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Grand Theft Auto VI – Rockstar kündigt „An Extended Look“ für Ende August an

GTA 6 – Wirtschaftsexperte rechnet mit einer Milliarde Dollar Produktivitätsverlust zum Release

by Paul Motek
23. Oktober 2026
in Games, News

Wenn am 19. November 2026 Grand Theft Auto 6 erscheint, dürften sich zahlreiche Spieler Urlaub nehmen, um möglichst früh nach Vice City zurückzukehren. Doch könnte die Veröffentlichung eines einzigen Videospiels tatsächlich Auswirkungen auf die Wirtschaft eines ganzen Landes haben? Genau mit dieser Frage hat sich der Wirtschaftswissenschaftler José García Montalvo beschäftigt. Seine Berechnungen zeigen, dass der Release von GTA 6 in den USA theoretisch einen Produktivitätsverlust von rund einer Milliarde US-Dollar verursachen könnte. Dabei handelt es sich allerdings ausdrücklich um eine akademische Modellrechnung und nicht um eine konkrete Vorhersage. Ob tatsächlich so viele Arbeitnehmer gleichzeitig ausfallen werden, lässt sich derzeit nicht abschätzen.

José García Montalvo, Wirtschaftsprofessor an der spanischen Universität Pompeu Fabra, hat untersucht, welche wirtschaftlichen Folgen ein außergewöhnlich großer Videospiel-Release haben könnte. Seine Überlegungen wurden vom International Business Times aufgegriffen und beziehen sich insbesondere auf den amerikanischen Arbeitsmarkt. Für seine Berechnung geht Montalvo davon aus, dass rund 1,5 Millionen Arbeitnehmer am Veröffentlichungstag von GTA 6 nicht zur Arbeit erscheinen könnten. Dabei berücksichtigt das Modell sowohl geplante Urlaubstage als auch mögliche kurzfristige Fehlzeiten. Als weitere Grundlage verwendet der Wirtschaftswissenschaftler eine durchschnittliche jährliche Wirtschaftsleistung von etwa 70.000 US-Dollar pro amerikanischem Arbeitnehmer.

Aus diesen Annahmen ergibt sich ein möglicher kurzfristiger Produktivitätsverlust von rund einer Milliarde US-Dollar. Die Untersuchung spricht außerdem von einem Rückgang um ungefähr zwei Prozent, wobei sich dieser Wert auf die betrachtete kurzfristige Modellrechnung bezieht und nicht auf die gesamte jährliche Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten. Ob die zugrunde gelegten 1,5 Millionen Fehlzeiten tatsächlich eintreten, ist jedoch ungewiss. Auch der wirtschaftliche Wert eines ausgefallenen Arbeitstages lässt sich nicht ohne Weiteres aus der durchschnittlichen Jahresleistung eines Arbeitnehmers ableiten.

Nach Montalvos Einschätzung könnten insbesondere Männer zwischen 18 und 30 Jahren zu den Arbeitnehmern gehören, die sich für GTA 6 freinehmen. Auch die Technologiebranche könnte demnach überdurchschnittlich stark betroffen sein. Allerdings beschränken sich die möglichen Auswirkungen nicht ausschließlich auf Mitarbeiter, die am Veröffentlichungstag fehlen. Selbst wer regulär zur Arbeit erscheint, könnte durch den Release abgelenkt werden. Gespräche über das Spiel, Livestreams oder besonders lange Gaming-Sessions in der Nacht zuvor könnten sich nach Ansicht des Wirtschaftswissenschaftlers ebenfalls auf die Konzentration auswirken.

Wie groß dieser Effekt tatsächlich wäre, lässt sich allerdings kaum zuverlässig messen. Zudem bedeutet ein genommener Urlaubstag nicht automatisch, dass die entsprechende Arbeitsleistung vollständig verloren geht. Je nach Tätigkeit können Aufgaben beispielsweise vorgezogen oder zu einem späteren Zeitpunkt erledigt werden.

Interessant ist der Vergleich zwischen dem möglichen Produktivitätsverlust und den erwarteten Einnahmen rund um GTA 6. Während amerikanische Unternehmen laut der Modellrechnung kurzfristig wirtschaftliche Leistung verlieren könnten, rechnen Branchenbeobachter gleichzeitig mit außergewöhnlich hohen Verkaufszahlen für Rockstar Games und den Mutterkonzern Take-Two Interactive.

Take-Two-Chef Strauss Zelnick hatte gegenüber Aktionären einen operativen Cashflow von mehr als einer Milliarde US-Dollar für das laufende Geschäftsjahr in Aussicht gestellt. GTA 6 soll dabei eine wichtige Rolle spielen. Allerdings handelt es sich bei einem Produktivitätsverlust und dem operativen Cashflow eines Unternehmens um unterschiedliche wirtschaftliche Kennzahlen. Die Beträge lassen sich daher nicht unmittelbar miteinander verrechnen. Auch die Vorstellung, dass eine Milliarde Dollar einfach von amerikanischen Arbeitgebern zu Rockstar und Take-Two wandert, greift wirtschaftlich zu kurz. Verkäufe, Unternehmensgewinne und entgangene Arbeitsleistung sind nicht gleichzusetzen.

Ein weiterer Aspekt der Diskussion betrifft den Entwicklungsstandort von GTA 6. Das federführende Entwicklerstudio Rockstar North befindet sich im schottischen Edinburgh. Ein erheblicher Teil der Entwicklungsarbeit wird somit in Großbritannien geleistet, während ein großer Teil der potenziellen Arbeitsausfälle in der Modellrechnung auf die USA entfällt. Daraus ergibt sich die Frage, welche Länder wirtschaftlich besonders stark von einem erfolgreichen Verkaufsstart profitieren könnten. Allerdings ist Take-Two Interactive ein amerikanischer Konzern, und Rockstar Games verfügt über internationale Entwicklungsstandorte. Wie sich die Einnahmen tatsächlich auf einzelne Länder verteilen, hängt unter anderem von Unternehmensstrukturen, Steuern, Gehältern und weiteren wirtschaftlichen Faktoren ab. Ein unmittelbarer Vergleich zwischen amerikanischen Produktivitätsverlusten und britischen Einnahmen wäre deshalb ebenfalls nur eingeschränkt aussagekräftig.

Neben den möglichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt stehen auch die erwarteten Verkaufszahlen von GTA 6 im Mittelpunkt. Laut den im Bericht genannten Prognosen des Marktforschungsunternehmens Newzoo könnte das Spiel bereits in seiner ersten Verkaufswoche mindestens 37 Millionen Exemplare absetzen. Die weltweiten Verkaufserlöse beziehungsweise Buchungen im Einzelhandel könnten demnach bis zu 4,5 Milliarden US-Dollar erreichen. Allein für die erste Vorbestellungswoche wird in der Prognose ein Betrag von rund 260 Millionen US-Dollar genannt. Diese Zahlen sind allerdings keine bestätigten Verkaufsdaten, sondern Schätzungen, die auf bestimmten Annahmen beruhen. Wie viele Exemplare GTA 6 tatsächlich verkaufen wird, lässt sich erst nach der Veröffentlichung beurteilen. Hinzu kommt, dass die tatsächlichen Einnahmen von Take-Two nicht mit dem gesamten Verkaufswert gleichzusetzen sind. Unter anderem müssen Anteile für Plattformbetreiber, Vertrieb und weitere Kosten berücksichtigt werden.

Tags: Grand Theft Auto 6 (GTA6)Rockstar Games
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Paul Motek

Paul Motek

Motek ist Chefredakteur und Gründer dieses Online-Gaming Magazin. 2013 gründete er im Rahmen seiner Ausbildung das Gaming TV & Online Magazin G-activity, das heutige MotekGames und MotekTV. Motek ist Leidenschaftlicher Gamer, zockt gerne Sport und Simulationsspiele und ist begeisterter Fußball & Motorsport-Fan.

MotekGames ist ein deutsches Online Gaming Magazin für News und Reviews. Seit dem Jahr 2013 veröffentlicht die Redaktion aktuelle News & Tests, über PC-, Videospiele, eSport, Hardware, Klemmbausteine & Boardgames. Auch ist die Redaktion auf verschiedenen Events der Branche vertreten, wie zum Beispiel der gamescom, devcom, DEP, DCP, IFA, VBL oder IEM. Auch werden unsere News zweimal pro Woche als Podcast (bei iTunes, Amazon, Spotify, Deezer und Google) veröffentlicht und monatlich als TV-Format auf dem TV-Sender NRWision.

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