Gegen Nintendo wurde in den USA eine Sammelklage eingereicht. Hintergrund ist die Frage, wer von möglichen Rückzahlungen im Zusammenhang mit früheren Importzöllen profitieren soll. Zwei Kläger vertreten die Auffassung, dass Rückerstattungen nicht allein beim Unternehmen bleiben dürften, wenn zuvor gestiegene Preise an Verbraucher weitergegeben wurden.
Laut Berichten wurde die Klage beim Bundesgericht im westlichen Bezirk des US-Bundesstaates Washington eingereicht. Dort hat Nintendo of America seinen Hauptsitz. Als Kläger treten Gregory Hoffert aus Kalifornien und Prashant Sharan aus Washington auf.
Im Zentrum der Klage steht der Vorwurf, dass Nintendo finanzielle Vorteile doppelt erhalten könnte. Nach Ansicht der Kläger seien höhere Produktpreise zuvor an Kunden weitergegeben worden. Sollte Nintendo nun vom Staat Zollzahlungen zurückbekommen, würde das Unternehmen dieselben Kosten erneut erstattet bekommen. Die Klageschrift argumentiert, dass dies eine ungerechtfertigte Bereicherung darstellen könnte und gegen Verbraucherschutzrecht im Bundesstaat Washington verstoßen würde.
Die Sammelklage soll laut Antrag alle Personen in den Vereinigten Staaten einschließen, die Nintendo-Produkte gekauft haben, deren Preise zwischen dem 1. Februar 2025 und dem 24. Februar 2026 erhöht wurden. Dazu könnten unter anderem Konsolen, Zubehör oder Spiele zählen, sofern Preissteigerungen auf Importkosten zurückgeführt wurden.
Im März hatte Nintendo selbst gegen die US-Regierung geklagt. Dabei ging es um frühere Handelszölle aus der Amtszeit von Donald Trump. Diese Zölle wurden später als verfassungswidrig bewertet. Infolge dessen sollte ein Verfahren zur Rückerstattung an betroffene Unternehmen gestartet werden.
Berichten zufolge beantwortete Nintendo bislang nicht konkret die Frage, ob mögliche Rückzahlungen an Verbraucher weitergegeben würden. Genau dieser Punkt ist nun Kern der aktuellen Sammelklage.
Ein Urteil gibt es bislang nicht. Zunächst muss das Gericht entscheiden, ob die Klage als Sammelverfahren zugelassen wird und ob die vorgebrachten Ansprüche Bestand haben. Für Nintendo könnte das Verfahren dennoch größere Aufmerksamkeit erzeugen, da es direkt Fragen zu Preisgestaltung und Verbraucherrechten betrifft.

