Nach den zahlreichen GTA 6-Leaks der vergangenen Tage geht Take Two nun offenbar auch juristisch gegen die Verantwortlichen vor. Der Rockstar Games-Mutterkonzern hat gerichtliche Vorladungen beziehungsweise Subpoenas gegen Microsoft und Discord beantragt, um die Person oder Personen hinter den Veröffentlichungen zu identifizieren.
Wie Kotaku unter Berufung auf entsprechende Gerichtsdokumente berichtet, wurden die Anträge beim Southern District of New York eingereicht. Microsoft und Discord sollen Take-Two mit internen Daten und Aufzeichnungen bei der Identifizierung der mutmaßlichen Verantwortlichen unterstützen. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht dabei insbesondere die unter dem Namen „CyberLeek“ auftretende Person.
Von Microsoft fordert Take Two unter anderem Unterlagen aus einer offenbar bereits durchgeführten internen Untersuchung zur CyberLeek-Persona. Ziel sei es, die dahinterstehenden Nutzer, Personen oder Organisationen zu identifizieren. Die angeforderten Informationen gehen dabei weit über einen Benutzernamen hinaus. Gefordert werden den vorliegenden Dokumenten zufolge unter anderem Account-IDs, registrierte E-Mail-Adressen, IP-Adressen bei Registrierung und letztem Login, Telefonnummern, verknüpfte Konten und Gerätekennungen. Auch bestimmte Inhalte aus OneDrive, die mit Grand Theft Auto, Rockstar oder CyberLeek in Verbindung stehen, werden in der Anfrage genannt.
Microsoft und Discord sollen die angeforderten Informationen laut den Dokumenten bis zum 4. September 2026 bereitstellen.
Auch Discord soll Take Two bei der Suche nach den Verantwortlichen unterstützen. Dabei geht es um Accounts, die seit dem 1. Juni 2026 auf bestimmten Servern mit den mutmaßlichen Leakern kommuniziert haben. In den Dokumenten werden neben CYBERLEEK weitere Namen beziehungsweise Handles wie CINEMATICROCKSTAR, Surfer24k, cyberleek_west und surwest aufgeführt. Darüber hinaus tauchen verschiedene Discord-Communitys in der Anfrage auf. Dass Nutzer oder Server in den Dokumenten genannt werden, bedeutet allerdings nicht automatisch, dass deren Betreiber oder Mitglieder an den GTA 6-Leaks beteiligt waren. Take-Two versucht anhand der Kommunikation offenbar zunächst, die Identität der Verantwortlichen einzugrenzen.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt die Erwähnung eines Servers, der mit dem bekannten GTA-Content-Creator DarkViperAU, mit bürgerlichem Namen Matthew Judge, in Verbindung gebracht wird. In der Subpoena wird ein „DarkViperAU editors’ server“ aufgeführt. DarkViperAU hat inzwischen selbst auf die Berichte reagiert und erklärt, nichts über die Herkunft der Leaks zu wissen. Nach seinen Angaben handelt es sich bei dem genannten Server außerdem nicht um seinen Editor-Discord. Auch seien die geleakten GTA 6-Aufnahmen auf seinen eigenen Discord-Servern nicht geteilt worden. Eine mögliche Erklärung sieht er darin, dass CyberLeek zumindest auf einem seiner Server unterwegs gewesen sein könnte. Sicher sei er sich dabei allerdings nicht.
Eine kuriose Verbindung zwischen beiden gibt es dennoch. DarkViperAU hatte sich zuvor über die Fahrkünste des Leakers lustig gemacht. Anschließend tauchte die Formulierung „Cyberleek can’t drive“ offenbar in später veröffentlichtem Leak-Material auf. Das könnte darauf hindeuten, dass CyberLeek die Reaktionen des Content Creators verfolgt hat. Einen Beleg für eine darüber hinausgehende Verbindung liefert dies jedoch nicht. DarkViperAU erklärte außerdem, bislang nicht von Rockstar Games kontaktiert worden zu sein.
Take Two beschreibt das betroffene Material in den Gerichtsdokumenten breit. Dazu gehören unter anderem Video- und Audiomaterial, Artworks, Bilder, Dialoge und weitere kreative Inhalte. In den vergangenen Tagen wurden unter dem Namen CyberLeek immer wieder neue mutmaßliche Aufnahmen aus GTA 6 veröffentlicht. Diese zeigten unter anderem Gameplay, Teile der Spielwelt, Nahkämpfe und verschiedene bislang nicht offiziell vorgestellte Mechaniken. Zuletzt deuteten einzelne Videos zudem darauf hin, dass CyberLeek möglicherweise direkten Zugriff auf einen spielbaren Build besitzt. Offiziell bestätigt ist das weiterhin nicht.
Mit den Anfragen an Microsoft und Discord unternimmt Take Two nun konkrete Schritte, um die Identität der Verantwortlichen hinter der aktuellen Leak-Welle festzustellen.

