch soll sich die zunächst routinierte Aufgabe zunehmend unangenehm anfühlen, ohne das grundlegende Spielprinzip komplett auszutauschen.
Auch beim Umfang verfolgt Ivy Juice Games einen ungewöhnlichen Ansatz. PRESS: Authorized Disposal soll ungefähr zwei bis drei Stunden dauern. Der Entwickler bezeichnet das Projekt ausdrücklich als „one-sitting experience“, also als ein Spiel, das vollständig in einer Sitzung durchgespielt werden kann. Statt einer Simulation, die über Dutzende Stunden immer weiter ausgebaut wird, besitzt PRESS damit einen bewusst begrenzten Umfang. Die zunehmende Effizienz der Anlage und das Mystery rund um die angelieferten Gegenstände sollen sich innerhalb dieser wenigen Stunden entwickeln. Steam führt zudem Multiple Endings als Merkmal des Spiels. Wie viele unterschiedliche Ausgänge tatsächlich vorgesehen sind und wodurch sie beeinflusst werden, wird auf der aktuellen Produktseite allerdings nicht genauer erklärt. Entsprechend würde ich an dieser Stelle nicht weiter spekulieren. Klar ist lediglich, dass PRESS trotz seiner kurzen Spielzeit unterschiedliche Enden vorsieht.
Einen konkreten PC-Veröffentlichungstermin für PRESS: Authorized Disposal gibt es derzeit noch nicht. Wer bereits vor der Veröffentlichung in der Entsorgungsanlage arbeiten möchte, kann sich allerdings für den Steam-Playtest registrieren.

