Im Rahmen der Future Games Show gab es auch auf der diesjährigen Gamescom wieder einiges an kommenden Videospielen zu bestaunen. Eines der Spiele, welches in dem knapp zwei stündigen Showcase gezeigt wurde und für Aufsehen gesorgt hat, war Amphibian. Der Debüttitel des Entwicklers JARCORP Interactive erzählt uns eine Geschichte von Fröschen, die ihren Teich vor einfallenden Kröten retten müssen. Wir durften einen der Entwickler auf der Gamescom für ein Interview treffen.
Vom Studioalbum zum Videospiel
Bevor wir aber im Detail darüber sprechen worum es in dem 2D-Rollenspiel geht, hat uns Greg Alexandropoulos die interessante Geschichte erzählt, wie es überhaupt zu dem Videospiel kam. Greg ist nämlich eigentlich Sänger der alternativen Rock- und Pop-Band Western Education. Letztes Jahr kam mit Millennial Youth ihr drittes Studioalbum heraus. Der Clou dabei: schon in diesem Album hat Greg Teile der Ideen für Amphibian verbaut.
Als er dann mit seiner Band ein Konzert gegeben hat, befand sich laut Greg im Publikum ein Bekannter von ihm. Diesen kannte er bis dato aber nur flüchtig durch dessen Frau. Als sie dann nach dem Konzert über den Auftritt und das Album gequatscht hatten, erzählte Greg ihm die Geschichte zum Album und erklärt ihm, dass er daraus so gerne ein Videospiel machen würde, nur dass er eben einfach keine Ahnung vom Programmieren hätte.
Laut Greg entpuppte sich sein Bekannter witzigerweise als jemand, der sich in dem Bereich auskannte. Dieser schlug dem leidenschaftlichen Gamer dann vor, dass er ihm das Konzept liefern soll und er würde es dann in ein Videospiel umsetzen. Und so wurde aus dem Sänger Greg Alexandropoulos der Spieledirektor für Amphibian und aus seinem Bekannten James Roumeliotis der Entwickler hinter dem Froschabenteuer.
Kampf ums Überleben
In der offiziellen Definition von Amphibien handelt es sich dabei um Landwirbeltiere, welche sich nur im Wasser fortpflanzen können. Und genau da setzt auch Amphibian an – also jetzt nicht beim Thema Fortpflanzung, sondern um den Lebensraum. Aufgrund einer Landesweiten Dürre sehen sich nämlich die Frösche in der Fantasiewelt von Amphibian einem Krieg ausgesetzt. Im Kampf ums Überleben müssen sich die Frösche vor den in ihrem Teich einfallenden Kröten schützen.
Diese beiden Fraktionen befinden sich dabei ohnehin schon seit Generationen des Verlusts und Verrates in einem Krieg. Die Dürre treibt diesen Konflikt dabei nun auf einen Höhepunkt. Zum Glück gibt es aber eine kleine Gruppe an Fröschen, welche sich heldenhaft in die Schlacht stürzt, um ihren Teich und ihre Artspezies zu retten.
Unsere sprechenden Helden sind dabei aber nicht einfach nur Frösche. Gren, Sapo, Zaba und Rana sind nämlich nur vier Beispiele, wie das Wort Frosch in andere Sprachen übersetzt wird. Zaba stammt zum Beispiel aus dem kroatischen Sprachgebrauch während Rana im spanischen für Frösche benutzt wird.
Klassischer Look, modernes Gameplay
Im Gespräch mit Greg wird schnell deutlich, dass die Macher von Amphibian selbst ebenfalls grosse Rollenspiel-Fans sind. Inspiriert zeigt sich nämlich sowohl die Grafik, als auch das Gameplay von Rollenspielen für die damals populären Konsolen Game Boy Advance und dem Game Cube. „Wir lieben Retro-Spiele und wollten diesen Charme mit einer modernen Erzählung verknüpfen“.
Auch in dem Trailer in der Future Games Show lässt sich das erkennen. Während wir uns frei durch die Spielwelt begeben, können wir unsere Feinde mit Eingangsattacken in den Kampf zwingen, welcher dann einem rundenbasierten System folgt. Bei vielen wird es wohl sofort Klick machen, welches moderne Spiel hier ein Vorbild war: der Überraschungshit Clair Obscure. In den Kämpfen kommen aber auch Konzepte von Retro-Titeln zum Tragen. So erinnert mich das Kämpfen selbst eher an die klassischen Pokemon-Spiele.
Greg hat uns ebenfalls verraten, das ihn aber auch die alten Fire Emblem-Spiele bei Amphibian teilweise inspiriert haben. „Während ich die Spiele damals schon geliebt habe, haben viele diese Titel bie gespielt. Und wenn die Leute dann Amphibian spielen werden, werden sie einige coole Ideen dieser Spiele auch endlich mal kennenlernen.“
Eine Schwierigkeit sie zu knechten
Auch beim Thema Schwierigkeitsgrad hat Greg Inspiration in anderen Spielen gefunden. „Ich liebe es einfach, wenn uns Entwickler gar nicht erst Möglichkeit geben, einen Schwierigkeitsgrad auszuwählen. Stattdessen geben uns Entwickler in Spielen wie beispielweise Dark Souls einfach vor, wie schwer das Abenteuer gedacht ist.“
Anders als in zuvor genannter Reihe, wird Amphibian aber keinerlei Farming bieten. Einmal besiegte Gegner bleiben nämlich tot. Auch verzichtet man bewusst auf jegliche Händler im Spiel. „Wir wollen einfach, dass die Spieler sich keinerlei Gedanken um irgendeine Ökonomie oder dem Kaufen von Ausrüstung machen müssen. Viel mehr sollen sie sich einfach nur auf das richtige Management ihrer Ressourcen kümmern müssen.“
Wenn wir unser Abenteuer starten, können wir auch nicht aus unterschiedlichen Starterklassen wählen. Stattdessen wird uns unsere Ausrüstung vorgegeben. Im Verlauf können wir uns aber dennoch auch in verschiedenen Abzweigungen hin entwickeln. So können wir uns beispielweise im weiteren Verlauf eher auf Fernkampfattacken spezialisieren oder doch lieber im Nahkampf austeilen. Auch hier sei aber wohl überlegt, wie man sich entscheidet, denn einmal ausgewählt, lässt sich der gewählte Pfad nicht mehr zurücksetzen.
„Allerdings haben wir auch ein geheimes System eingebaut, bei dem zufällig dem Charakter entsprechend nützliche Boni als passive Verstärkungen gewährt werden können.“ Das System sei mit einer prozentualen Wahrscheinlichkeit versehen. Sollte eine Verstärkung gewährt werden, soll das Spiel auch passend reagieren und die Gegner entsprechend skalieren. Umgekehrt soll das Ganze aber natürlich ebenfalls funktionieren, damit trotz Herausforderung eine faire Voraussetzung geschaffen werde.
Und beim Thema Schwierigkeit kommt noch ein weiterer Aspekte in Amphibian zum Tragen. Die Welt der Frösche birgt natürlich auch zahlreiche Geheimnisse und Rätsel. So erzählt das Spiel nicht nur eine tragische Familiengeschichte, sondern bietet auch mit Themen wie Religion, natürliche Feinde und Intrigen ein realitätsnahes Erlebnis. Auch wenn es keine Ökonomie für neue Ausrüstung gibt, sollte man durchaus die Welt der Frösche mit Neugier erkunden, denn Belohnungen warten dort auf jeden Fall.
Playtest geplant
Amphibian befindet sich jetzt seit rund einem Jahr in Entwicklung und soll uns ein 10 bis 15 stündiges Abenteuer bieten. Auch wenn das Spiel erst Ende 2027 auf allen Plattformen herauskommen soll, hat uns Greg verraten, dass in den kommenden Monaten ein Playtest geplant sei. Dann können wir nämlich schon einmal in Amphibian reinschauen.
Und das Interesse scheint laut Greg auch schon gross zu sein. „Nach der Future Games Show haben wir einen immensen Anstieg der Wunschlistungen auf Steam erlebt“, verrät er uns abschliessend. So hat es Amphibian auf mehr als Zehntausende Wunschlisten geschafft.
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