Die jüngsten Entscheidungen von Sony zur Zukunft physischer Datenträger und älterer PlayStation Stores sorgen weiterhin für Diskussionen. Nun hat sich auch die Video Game History Foundation (VGHF) zu Wort gemeldet und fordert Lösungen, damit digitale Spiele langfristig erhalten bleiben.
Auslöser sind Sonys Ankündigungen, ab Januar 2028 keine Discs für neue PlayStation-Spiele mehr zu produzieren sowie die PlayStation Stores für PS3 und PS Vita schrittweise einzustellen. Nach Ansicht der VGHF rückt dadurch das Thema der langfristigen Archivierung von Videospielen stärker in den Fokus.
Die Stiftung weist allerdings darauf hin, dass physische Datenträger schon heute keine ideale Lösung zur Archivierung moderner Spiele darstellen. Viele Titel erscheinen inzwischen ausschließlich digital oder benötigen bereits zum Verkaufsstart umfangreiche Updates. Dadurch entspreche der Inhalt einer Disc häufig nicht mehr der tatsächlich gespielten Version.
Hinzu kommt, dass zahlreiche moderne Spiele auf Online-Server angewiesen sind. Werden diese Jahre später abgeschaltet, könnten selbst digital gesicherte Versionen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr nutzbar sein. Museen und Archive bereiteten sich deshalb bereits seit längerer Zeit auf eine Zukunft vor, in der klassische Datenträger allein nicht mehr ausreichen.
Statement from VGHF director Frank Cifaldi on the discontinuation of physical PlayStation media, and the closure of the PS3 and PSP digital storefronts.
— Video Game History Foundation (@gamehistoryorg.bsky.social) 1. Juli 2026 um 20:47
Die Video Game History Foundation fordert deshalb Branchenverbände wie die Entertainment Software Association (ESA) auf, gemeinsam mit der Spieleindustrie rechtliche Möglichkeiten zu schaffen, damit digitale Spiele dauerhaft archiviert und für Forschungszwecke zugänglich gemacht werden können.
Nach Angaben der Stiftung habe die ESA entsprechende Reformen des Urheberrechts in der Vergangenheit mehrfach abgelehnt. Dadurch fehle Museen und Archiven bislang eine rechtssichere Möglichkeit, digitale Spiele langfristig zu sichern und später zugänglich zu machen.
Auch VGHF-Gründer Frank Cifaldi äußerte sich zu diesem Thema. Er erklärte, dass bislang keine ausreichende legale Alternative geschaffen worden sei, um digitale Spiele dauerhaft zu bewahren. Deshalb müsse die Branche nach Ansicht der Stiftung gemeinsam an einer langfristigen Lösung arbeiten, damit heutige Videospiele auch in mehreren Jahrzehnten noch erhalten bleiben.

