Western Digital hat auf seinem Innovation Day 2026 eine überarbeitete Speicher-Roadmap vorgestellt, die sich gezielt an den wachsenden Datenbedarf durch KI-Anwendungen richtet. Im Fokus stehen höhere Kapazitäten, mehr Leistung, geringerer Energieverbrauch und neue Plattformlösungen für große Speicherumgebungen.
40 TB jetzt in Prüfung – 100 TB in Sicht
Ein zentrales Thema ist die weitere Steigerung der Speicherkapazität klassischer Festplatten. Western Digital gab bekannt, dass eine 40-Terabyte-Festplatte auf Basis von UltraSMR und ePMR-Technik derzeit bei ersten Großkunden zur Qualifizierung im Einsatz ist. Die Serienproduktion ist für die zweite Hälfte 2026 geplant.
Parallel dazu treibt das Unternehmen die HAMR-Technologie voran. Diese soll in den kommenden Jahren schrittweise höhere Kapazitäten ermöglichen. Laut Roadmap sind Festplatten mit über 100 Terabyte bis 2029 vorgesehen. Dabei verfolgt WD zwei parallele Entwicklungswege, ePMR und HAMR, die auf einer gemeinsamen Architektur basieren. Kunden sollen so selbst entscheiden können, wann sie auf neue Technologien umsteigen.
Mehr Leistung für KI-Workloads
Neben der Kapazität wurde auch die Leistung klassischer HDDs in den Mittelpunkt gestellt. Mit der sogenannten High Bandwidth Drive-Technologie können mehrere Lese- und Schreibköpfe gleichzeitig auf verschiedenen Spuren arbeiten. Dadurch soll sich die Datenbandbreite im Vergleich zu heutigen Festplatten verdoppeln lassen. Langfristig sind laut WD noch deutlich höhere Steigerungen möglich.
Ergänzt wird dieser Ansatz durch das neue Dual Pivot-Design. Hier kommt ein zweites, unabhängig arbeitendes Aktuatorsystem zum Einsatz, das zusätzliche sequentielle Ein- und Ausgabe-Leistung liefern soll. Beide Technologien zusammen sollen helfen, bestimmte Arbeitslasten abzudecken, die bisher eher SSDs vorbehalten waren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf energieoptimierten Festplatten. Diese neuen Modelle sollen bis zu 20 Prozent weniger Strom verbrauchen und richten sich vor allem an Speicherbereiche, in denen große Datenmengen vorgehalten werden müssen, aber dennoch in kurzer Zeit abrufbar sein sollen. Damit positioniert WD diese Laufwerke zwischen klassischen „kalten“ Archivspeichern und aktiv genutzten Systemen.
Neue Plattform für wachsende Speicherumgebungen
Zusätzlich kündigte Western Digital eine neue Software-Ebene mit offener Schnittstelle an, die ab 2027 verfügbar sein soll. Ziel ist es, auch mittelgroßen Cloud- und Unternehmensumgebungen Funktionen bereitzustellen, die bislang vor allem Hyperscale-Rechenzentren nutzen. Die Lösung soll die Einführung neuer Speichertechnologien vereinfachen und die Zeit bis zum produktiven Einsatz verkürzen.
Western Digital betonte zudem seine Ausrichtung als Anbieter von Speicherinfrastruktur für KI- und Cloud-Anwendungen. Ein großer Teil des aktuellen Geschäfts entfalle bereits auf diesen Bereich. Die vorgestellten Technologien sollen den wachsenden Bedarf an skalierbarem, leistungsfähigem und zugleich wirtschaftlichem Massenspeicher bedienen.

