Epic Games hat neue Details zur Unreal Engine 6 vorgestellt. Die nächste Generation der bekannten Spiele-Engine soll Entwickler künftig stärker bei der Erstellung von Inhalten unterstützen und dabei unter anderem auf generative KI-Modelle zurückgreifen. Im Mittelpunkt stehen dabei schnellere Entwicklungsprozesse und eine engere Verzahnung verschiedener Werkzeuge innerhalb des Unreal-Ökosystems.
Laut Epic soll Unreal Engine 6 die bisherigen Entwicklungsstränge von Unreal Engine 5 und dem Unreal Editor für Fortnite zusammenführen. In den kommenden Jahren sollen beide Systeme schrittweise zu einer gemeinsamen Plattform verschmelzen. Dabei will Epic nicht nur Grafik und Performance weiter verbessern, sondern auch grundlegende Arbeitsabläufe bei der Entwicklung von Spielen modernisieren.
Ein zentrales Element von Unreal Engine 6 wird die Integration verschiedener KI-Modelle sein. Epic nennt unter anderem Claude und Gemini als mögliche Systeme, die Entwickler künftig direkt innerhalb der Engine nutzen können. Die KI soll vor allem zeitaufwendige Routinearbeiten beschleunigen. Genannt werden beispielsweise die Erstellung von Leveln, Charakter-Rigs, Partikeleffekten, Beleuchtungssystemen oder die Anpassung von Animationen und Skeletten. Nach Angaben des Unternehmens behalten Entwickler dabei jederzeit die Kontrolle über die erzeugten Inhalte und können sämtliche Ergebnisse manuell bearbeiten.
Während der State-of-Unreal-Präsentation demonstrierte Epic verschiedene Einsatzmöglichkeiten der neuen Technologie. Unter anderem wurde gezeigt, wie per Texteingabe Möbel und Objekte automatisch in einer virtuellen Wohnung platziert werden können. In einer weiteren Vorführung veränderte die KI die Tageszeit und Beleuchtung einer Stadtlandschaft anhand einfacher Sprachbefehle. Auch die Nutzung von Bildern als Referenz für Änderungen an Szenen wurde demonstriert.
Neben der KI-Integration setzt Epic weiterhin auf die Programmiersprache Verse, die künftig eine zentrale Rolle innerhalb der Engine einnehmen soll. Zusätzlich sollen Inhalte und Code einfacher zwischen verschiedenen Projekten und Spielen übertragen werden können. Dadurch möchte Epic die Wiederverwendbarkeit von Assets und Entwicklungswerkzeugen verbessern.
Bis zur Veröffentlichung der Unreal Engine 6 wird es allerdings noch dauern. Eine Early-Access-Version plant Epic nach aktuellem Stand für Ende 2027. Die finale Version soll etwa zwölf bis achtzehn Monate später folgen. Mit der neuen Engine möchte Epic nach eigenen Angaben vor allem repetitive Entwicklungsaufgaben reduzieren und Teams mehr Zeit für kreative Arbeit und Feinschliff ihrer Projekte verschaffen.

