Capcom hat einen umfangreichen Sicherheitsvorfall bestätigt, bei dem sich Unbekannte Zugriff auf Kundendaten verschafft haben. Nach Angaben des japanischen Publishers sind insgesamt 11.774.247 Datensätze betroffen, darunter zahlreiche E-Mail-Adressen und interne Benutzerkennungen. Bei einigen Konten konnten die Angreifer darüber hinaus persönliche Informationen einsehen oder sogar die Anmeldepasswörter verändern. Das Unternehmen hat inzwischen Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet und die zuständigen Behörden in Japan informiert.
Entdeckt wurde der Vorfall am 19. Oktober 2026, nachdem Capcom verdächtige Aktivitäten innerhalb seines Online-Mitgliedersystems festgestellt hatte. Zu diesem Zeitpunkt war es den Angreifern bereits gelungen, auf bestimmte Kundendaten zuzugreifen. Wie lange der unbefugte Zugriff zuvor möglich war, geht aus der veröffentlichten Mitteilung nicht hervor.
Welche Daten sind vom Angriff betroffen?
Den größten Teil des Sicherheitsvorfalls machen E-Mail-Adressen und systemspezifische Identifikationsnummern aus. Insgesamt wurden 11.774.247 entsprechende Datensätze von den Angreifern eingesehen. Ob jeder dieser Datensätze einem eigenen Benutzerkonto entspricht, lässt Capcom in seiner Mitteilung offen. Die Zahl der tatsächlich betroffenen Personen könnte deshalb von der Anzahl der erfassten Datensätze abweichen.
Bei 43 Konten konnten die Unbekannten zusätzlich auf weitere persönliche Informationen zugreifen. Dazu gehören das Geburtsdatum, das Geschlecht, das Herkunftsland beziehungsweise die hinterlegte Region sowie der verwendete Spitzname. Diese Angaben wurden nach Informationen des Publishers ebenfalls offengelegt. Besonders in Verbindung mit den betroffenen E-Mail-Adressen könnten solche Daten für gezielte Betrugsversuche verwendet werden, etwa wenn Angreifer versuchen, sich in Nachrichten als vertrauenswürdiger Absender auszugeben.
Noch schwerwiegender fiel der Eingriff bei 196 Capcom-ID-Konten aus, deren Anmeldepasswörter ohne Zustimmung der Besitzer verändert wurden. Capcom stellt allerdings klar, dass die ursprünglich verwendeten Passwörter nicht ausgelesen oder gestohlen wurden. Stattdessen gelang es den Angreifern offenbar, die Zugangsdaten auf anderem Wege zurückzusetzen beziehungsweise zu verändern. Das Unternehmen hat die Passwörter der betroffenen Konten inzwischen erneut zurückgesetzt und angekündigt, die jeweiligen Besitzer über den Vorfall zu informieren.
Kreditkarteninformationen sind nach Angaben von Capcom nicht betroffen. Der Publisher erklärte ausdrücklich, dass bei dem Angriff keine entsprechenden Zahlungsdaten kompromittiert wurden. Auch Hinweise auf einen unbefugten Zugriff auf diese Informationen wurden bislang nicht genannt.
Capcom reagiert mit Notfallmaßnahmen
Nachdem die verdächtigen Aktivitäten am 19. Oktober aufgefallen waren, begann Capcom damit, den Zugriff der unbekannten Dritten zu unterbinden. Gleichzeitig wurde der interne Notfallplan aktiviert, um das Ausmaß des Angriffs zu untersuchen und weitere Schäden zu verhindern. Dafür richtete das Unternehmen eine eigene Stelle ein, die sich mit der Aufarbeitung des Sicherheitsvorfalls beschäftigt.
Nach Angaben des Publishers konnte inzwischen auch die Methode identifiziert werden, mit der sich die Angreifer Zugang zum System verschafft hatten. Der entsprechende Angriffsweg wurde daraufhin geschlossen. Weitere technische Einzelheiten zur Schwachstelle oder zum genauen Ablauf des Vorfalls veröffentlichte Capcom bislang nicht.
Darüber hinaus wurde der Angriff den zuständigen japanischen Behörden gemeldet. Die betroffenen Systeme werden weiterhin überwacht, während die internen Untersuchungen fortgesetzt werden. Capcom entschuldigte sich bei seinen Kunden für die entstandenen Unannehmlichkeiten und erklärte, die notwendigen Sofortmaßnahmen bereits umgesetzt zu haben. Wer hinter dem Angriff steckt, ist derzeit nicht bekannt.
Warnung vor Phishing-Mails und verdächtigen Nachrichten
Besonders die große Anzahl betroffener E-Mail-Adressen könnte für weitere Betrugsversuche interessant sein. Capcom warnt deshalb ausdrücklich davor, unbekannten Absendern zu vertrauen oder verdächtige Links und Dateianhänge zu öffnen. Auch Nachrichten, die angeblich vom Unternehmen selbst stammen, sollten aufmerksam geprüft werden.
Eine mögliche Gefahr stellen sogenannte Phishing-Mails dar. Dabei versuchen Betrüger, Empfänger über gefälschte Webseiten zur Eingabe ihrer Zugangsdaten zu bewegen. Solche Nachrichten können beispielsweise behaupten, dass ein Konto aus Sicherheitsgründen gesperrt wurde oder eine sofortige Passwortänderung erforderlich sei. Durch die beim Angriff erlangten Informationen könnten entsprechende Nachrichten gezielter an Capcom-Kunden verschickt werden.
Betroffene Nutzer sollen direkt über den Vorfall informiert werden. Wer eine entsprechende Nachricht erhält, sollte deshalb zunächst prüfen, ob sie tatsächlich von Capcom stammt. Für die Anmeldung oder Änderung von Zugangsdaten empfiehlt es sich, die offizielle Webseite selbst aufzurufen, anstatt einem Link aus einer unbekannten E-Mail zu folgen.
Keine Auswirkungen auf Spiele und Online-Dienste
Trotz des Sicherheitsvorfalls können Kunden ihre bereits erworbenen Spiele weiterhin nutzen. Capcom bestätigt, dass der Angriff keine Auswirkungen auf den Zugriff auf Spiele oder deren Spielbarkeit hat. Eine allgemeine Einschränkung der entsprechenden Angebote wurde im Zusammenhang mit dem Datenleck ebenfalls nicht angekündigt.
Für die 196 Konten, deren Passwörter unbefugt verändert wurden, können allerdings zusätzliche Schritte bei der nächsten Anmeldung erforderlich sein. Da Capcom die Zugangsdaten dieser Konten zurückgesetzt hat, müssen die betroffenen Besitzer gegebenenfalls ein neues Passwort festlegen, bevor sie sich wieder anmelden können.
Die Untersuchung des Sicherheitsvorfalls ist unterdessen noch nicht abgeschlossen. Capcom überwacht seine Systeme weiterhin und will die betroffenen Kunden über die bereits festgestellten Auswirkungen informieren. Ob im Zuge der laufenden Untersuchungen noch weitere Erkenntnisse zum Angriff veröffentlicht werden, bleibt abzuwarten.

