Nach den EA Entlassungen und der Schließung von BioWare melden sich Beschäftigte zu Wort. Laut einem Bericht von Vertical Slice schildern aktuelle und ehemalige Mitarbeiter eine massiv gesunkene Moral, Druck zum Einsatz generativer KI und eine Kommunikation, die viele als kalt empfinden. EA hat sich zu dem Bericht bislang nicht geäußert.
EA Entlassungen: Rund 400 Stellen fallen weg
Im Rahmen des Konzernumbaus sollen bei Electronic Arts rund 400 Stellen gestrichen werden. Der Bericht nennt die Schließung von BioWare in Edmonton als einschneidendste Maßnahme. Hinzu kommen Kürzungen bei Maxis, Full Circle, Motive, Respawn und Ripple Effect. Bei Full Circle soll etwa ein Drittel des Teams mit über 100 Personen betroffen sein, genannt werden 30 bis 40 Prozent.
Die Einschnitte folgen weniger als drei Monate nach der Übernahme von EA durch ein Investorenkonsortium unter Führung Saudi-Arabiens im Wert von 55 Milliarden US-Dollar.
Kündigung per Zoom: So erlebten Betroffene die Entlassungen
Betroffene berichten, sie seien zu einem Zoom-Meeting eingeladen worden. Dort war der Chat deaktiviert, die übrigen Teilnehmer waren ausgeblendet. Fragen stellen oder sich von Kollegen verabschieden war nicht möglich. Die Kündigungen wurden zusätzlich per interner E-Mail mitgeteilt.
EA legt offenbar nicht offen, wer genau gehen muss. Teams erfahren daher oft nicht sofort, welche Kollegen entlassen wurden. Eine entlassene Mitarbeiterin berichtet, einige Kollegen hätten erst durch ihren LinkedIn-Beitrag von ihrem Abschied erfahren.
KI-Druck bei EA: Offiziell freiwillig, faktisch erwartet
Generative KI wird intern stark beworben. Verpflichtend ist ihr Einsatz laut den Befragten nicht, erwartet werde er aber trotzdem. Führungskräfte stellten KI als „Zukunft“ dar, und die Arbeit ohne solche Werkzeuge werde zunehmend schwerer. CEO Andrew Wilson hatte KI bereits 2024 gegenüber Investoren gelobt.
Einige Mitarbeiter befürchten, dass KI langfristig den Personalbedarf senken soll. Das ist die Einschätzung der Befragten und nicht von EA bestätigt.
Missmanagement: Weniger Personal, gleiche Arbeit
Alle befragten Quellen beschreiben eine stark gesunkene Stimmung. Die Teams seien kleiner geworden, der Umfang der Arbeit aber kaum. Die Führungsebene wirke weit weg von der Spieleentwicklung. Kritik gibt es außerdem am Umzug nach Kirkland bei Seattle, an der Schließung von Ridgeline und Cliffhanger Games und an widersprüchlichen Aussagen, etwa zur Zukunft von Skate trotz der Kürzungen bei Full Circle.
Zu BioWare heißt es, das Studio habe sich auf Anweisung von Wahlmöglichkeiten, Konsequenzen und Begleitern abwenden und stattdessen Live-Service- und Multiplayer-Elemente verfolgen sollen. Viele sehen darin verschwendetes Geld und eine risikoscheue Führung.
Was sagt EA zu den Entlassungen?
In der internen E-Mail erklärte EA, die Entscheidung zur BioWare-Schließung nicht leichtfertig getroffen zu haben. Eine Stellungnahme zum Bericht von Vertical Slice lag bei Veröffentlichung nicht vor.

