Bei Xbox zeichnet sich eine Veränderung ab. Die neue CEO Asha Sharma hat sich vorgenommen, einige Veränderungen vorzunehmen und die bisherige Strategie ihres Vorgängers Phil Spencer zu überdenken. In einem bemerkenswerten Interview wies sie ihm unmissverständlich die Hauptschuld an der derzeitigen Schieflage der Gaming-Sparte zu. Die Konsequenzen dieser Verfehlungen wurden am selben Tag in Form von Entlassungen deutlich.
„Wir haben uns verzettelt“: Das vernichtende Urteil über die Ära Spencer
Seit Asha Sharma die Leitung bei Xbox übernommen hat, wurden einige Veränderungen in der bisherigen Strategie vorgenommen. Der Fokus liegt nun wieder stärker auf Exklusivtiteln, während der einst hochgelobte Game Pass etwas zurückgefahren wird. In einem aktuellen Interview mit „Fortune“ (via „Game Developer“) deutete Sharma an, dass diese Kehrtwende auch als eine Art indirekte Kritik an Phil Spencer verstanden werden könnte.
Sharma äußerte sich in ihrer Überzeugung, dass Spencer nicht der geeignete Kandidat sei. Seine risikofreudige Expansion könnte dazu beigetragen haben, dass das Unternehmen eine breitere Aufstellung als gewünscht erreicht hat.
Ein „ungesundes“ Unternehmen als Spencers Erbe
Sharma wies darauf hin, dass Spencers Entscheidungen dazu geführt hätten, dass Xbox in einer Situation sei, die als nicht optimal betrachtet werden könnte. In Anbetracht der derzeitigen Herausforderungen im Bereich der Hardware-Ressourcenplanung könnte sich die verfehlte Planung der Ressourcen als problematisch erweisen. Wenn Xbox finanziell gut aufgestellt wäre und lukrativere Gewinnmargen hätte, könnte das Unternehmen die drastisch steigenden Komponentenkosten abfedern, ohne sofort Verluste zu schreiben.
Spencer hat den Grundstein für eine mögliche Problematik gelegt, die sich auf die von ihm hinterlassene „ungesunde“ Grundlage bezieht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sahen sich am Tag der Veröffentlichung des Interviews mit den Konsequenzen des Missmanagements konfrontiert: Sharma kündigte 3.200 Entlassungen an und lagerte vier First-Party-Studios aus.
Rückkehr zur klassischen Konsole inmitten einer Preis-Explosion
Sharmas Lösung für die aktuelle Situation scheint ein „Back to the Roots“-Ansatz zu sein: Xbox könnte sich wieder wie ein konventioneller Konsolenhersteller verhalten. Es ist jedoch fraglich, ob diese Strategie ausreicht, um die Herausforderungen der Branche zu bewältigen.
Nach unserem bescheidenen Verständnis ist derzeit eine deutliche Steigerung der Hardware-Preise in verschiedenen Branchen zu beobachten. Es wird geschätzt, dass allein die Materialkosten für die nächste PlayStation über 900 US-Dollar liegen werden, während die günstigste Steam Machine bereits mit 1.049 US-Dollar zu Buche schlägt. Auch eine Fokussierung auf das Kerngeschäft ändert nichts an der Tatsache, dass die nächste Xbox-Generation mit hohen Herstellungskosten verbunden sein wird. Es ist eher unwahrscheinlich, dass Microsoft künftig auf einen Teil seiner Margen verzichtet, um kundenfreundlichere Preise anzubieten.
Finanzierung auf Pump als fragwürdiger Ausweg?
Unabhängig davon, wie erfolgreich die Strategie letztlich sein mag, werden die Folgen der Ära Spencer spürbar bleiben. Sharma selbst deutete an, dass die jüngsten Entlassungen womöglich nicht die letzten harten Einschnitte waren, was jedoch nicht mit Sicherheit bestätigt werden kann.

