Der südkoreanische Publisher Krafton blickt auf ein historisch erfolgreiches Quartal zurück. Dieses wurde maßgeblich von der Veröffentlichung des Survival-Spiels „Subnautica 2” angetrieben. Die veröffentlichten Geschäftszahlen zeigen jedoch auch die finanziellen und personellen Belastungen, die mit dem turbulenten Entstehungsprozess des Titels einhergingen, obwohl das Unternehmen ein beachtliches Umsatzwachstum und neue Rekordwerte bei den operativen Erträgen verzeichnen konnte.
Rekordergebnisse im zweiten Quartal
In seiner jüngsten Bilanzvorlage meldete Krafton für das zweite Quartal einen Rekordumsatz von 1,29 Billionen Won (780 Mio. Euro) sowie einen operativen Gewinn von 410,9 Milliarden Won (248 Mio. Euro). Beide Werte stellen den bislang höchsten jemals in einem zweiten Jahresviertel erzielten Wert dar. Als Haupttreiber für diese positive Entwicklung nannte der Publisher die stabile Performance der PUBG-Marke sowie den erfolgreichen Start von Subnautica 2 im Rahmen des Early Access im Mai des vergangenen Jahres. Dabei durchbrachen die Einnahmen im PC-Segment erstmals die Marke von 500 Milliarden Won (302 Mio. Euro), während auch die Konsolen- und Mobilsparten im Jahresvergleich zulegen konnten.
Turbulente Vorgeschichte und juristische Auseinandersetzungen
Der wirtschaftliche Erfolg steht im Kontrast zu den erheblichen Spannungen, die der Entwicklung und dem Release von Subnautica 2 vorausgegangen waren. Im Jahr 2025 kam es zu einem Konflikt zwischen Krafton und der Führung des Entwicklerstudios Unknown Worlds, der in der Absetzung des Studiochefs Ted Gill gipfelte. Während der Publisher den Vorwurf erhob, die Studioleitung habe das Projekt vernachlässigt, wies Gill die Anschuldigungen zurück. Er argumentierte, die Verzögerung sei von Krafton absichtlich herbeigeführt worden, um Bonuszahlungen zu umgehen. Der Streit gipfelte in einem Gerichtsverfahren, das zur Wiedereinsetzung Gills und einer Verlängerung der Bonusfrist führte. Auch der darauffolgende Termin für den Early-Access-Start wurde von interner Kritik begleitet.
Kommerzieller Erfolg und personelle Veränderungen
Entgegen den Befürchtungen erwies sich Subnautica 2 nach der Veröffentlichung als außergewöhnlich erfolgreich und knackte kürzlich die Marke von fünf Millionen verkauften Exemplaren. Kurz nach diesem Meilenstein verließ Ted Gill das Studio auf eigenen Wunsch, womit die personelle Kontroverse vorerst ein Ende fand. Durch den Verkaufserfolg und die gerichtlichen Vorgaben ist nun gesichert, dass die Mitarbeiter von Unknown Worlds ihre entsprechenden Bonuszahlungen erhalten. Krafton selbst bemüht sich derweil, die Konflikte hinter sich zu lassen, und verweist auf die positiven Absatzzahlen als Beleg für die Stärke des Titels.
Finanzielle Schattenseiten trotz Rekordgewinnen
Trotz der Rekordzahlen im operativen Bereich offenbart die Betrachtung des Nettogewinns die hohen Kosten, die mit der Akquisition und der Bewältigung der Streitigkeiten verbunden waren. So steht dem operativen Gewinn von 410,9 Milliarden Won (248 Mio. Euro) ein Nettoergebnis mit einem Defizit von 29,9 Milliarden Won (18 Mio. Euro) gegenüber. Dies verdeutlicht, dass die enormen Aufwendungen für den Erwerb des Studios sowie die vertraglich fixierten Bonuszahlungen das finanzielle Gesamtergebnis des Konzerns im abgelaufenen Quartal spürbar belastet haben.

