Electronic Arts schließt BioWare. Nach mehr als 30 Jahren endet damit die Geschichte des Studios hinter Baldur’s Gate, Star Wars: Knights of the Old Republic, Dragon Age und Mass Effect. Das nächste Mass Effect, das sich in früher Entwicklung befand, wird eingestellt.
Was EA entschieden hat
EA hat die Schließung am 21. Oktober 2026 in einem Brief an die Belegschaft angekündigt. Unterzeichnet haben ihn COO David Tinson und Chief Studios Officer Cam Weber; zuerst berichtete Bloomberg.
Laut dem Schreiben arbeitete bei BioWare zuletzt nur noch ein kleines Team an der Frühphase des neuen Mass Effect. EA führt das Projekt nicht weiter und schließt deshalb das Studio samt Standort in Edmonton. BioWare sei ein legendäres Studio, das das Rollenspielgenre mitgeprägt habe, heißt es im Brief. Man treffe die Entscheidung nicht leichtfertig.
Betroffen sind laut Bloomberg rund 50 Beschäftigte bei BioWare. Konzernweit fallen etwa 400 Stellen weg, rund 3 Prozent der Belegschaft. EA selbst nannte keine Zahl. Betroffene sollen bei der Suche nach anderen Stellen innerhalb des Konzerns unterstützt werden.
Das neue Mass Effect war im Dezember 2020 mit einem Teaser angekündigt worden. Einen offiziellen Titel oder ein Release-Fenster gab es bis zuletzt nicht.
Weitere Einschnitte bei EA
BioWare ist nicht der einzige Einschnitt. Bei The Sims pausiert EA das Projekt mit dem Codenamen „Project Lotus“, um sich auf „Project Evergreen“ zu konzentrieren. Das Team hinter skate. wird verkleinert. Respawn und DICE sollen künftig gemeinsam an einem neuen Shooter-Projekt arbeiten.
Weiter investiert wird laut EA in:
• Battlefield und Apex Legends
• EA Sports FC und das übrige Sport-Portfolio, darunter ein neues Football-Projekt („Project Gridiron“) und eine Rückkehr von Fight Night (in Vorproduktion)
• Marvel’s Iron Man
• das nächste Star Wars Jedi
Erster großer Schnitt nach der Übernahme
Die Schließung ist der erste große Einschnitt, seit EA nicht mehr an der Börse ist. Seit dem 4. August 2026 gehört der Publisher einem Konsortium aus dem saudischen Staatsfonds PIF, Silver Lake und Affinity Partners. Der Kaufpreis lag bei 55 Milliarden US-Dollar, ein großer Teil davon fremdfinanziert. Im Brief an die Belegschaft erwähnt EA die Übernahme nicht.
Schon nach Bekanntgabe des Deals im Herbst 2025 rechneten BioWare-Mitarbeitende laut Insider Gaming mit Kürzungen. Das Studio steckte da bereits seit Jahren in der Krise:
• Mass Effect: Andromeda (2017) enttäuschte Kritik und Fans.
• Anthem (2019) floppte, die Server sind seit Januar 2026 abgeschaltet.
• Dragon Age: The Veilguard (2024) blieb hinter EAs Erwartungen zurück.
2025 verkleinerte EA das Studio, danach arbeitete BioWare nur noch an einem Projekt. BioWare wurde 1995 in Edmonton gegründet und 2007 von EA übernommen.
Was bleibt
Die Marken Mass Effect und Dragon Age bleiben bei EA. Ein neues Spiel müsste aber ein anderes Studio entwickeln. Star Wars: The Old Republic läuft weiter und wird von Broadsword betreut.
BioWare selbst verabschiedete sich auf X: „Es gibt nichts Leichtes daran, diese Worte zu schreiben.“ Das Team dankte Entwicklern und Spielern für mehr als drei Jahrzehnte gemeinsamer Abenteuer.

