Etwas mehr als ein Jahr nach der Veröffentlichung von MindsEye gibt es erneut Entlassungen bei Build a Rocket Boy. Mehrere Mitarbeiter haben öffentlich bestätigt, dass ihre Stellen gestrichen werden. Einige ihrer Aussagen werfen gleichzeitig Fragen darüber auf, wie es mit dem von Ex-Rockstar-North-Präsident Leslie Benzies gegründeten Studio weitergeht. Wie viele Mitarbeiter von der aktuellen Entlassungsrunde betroffen sind, ist bislang nicht bekannt. Auch eine mögliche Schließung des Studios wurde bislang nicht offiziell bestätigt.
Besonders eine Aussage eines Mitarbeiters sorgt allerdings für Aufmerksamkeit.
Der bisherige Build-a-Rocket-Boy-Mitarbeiter Dan Hawkins erklärte in einem Beitrag in sozialen Netzwerken, dass er gemeinsam mit weiteren Kollegen betroffen sei. Hawkins schrieb außerdem, dass er Build a Rocket Boy noch „bis zum Ende“ begleiten und dabei helfen werde, die verbleibenden Arbeiten in der Personalabteilung abzuschließen. Was genau mit dieser Formulierung gemeint ist, bleibt offen. Sie könnte auf weitreichende Veränderungen innerhalb des Unternehmens hindeuten, bestätigt für sich genommen allerdings keine vollständige Schließung von Build a Rocket Boy. Eine weitere Mitarbeiterin, Michaela Emslie, erklärte ebenfalls, eine Kündigung im Rahmen des Stellenabbaus erhalten zu haben. Ihrer Aussage zufolge betrifft die Maßnahme sie und einige ihrer Kollegen. Dies deutet zumindest darauf hin, dass nicht zwangsläufig die gesamte Belegschaft gleichzeitig entlassen wurde.
Die erneuten Entlassungen folgen auf ein schwieriges Jahr für das Studio. MindsEye konnte laut dem vorliegenden Bericht kommerziell nicht die erhofften Ergebnisse erzielen und sorgte nach seiner Veröffentlichung für umfangreiche Kritik. Bereits zuvor kam es deshalb zu mehreren Entlassungswellen bei Build a Rocket Boy. Neben MindsEye hatte das Unternehmen ursprünglich ein größeres Ökosystem mit User Generated Content im Blick. Laut dem Bericht konnten jedoch weder das Spiel noch das damit verbundene Konzept bislang genügend Interesse entwickeln, um die Situation des Studios nachhaltig zu verbessern.
Hinzu kamen weitere Probleme rund um das Unternehmen. Build a Rocket Boy und der bisherige Publishing-Partner IO Interactive gingen getrennte Wege. Darüber hinaus wurden in den vergangenen Monaten Vorwürfe über interne Überwachungsmaßnahmen gegenüber Mitarbeitern bekannt. Gleichzeitig beschäftigt sich das Unternehmen mit einem Rechtsstreit gegen Personen, denen Build a Rocket Boy Sabotage vorwirft. Dabei handelt es sich um Vorwürfe beziehungsweise laufende rechtliche Auseinandersetzungen. Welche davon letztlich juristisch Bestand haben, ist damit nicht abschließend geklärt.
Ob die aktuelle Entlassungsrunde tatsächlich das Ende von Build a Rocket Boy bedeutet, lässt sich anhand der bislang bekannten Informationen nicht bestätigen. Die Aussagen ehemaliger beziehungsweise betroffener Mitarbeiter lassen zumindest erkennen, dass erneut Stellen abgebaut werden und einzelne Bereiche des Unternehmens offenbar abgewickelt werden. Wie groß die Entlassungsrunde ausfällt und welche Teile des Studios weitergeführt werden, ist derzeit unbekannt. Build a Rocket Boy wurde dem Bericht zufolge um eine Stellungnahme und weitere Informationen gebeten. Eine offizielle Erklärung zur aktuellen Situation liegt bislang nicht vor.

