Bei Warhorse Studios verdichten sich Hinweise auf ein weiteres Spielprojekt neben der Arbeit an Kingdom Come: Deliverance 3. Mehrere aktuelle und frühere Stellenausschreibungen deuten darauf hin, dass das Studio parallel an einem Projekt in der Unreal Engine arbeitet oder zumindest die technische Grundlage dafür schafft.
Als weitgehend gesichert gilt, dass Warhorse an Kingdom Come: Deliverance 3 weiterhin mit der CryEngine entwickelt. Dafür spricht unter anderem, dass das Studio weiterhin gezielt nach Fachkräften mit Lua-Erfahrung sucht, was zur bisherigen Engine-Basis passt. Die Hinweise auf Unreal Engine betreffen offenbar ein separates Vorhaben.
Ein wichtiger Anhaltspunkt ist eine Stellenausschreibung für einen Senior Technical Animator. Dort werden ausdrücklich Kenntnisse in Unreal Animation Blueprints, State Machines und physikbasierten Animationen verlangt. Die Anforderungen beziehen sich klar auf produktive Unreal-Engine-Workflows und nicht auf allgemeine Engine-Erfahrung.
Weitere Hinweise liefert eine Ausschreibung für einen DevOps- beziehungsweise Infrastructure-Engineer. In dieser wird unter den wünschenswerten Kenntnissen unter anderem Unreal Engine Horde genannt, ein Build- und Automatisierungssystem für Unreal-Projekte. Das spricht für den Aufbau oder Betrieb einer UE-spezifischen Entwicklungsinfrastruktur.
Besonders auffällig ist zudem ein externes Recruiting-Posting aus dem Tech-Art-Bereich, das direkt auf Warhorse-Stellenanzeigen verweist und dabei ein „next UE project“ erwähnt. Der Account hinter diesem Beitrag gibt an, von Jakub Holík zu stammen, der als Lead TechOps bei Warhorse tätig ist.
Ergänzend dazu nennt eine Ausschreibung für einen Lighting Artist Blueprints als Pluspunkt, neben Skriptsprachen wie Python. Auch wenn dies für sich genommen kein eindeutiger Beweis ist, passt es zu typischen Unreal-Engine-Arbeitsabläufen.
Mehrere Stellenausschreibungen sprechen außerdem allgemein von der Arbeit an „AAA-Spielen“ im Plural. Parallel dazu baut das Studio offenbar langfristige interne Strukturen aus, etwa in den Bereichen Qualitätssicherung, Tooling und Continuous Integration. Eine QA-Ausschreibung nennt sogar einen konkreten Zeitraum für das Onboarding im Frühjahr 2026 und sieht die gleichzeitige Einstellung mehrerer Tester vor, was auf eine längerfristige parallele Entwicklung hindeutet.
Offiziell bestätigt wurde ein zweites Projekt bislang nicht. Ob es sich um eine neue Marke, ein Spin-off oder ein anderes Vorhaben handelt, ist derzeit offen.

