Der geplante Verkauf von Teilen von Warner Bros. Discovery an Netflix sorgt weiter für rechtliche Auseinandersetzungen. Paramount hat am Mittwoch eine Klage gegen Warner Bros. Discovery eingereicht und setzt damit seinen Widerstand gegen den Deal fort. Die Klage folgt nur wenige Tage nach der erneuten Ablehnung eines Übernahmeangebots von Paramount.
In der Klageschrift wirft Paramount dem Vorstand von Warner Bros. Discovery vor, Aktionäre unzureichend informiert zu haben. Laut Paramount-CEO David Ellison seien wichtige finanzielle Details zur geplanten Netflix-Transaktion nicht offengelegt worden.
Konkret kritisiert Paramount unter anderem, dass keine Informationen dazu veröffentlicht wurden:
- wie die verbleibenden TV-Sender („Global Networks“) bewertet wurden
- wie der Gesamtwert des Netflix-Deals zustande kam
- wie die Schuldenreduktion innerhalb der Transaktion berechnet wurde
- worauf sich eine angebliche „Risikoadjustierung“ bezieht, mit der Paramounts Angebot begründet abgelehnt wurde
Ellison erklärte, diese Informationen seien notwendig, damit Aktionäre eine fundierte Entscheidung über das Angebot von Paramount treffen könnten.
Netflix-Deal vs. Paramount-Angebot
Anfang Dezember wurde bekannt, dass Netflix und Warner Bros. Discovery eine Vereinbarung über einen Verkauf der Studio- und Streaming-Sparte getroffen haben. Der Deal hat ein Volumen von 82,7 Milliarden US-Dollar und würde unter anderem auch Warner Bros. Games einschließen. Die Kabel-TV-Sender sind nicht Teil der Vereinbarung.
Netflix bietet 27,75 US-Dollar pro Aktie, beschränkt auf Studios und Streaming. Paramount hingegen bietet 30 US-Dollar pro Aktie in bar für das gesamte Unternehmen. Aus Sicht von Paramount würde dies bedeuten, dass die Kabelsender im Netflix-Deal nur mit rund 2,25 US-Dollar pro Aktie bewertet werden.
Seit Bekanntwerden der Netflix-Vereinbarung hat Warner Bros. Discovery mindestens acht Übernahmeangebote von Paramount abgelehnt. Der Vorstand erklärte, ein neues Angebot müsse mehr Eigenkapital enthalten und weniger schuldenbasiert sein, um erneut geprüft zu werden.
Warum Paramount an Warner Bros. interessiert ist
Neben dem Mediengeschäft umfasst Warner Bros. Discovery zahlreiche bekannte Marken und Lizenzen, darunter Harry Potter, Game of Thrones und DC. Videospiele spielen laut Netflix zwar nur eine untergeordnete Rolle in der Transaktion, sind aber ebenfalls Teil der Studio-Sparte.
Ellison erklärte, Paramount habe von Beginn an auf Verhandlungen gesetzt. Er zeigte sich irritiert darüber, dass Warner Bros. Discovery weder auf das Angebot vom 4. Dezember reagiert noch Gespräche über Vertragsdetails aufgenommen habe. Zudem kritisierte er eine aus seiner Sicht geringe Transparenz im Entscheidungsprozess des Vorstands.
Sowohl Netflix als auch Warner Bros. Discovery haben bislang keine öffentliche Stellungnahme zur Klage abgegeben. Wie es mit dem geplanten Verkauf weitergeht, ist aktuell offen.

