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The Sims – Das Brettspiel – Review

© Motek Production | Jakob Link

The Sims – Das Brettspiel – Review

by Jakob Link
22. Oktober 2026
in Gesellschaftsspiel Review, Gesellschaftsspiele, News, Review

Bedürfnisse im Blick behalten, Freundschaften schließen und nebenbei die eigenen Lebensziele verfolgen – das kennen Millionen Fans aus der Lebenssimulation von Electronic Arts. Doch wie fühlt sich dieser Alltag an, wenn statt der Maus Karten und ein Würfel den Ton angeben? Auf der SPIEL 2026 in Essen haben wir das Sims Brettspiel von Goliath zu dritt ausprobiert. Der Verlag bringt die Reihe als kompaktes Familienspiel für zwei bis fünf Personen auf den Tisch. Gelingt es dem Spiel, das typische Sims-Gefühl einzufangen, ohne in einem Regelwust zu versinken?

Steckbrief

Angabe Details
Titel The Sims – Das Brettspiel
Verlag Goliath (Lizenz: Electronic Arts)
Autor Dexter Stevens
Personen 2–5
Alter ab 12 Jahren
Spieldauer ab ca. 15 Minuten (Händlerangabe)
Preis UVP 24,99 Euro
Sprache Deutsch
Erschienen USA 2025, deutsche Ausgabe im Handel

Vom Bildschirm auf den Spieltisch

Das Sims Brettspiel ist das erste Brettspiel zur Lebenssimulation von Electronic Arts. Goliath hat es gemeinsam mit EA entwickelt und pünktlich zum 25. Geburtstag der Reihe angekündigt. Für das Spieldesign ist Dexter Stevens verantwortlich.
In den USA ist das Spiel bereits seit August 2025 für knapp 20 US-Dollar erhältlich. Hierzulande blieb zunächst nur der Import der englischen Fassung. Inzwischen steht mit The Sims – Das Brettspiel auch eine deutsche Ausgabe in den Regalen, die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 24,99 Euro.

Goliath ist vor allem für Familien- und Partyspiele wie Rummikub bekannt. Diese Ausrichtung merkt man auch dem Sims-Ableger an. Statt einer komplexen Simulation erwartet uns ein kompaktes Familienspiel. Im März 2026 erhielt es den Pop Insider Collector’s Choice Award in der Kategorie für die beste Tabletop-Kollaboration.

Spannend ist die Grundidee. Die Sims 4 und seine Vorgänger sind reine Einzelspieler-Erlebnisse, das Brettspiel muss dagegen mehrere Personen an einen Tisch bringen. Laut Goliath sollen sich die Spielenden vor allem auf ihre eigene Geschichte konzentrieren. Gegenseitiges Ausbremsen soll dabei möglichst keine Rolle spielen.

Bedürfnisse, Bestrebungen und berühmte Nachbarn

© Motek Production | Jakob Link

Zu Beginn setzen wir den Spielplan aus drei Teilen zusammen und belegen sechs Orte mit Ortskarten. Diese sind beidseitig bedruckt, sodass die Nachbarschaft von Partie zu Partie variieren kann. Neben dem Plan liegen sechs offene Aktionskarten in zwei Reihen sowie zwei ikonische Sims aus.
Jeder Spieler wählt aus je zwei Karten eine Bestrebung und ein Zuhause. Hinzu kommen eine Plumbob-Spielfigur und ein Bedürfnis-Tracker, auf dem zum Start alle Bedürfnisse voll sind. Eine nette Anspielung: Wer zuletzt im echten Leben umgezogen ist, beginnt.

In unserem Zug haben wir zwei Möglichkeiten. Meist reisen wir zu einem der Orte. Das geht allerdings nur, wenn das dort abgebildete Bedürfnis auf unserem Tracker voll ist. Nach dem Besuch sinkt es auf leer. Anschließend nehmen wir eine Aktionskarte aus der Auslage, die ein passendes Symbol zum Ort zeigt. Manche Karten füllen ein Bedürfnis wieder auf oder lösen Sonderaktionen aus, etwa eine weitere Reise.

Alternativ gehen wir nach Hause. Dort füllen wir zwei Bedürfnisse auf und dürfen unsere Bestrebung gegen eine neue tauschen. Das Spiel überträgt damit ein Kernelement der Videospiele ziemlich direkt: Wer sich nicht um seine Bedürfnisse kümmert, kommt nicht weit.

Punkte gibt es auf zwei Wegen. Zeigen unsere Aktionskarten drei Symbole, die zu unserer Bestrebung passen, erfüllen wir sie am Zugende und erhalten drei Punkte. Das Symbol auf der Hauskarte zählt dabei mit. Außerdem ziehen ikonische Sims wie Bella Goth oder Bob Pancakes bei uns ein, wenn wir eine Karte mit ihrem Interesse nehmen. Jeder von ihnen bringt einen Punkt. Wer seinen Zug zuerst mit acht Punkten beendet, gewinnt. Für längere Partien lässt sich das Ziel laut Anleitung auf zehn Punkte erhöhen.

Für Bewegung sorgen zwei Mechaniken. Treffen wir an einem Ort auf andere Spieler, würfeln beide mit dem Interaktionswürfel. Je nach Ergebnis klauen wir eine Karte, füllen ein Bedürfnis auf oder müssen eines senken. Zieht jemand eine bestimmte Aktionskarte, ziehen alle ikonischen Sims um: Sie wandern reihum weiter, bis sie bei jemandem mit passenden Interessen landen.

Das Sims Brettspiel setzt auf Gemütlichkeit

© Motek Production | Jakob Link

Die Regeln wurden uns vor Ort gut und verständlich erklärt, der Einstieg fiel uns entsprechend leicht. Das Sims Brettspiel ist deutlich einfacher zu durchschauen als die Videospiele mit Bau-Modus, Karrieren und unzähligen Erweiterungen. Hier dreht sich alles um wenige Entscheidungen: Wohin reisen wir, welche Karte nehmen wir und wann gönnen wir unserem Sim eine Pause zu Hause?

Besonders gefallen hat uns das Tempo. Hektik kommt nicht auf, stattdessen erwartet uns ein klassisches Cozy Game für den Spieltisch. Direkte Angriffe gibt es nicht. Die Interaktion beschränkt sich auf Begegnungen an den Orten und den Umzug der ikonischen Sims.

Ein gewisser Glücksanteil gehört dazu. Welche Karten in der Auslage liegen und was der Interaktionswürfel zeigt, können wir nicht beeinflussen. Wer tiefgehende Strategie sucht, findet sie hier eher nicht, kann aber durchaus selbst strategisch werden, zum Beispiel die Aktionskarten den anderen Mitspielern „klauen“.

Für Fans steckt viel Wiedererkennungswert in der Schachtel. Die Spielfiguren sind Plumbobs, die bekannten Bedürfnisse tauchen auf dem Tracker auf. Unter den 18 ikonischen Sims finden sich Bella Goth, Nancy Landgraab, Bob Pancakes und Skelett-Hausmädchen Bonehilda. Auch Orte wie die Universität von Britechester oder ein Picknickplatz in Willow Creek sind dabei. Die 115 Aktionskarten tragen augenzwinkernde Texte, die den Humor der Vorlage aufgreifen.

Die Zielgruppe ist für uns klar: Das Spiel richtet sich in erster Linie an alle, die Die Sims am PC oder auf der Konsole spielen. Dank der einfachen Regeln eignet es sich aber auch für Familien und Gelegenheitsspieler ab zwölf Jahren.

Die Anspielsession auf der SPIEL hat uns viel Spaß bereitet!

Tags: Die SimsInternationale Spieltage (SPIEL)SPIEL 2026
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